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Kölner TypenCoco und sein Kreuz brachten Zarrella aus der Fassung

Porträt des Kölners Coco (Codrin Paraschivecu) mit einem besonderen Tattoo am Friesenwall.

Copyright: Martina Goyert

Das Kreuz auf der Brust: So kennt man Codrin Paraschivescu, Spitzname „Coco“. Ein großes Kreuz vor der St. Nikolaus-Kirche in Kronstadt (Rumänien) war die Vorlage für das Tattoo.

EXPRESS.de stellt in einer neuen, losen Reihe Menschen wie ihn vor, die das Leben in Köln bunt und die uns neugierig machen. So ein Mensch ist Codrin Alexandru Paraschivescu. Seine Freunde nennen ihn einfach nur Coco. 

Coco kam mit seiner Familie aus Rumänien nach Deutschland und ist in Porz aufgewachsen. Über das Kreuz sagt er: „Es ist das Kreuz von der Kirche in Kronstadt in Rumänien, in der ich getauft worden bin. Ich habe es Ende der 90er-Jahre tätowieren lassen. Beim Dieter, der der einzige Tätowierer in Köln-Mülheim war, am Wiener Platz – eine Legende.“

Dieter habe sich zu ihm hingesetzt und gefragt: Was willst du denn machen? Ich meinte zu ihm: Ich habe hier ein Kreuz, das würde ich gerne auf der linken Seite haben. Dann hat er so geguckt und gesagt: Wir machen das in der Mitte.“

Der Tätowierer legte sich fest: Das Kreuz kommt in die Mitte

Fortan war Codrin in Kölns Partyszene der Kreuz-Bube. Eine verrückte Anekdote erlebte er mit Schlagerstar und TV-Moderator Giovanni Zarrella.

Der Sänger war vor 20 Jahren nach der Auflösung von Bro’sis aus der schwäbischen Provinz nach Köln gezogen. Er lebte mit Freundin Jana Ina in einer Wohnung am Friesenwall und war mit ihr auf der Terrasse des nicht weit entfernten Stadtgartens, als der wilde Kreuzritter dort auftauchte.

Coco erinnert sich: „Es war nach einer Afterhour-Party im Bazaar in der Mittelstraße. Draußen schien die Sonne, es war ein richtiger Partytag. Ich dachte, so kann ich nicht nach Hause gehen.“

Mit offenem Hemd zog Coco, die Party-Lokomotive, also weiter. Nächster Halt: Stadtgarten. Coco erzählt, was für Giovanni und seine Jana zum Kulturschock wurde: „Ich habe mir in meiner Partylaune einen Riesenkrug Kölsch besorgt. Da waren Leute, die vor leeren Gläsern saßen und wie ich fand ziemlich traurig guckten. Denen habe ich dann eingeschenkt. Es lief auch Musik von irgendwo. Ich wollte die Leute auf Party trimmen und war voll motiviert.“

Sänger Giovanni Zarrella

Copyright: dpa

Sänger und Moderator Giovanni Zarrella hatte vor rund 20 Jahren im Stadtgarten eine ungewöhnliche Begegnung mit dem Kölner Kreuzritter.

Doch wie er da auf die Pauke haute, war nicht allen geheuer. Zarrella, irritiert vom überschwänglichen Solo-Auftritt des Fremden, erzählte dem Chef seines italienischen Stammcafés am Friesenwall von der wilden Begegnung – was für Leute es gibt, Köln sei ja völlig crazy!

Einige Tage später, Giovanni war erneut zu Gast, kam es dann zur Begegnung der besonderen Art, Teil 2 – denn plötzlich spazierte eben jener Coco in den Laden.

Giovanni Zarrella staunte: Da war er wieder, der Typ mit dem Kreuz

Salvatore Trupia, Chef des Lokals, erinnert sich: „Giovanni tippte mich an und sagte: Salva, das ist der Typ! Ich hab mich kaputtgelacht. Ich hab ihm dann gesagt, dass er ein Freund von mir und total in Ordnung ist.“

Gar nicht falsch, dass Zarrella - bis heute übrigens – in Coco ein Sinnbild Kölns sah. Denn der ist ganz verrückt nach der Stadt, er kann eine perfekte Liebeserklärung abgeben. „Ich nenne Köln meine Mutterstadt – denn: als ich hierherkam, hat sie mich aufgenommen wie eine Mutter. Alle haben sich um uns gekümmert. Wie eine Mutter eben.“

Gruppe im Restaurant

Copyright: privat

Einmal im Jahr, zu Weihnachten, kommen Coco (2. von rechts) und die Jugendfreunde zu einer großen Runde zusammen, wie hier im Restaurant „Oscar im Apropos“ im ehemaligen Bazaar.

Aufgewachsen in Porzer Hochhäusern heuerte er im damaligen Hotel Sofitel an der Philharmonie an, wurde Concierge, lernte Hotelkaufmann. „Das war eine von den schönsten Zeiten, die ich erlebt habe – die Lehre, Menschen kennengelernt, Ordnung, Disziplin. Es war in den 90ern. Da hast du noch auf den Etagen Schuhe geputzt und poliert. Was ich damit sagen will: Das war für mich eine komplette Lebensumstellung – von Porz in diese andere Welt.“

Wie als eine Chiffre für wunderbare Jahre schiebt er hinterher: „Kurt Hackenberg-Platz 1, 50667 Köln.“ Die Hotel-Adresse.

Coco und der Dreikönigstag – auch so eine besondere Geschichte

Heute arbeitet Coco in der Securitybranche, wie schon in den frühen Kölner Jahren, als sein Onkel eine Sicherheitsfirma betrieb, der für viele Geschäfte auf Hohe Straße und Schildergasse tätig war, von „Jeans Palast“ über „Görgens“ bis „Kaufhalle“ – „ach, da könnte ich 100 Geschichten erzählen“, sagt Coco und man glaubt es ihm aufs Wort.

Bis heute ist er am liebsten in der City unterwegs und man trifft ihn schon mal bei Café und Kuchen im Fassbender auf der Mittelstraße.

Geboren ist er übrigens an einem 6. Januar, Dreikönigstag. „Das mit Köln kann also gar kein Zufall sein.“, sagt er und lacht.