Mit Demos und Trillerpfeifen haben die Gewerkschaften am Tag der Arbeit für sichere Jobs und faire Löhne demonstriert. In ganz NRW waren Hunderttausende auf den Straßen – auch in Köln wurde demonstriert.
Mai-Demo auf dem HeumarktOB Burmester im Dialog mit Star aus Kölner Kultserie

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Oberbürgermeister Torsten Burmester bei einer Mai-Kundgebung in Köln.
Mit Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) an der Spitze demonstrierten am Tag der Arbeit (1. Mai) tausende Menschen in Köln.
Das Motto, unter dem der Deutsche Gewerkschaftsbund zur Demonstration für soziale Gerechtigkeit, für einen starken Sozialstaat, bezahlbares Leben und eine zukunftssichere Arbeitswelt aufgerufen hatte: „Menschen vor Marge – Jetzt erst recht!“ Zahlreiche Menschen waren diesem gefolgt und hatten sich auf den Weg zum Kölner Heumarkt gemacht.
Kölner Serienstar stellt OB Burmester Fragen bei Mai-Demo
Dort trafen auf der Bühne zwei Menschen aufeinander, die in Köln wohl fast jeder kennt – wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen.
Der eine: das aktuelle Stadtoberhaupt Torsten Burmester. Ihm gegenüber die Moderatorin Irene Schwarz. In Köln besser bekannt als Lisbeth Krause, ihrer Rolle aus der TV-Kultshow „Hausmeister Krause“ (1999 - 2010).
Schwarz fragte den OB etwa: „Welche Visionen hast du für die arbeitenden Menschen hier in Köln?“ Die Antwort: „In der Krise, die wir alle durchmachen, geht es auch in Köln um sichere Arbeitsplätze. Um Arbeitsplätze, mit denen Menschen ihr Geld verdienen können, aber auch am Leben dieser Stadt teilhaben können. Und dafür müssen wir in der Politik die Rahmenbedingungen setzen und ermöglichen, dass diese Arbeitsplätze in Köln bleiben und weitere nach Köln kommen.“
Im Anschluss traten der Vorsitzende des DGB Köln, Witich Roßmann, und die Geschäftsführerin der DGB Region Köln-Bonn, Judith Gövert, auf die Bühne. Hier wurde der Ton deutlich schärfer und direkter.
Zu Anfang positionierte sich der DGB klar zur Debatte, den Tag der Arbeit als Feiertag abzuschaffen. Gövert rief: „Heute ist der Tag der Arbeit, unser Kampftag, ein gesetzlicher Feiertag. Und liebe CDU, lieber Bundeskanzler Merz – das wird er auch bleiben! Hände weg von unserem Tag!“
Roßmann und Gövert erklärten in ihrer Rede, dass viele ihrer langjährigen Forderungen – etwa bezahlbarer Wohnraum und bessere Ausbildung – inzwischen politische Unterstützung in der Stadt gefunden hätten, nun aber konsequent umgesetzt werden müssten.
Scharf kritisiert wurden hingegen soziale Kürzungen, unzureichende Bildungspolitik, insbesondere die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes in NRW, sowie Angriffe auf Arbeitszeitregelungen. Die DGB-Vertreter forderten stattdessen einen starken Sozialstaat, faire Löhne und bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Auch wirtschaftspolitisch setzen sie auf Investitionen in zukunftsfähige Industrie, öffentliche Infrastruktur und nachhaltige Mobilität, während sie Profitmaximierung, Arbeitsplatzabbau und soziale Ungleichheit anprangerten.
Roßmann: „Wenn Eigentümer und Management die Lösung ihrer Probleme nur in der Verlagerung ihrer Betriebe und Arbeitsplätze in Billiglohnländern sehen, wenn Eigentümer nicht mehr in die Zukunft ihrer Betriebe investieren, sondern ihre Profite in den Steueroasen dieser Welt anlegen, dann werden wir das weiterhin skandalisieren.“
Kölner Gewerkschaften bei Mai-Demo auf dem Heumarkt
Acht Kölner Gewerkschaften forderten entsprechend ihrer Arbeitsfelder Aufmerksamkeit für ihre Themen.
Während die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Respekt und Sicherheit für ihre Beschäftigten einforderten, warb die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für gute Arbeitsbedingungen im Bildungssystem.
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) verteidigte den 8-Stunden-Tag, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) forderte faire Arbeitszeiten in der Gastronomie und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) warb für eine gute Finanzierung der Kommunen.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) setzte sich für Tarifbindung und die Beteiligung der Beschäftigten in der Transformation der Arbeitswelt ein, die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) forderte Investitionen der Unternehmen hier in der Region. Die DGB-Frauen traten ein für eine Zukunft, in der Frauen finanziell genauso stark dastehen wie Männer. (red)
