Ein 19-Jähriger soll einen 52-jährigen Mann in einer Wohnung in Köln-Bocklemünd getötet haben. Jetzt gibt es neue Informationen.
Bluttat in KölnOpfer (52) sollte sich kümmern – und musste sterben

Copyright: David Inderlied/dpa
Die Kölner Polizei ermittelt nach einem Tötungsdelikt in Bocklemünd.
Aktualisiert
Nach einem Hinweis eines besorgten Zeugen haben Polizistinnen und Polizisten am Mittwoch (14. Januar) in einer Wohnung in Köln-Bocklemünd eine schreckliche Entdeckung gemacht: Sie fanden einen Toten (52) in einer Blutlache.
Ein 19-Jähriger, in dessen Wohnung die Tat passierte, wurde wegen des Verdachts des Totschlags festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. „Das Amtsgericht Köln hat gestern den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl erlassen“, erklärt Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, am Freitag (16. Januar) gegenüber EXPRESS.de.
Der Beschuldigte sei deutscher und algerischer Staatsangehöriger. „Die Eltern halten sich derzeit offenbar in Algerien auf“, so Bremer. Wie bereits bekannt wurde, hatte das spätere Opfer (ebenfalls Algerier) sich, nach Absprache mit den Eltern, gelegentlich um das Wohlbefinden des 19-Jährigen gekümmert.
Laut Staatsanwaltschaft ist der Tatverdächtige nicht vorbestraft. Laut Ulrich Bremer gibt es derzeit auch keine konkreten Anhaltspunkte für eine (verminderte) Schuldfähigkeit.
Bluttat in Kölner Veedel: Täter stach mehrfach zu
„Nach dem Obduktionsbericht ist das Opfer mit mehreren Messerstichen getötet worden“, so der Sprecher. Der Grund für eine mögliche Auseinandersetzung zwischen Täter und Opfer sei bislang nicht bekannt.
Den bisherigen Erkenntnissen zufolge kam es am Dienstagabend (13. Januar) in der Wohnung des Tatverdächtigen auf dem Ollenhauerring zu einem heftigen Streit zwischen ihm und dem 52-Jährigen. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung soll der 19-Jährige den Mann tödlich verletzt und anschließend die Wohnung verlassen haben.
Noch am selben Abend, gegen 23.10 Uhr, soll der 19-Jährige dann mit einem Sicherheitsmitarbeiter der DITIB-Moschee an der Venloer Straße aneinandergeraten sein, als er gewaltsam versuchte, in das bereits geschlossene Gebäude zu gelangen. Alarmierte Einsatzkräfte stellten leichte Verletzungen bei dem 19-Jährigen fest und riefen einen Rettungswagen. „Die Herkunft der Verletzungen ist Teil der laufenden Ermittlungen“, so ein Polizeisprecher.
Im Krankenhaus eskalierte die Situation weiter: Der junge Mann zeigte sich laut Polizei unkooperativ, leistete Widerstand und bewarf die Einsatzkräfte mit einer Urinflasche. Daraufhin wurde er in Gewahrsam genommen, aus dem er erst am Mittwochmittag wieder entlassen wurde.
Zeugenhinweis führt zu schrecklichem Fund
Unabhängig von diesen Vorfällen meldete sich am Mittwoch ein Zeuge bei der Polizei. Er machte sich Sorgen, weil der 52-Jährige nicht zur Arbeit erschienen war, und er wusste, dass dieser sich am Vorabend mit dem 19-Jährigen treffen wollte. Die Einsatzkräfte fuhren daraufhin zur Wohnung des Tatverdächtigen.
Da auf Klingeln und Klopfen niemand reagierte, kletterten die Polizistinnen und Polizisten auf den Balkon der Wohnung. „Dort trafen sie auf den apathisch wirkenden 19-Jährigen. Seine Äußerungen deuteten darauf hin, dass sich eine verletzte Person in der Wohnung befinden könnte“, sagte ein Polizeisprecher. Als daraufhin die Feuerwehr gewaltsam die Tür öffnete, fanden die Einsatzkräfte den leblosen 52-Jährigen.
Der Verdächtige bestreitet, den Mann getötet zu haben. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen zum genauen Tatmotiv und den Hintergründen des schrecklichen Vorfalls aufgenommen. (iri)
