Zoff um Lärm in Kölner Veedel Ein Satz, der ständig kommt, ist der eigentliche Skandal

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Nachts wird es laut: Betrunkene Jugendliche sammeln sich an einer Sitzbank in Köln-Sülz an. Jetzt gehen die Anwohner auf die Barrikaden. 

Köln – Zoff in Köln-Sülz: Anwohner der Luxemburger Straße an der Ecke Klettenberggürtel werden seit Monaten nachts auf Trab gehalten, weil sich an einer Bank lautes Party-Volk versammelt und von Nachtruhe nicht viel hält. Ein schwieriges Thema, bei dem gerade plumpe Pauschalisierungen nicht weiterhelfen. Gerade ein Satz, der in dem Zusammenhang immer wieder fällt, nervt extrem, findet unser Autor. Der EXPRESS-Kommentar.

Lärm-Zoff in Sülz: Ein bestimmter Satz ist der eigentliche Skandal 

Lärmende Jugendliche, Wildpinkler und aggressives Party-Volk – die Erfahrungen der Anwohner in Sülz sind ganz bestimmt nicht auf die (von der Stadt aufgestellte) Sitzbank am Klettenberggürtel beschränkt.

Ganz im Gegenteil: Viele Leser berichten gegenüber EXPRESS von lauten (und dadurch schlaflosen) Nächten und Menschen, die sich um Regeln wie Nachtruhe recht wenig Gedanken machen. Allzu gerne wird das Thema auch in den sozialen Netzwerken diskutiert.

Sitzbank in Sülz wird zum Streitthema, auch auf Facebook

Aber: Wie bei so vielen Themen auf Facebook und Co. sind auch hier oft Kommentare und Beiträge dabei, die nicht nur nicht weiterhelfen, sondern für Nackenschmerzen vom ganzen Kopfschütteln sorgen. Der Klassiker: „Wenn ihr mit Lärm nicht umgehen könnt, dann zieht doch aufs Dorf. Da habt ihr Ruhe.” Ein Beitrag, der immer wieder kommt und den man als eigentlichen Skandal bezeichnen könnte.

Ist das die Gesellschaft, die wir uns geschaffen haben? Eine, die – übersetzt – sagt: „Wenn ich etwas falsch mache, kein Problem. Die anderen können doch weg gehen, dann stört es sie auch nicht.” Wenn das die ehrliche Meinung von einigen Kölnern ist, ist ein zivilisiertes Nebeneinander-Wohnen mit diesen Menschen nicht möglich.

Köln-Sülz: Jeder hat das Recht auf ein zivilisiertes Miteinander

Nicht falsch verstehen: Ich finde, auch Leute, die zehn Minuten nach Beginn der Nachtruhe die Polizei rufen und eine Ruhestörung melden, schaden dem Zusammenleben in der Stadt. Aber auf Dauer, jede Nacht, immer wieder? Das geht nicht. Auf diese Art des zivilisierten Miteinanders habe ich ein Recht, auch in der Stadt.

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Das Epizentrums des Anwohner-Ärgers in Sülz. Die Sitzbank auf der Luxemburger Straße/ Ecke Klettenberggürtel.

Übrigens: Unterhält man sich mit Betroffenen, ist das Thema fast immer der Lärm, nie die Anwesenheit von feiernden Gruppen. Auch nachts ist es – im Fall Sülz – das gute Recht der Jugendlichen, sich an der Bank im Veedel aufzuhalten. Nur die Art und Weise entscheidet über die Akzeptanz.

Klar ist: Im Grunde wünscht sich jeder ein Miteinander, das niemals den Einsatz von Polizei oder Ordnungsdienst erfordert. Doch damit das klappt, muss auch jeder bereit sein, seinen Beitrag dazu zu leisten.

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