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Und das im NeubauKölner zahlt 2000 Euro Heizkosten für Mini-Wohnung

Kevin G. vor dem Wohnblock in Köln-Lindenthal in dem er seine Wohnung hat.

Kevin G. vor dem Wohnblock in Köln-Lindenthal in dem er seine Wohnung gemietet hat.

Günstig Wohnen in Köln? Kevin G. hat kein Problem mit der Miete, vielmehr sind es die Heizkosten.

Seit ein paar Jahren wohnen Kevin G. (37) und seine Freundin in der kleinen Neubauwohnung in der Hermeskeiler Straße in Köln-Lindenthal.

Ein Gebäude, das ursprünglich günstigen Wohnraum für KVB-Mitarbeitende bieten sollte.

„Seit Monaten versuche ich, die Abrechnungen zu verstehen“

„Stattdessen zahle ich für meine kleine 42-Quadratmeter-Wohnung (inklusive Balkon) über 2000 Euro Heizkosten pro Jahr – fast das Dreifache des Bundesdurchschnitts“, ist G. fassungslos.

Das große Problem: „Seit Monaten versuche ich, die Abrechnungen zu verstehen. Dabei bin ich auf massive Ungereimtheiten gestoßen. Der Hauptzähler zeigt einen völlig anderen Verbrauch als die Summe aller Wohnungszähler – über die Hälfte der gelieferten Wärme verschwindet einfach“, so G. gegenüber EXPRESS.de.

Doch niemand könne ihm erklären, wo diese Energie bleibt. G. beschreibt das Zuständigkeits-Chaos so: „Der Energieversorger (RheinEnergie) verweist auf die Heizkostenabrechnungsfirma – und der Vermieter, die Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln mbH (WSK), verweist an die RheinEnergie. Seit Juli 2025 kämpfe ich mich durch dieses System. E-Mails werden nicht beantwortet, Nachfragen dauern Monate, konkrete Zahlen will mir niemand erklären.“

Die bittere Ironie an dem Fall. „Diese Wohnungen sollten KVB-Mitarbeitenden bezahlbaren Wohnraum bieten. Stattdessen zahlen wir Heizkosten, die deutlich höher sind, als viele erwartet haben. Was ist aus dem Versprechen ‚günstiger Wohnraum für KVB-Mitarbeiter‘ geworden?“, beschwert sich G.

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Als normaler Mieter fühle man sich machtlos gegenüber diesem Behörden- und Firmen-Ping-Pong. „Mehrere Nachbarn, mit denen ich gesprochen habe, haben ebenfalls ungewöhnlich hohe Abrechnungen erhalten“, versichert der 37-Jährige.

EXPRESS.de hakte nach! Nach Austausch mit der Rheinenergie und der WSK erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke Köln: Man stehe mit Herrn G. seit einiger Zeit in Verbindung, um die Gründe für den hohen Verbrauch zu klären.

„Die Wohneinheiten im Objekt weisen weit überwiegend ein völlig normales Verbrauchsbild auf. Es gibt einige wenige Einheiten, bei denen das Verbrauchsbild vom Durchschnitt abweicht, teils sehr stark nach unten, teils etwas nach oben. Zu berücksichtigen ist, dass primär das Nutzerverhalten eine ausschlaggebende Rolle bei der Kostenverteilung spielt“, erklärt die Sprecherin. „Sollte hingegen ungewöhnliches Nutzungsverhalten zu ungewöhnlich hohen Verbräuchen führen, wäre der Mieter selbst dafür verantwortlich.“

Diese Aussage sorgt bei G. wiederum für Unverständnis. „Zwei Personen, die täglich duschen und im Winter heizen, wo genau ist da das ‚ungewöhnliche Nutzungsverhalten‘?“, fragt G.

Stadtwerke Köln prüfen den Fall – noch kein Ergebnis

Die Sprecherin der Stadtwerke ergänzt: „Die Gebäudeeinheit ist ein Neubau mit einem komplexen Energieversorgungskonzept. Es laufen noch Optimierungs- und Nacharbeiten auch an der Heiz- und Warmwasseranlage. Nicht zuletzt aufgrund der Mieterbeschwerde waren und sind aktuell das Heizungsbau-Unternehmen, ein Gutachter und Fachleute der Rheinenergie dabei, die Heizung/Warmwasserversorgung weiter zu optimieren. Ebenso wird überprüft, ob es im Fall von Herrn G. technische Auffälligkeiten geben könnte.“ Ein Prüfungsergebnis liege allerdings noch nicht vor.

„Sollte sich herausstellen, dass technische Ursachen, etwa ein defekter Wohnungs-Wärmezähler für das hohe Verbrauchsbild ausschlaggebend sind, werden die Rheinenergie bzw. die Vermieterin eine Regelung mit den betroffenen Mietern finden“, versichert die Sprecherin der Stadtwerke.

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