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Stadtführerin in Köln Jackie (38) über besondere Momente – „hatte Pipi in den Augen vor Freude“

Stadtführerin Jackie Kutz steht an einem Weiher in Köln.

Jackie Kutz, hier am 17. Mai 2022, macht Stadtführungen und Brauhaus-Touren in Köln.

Köln, du bist ein Gefühl! Und das zu vermitteln, ist die Aufgabe von Stadtführerinnen und Stadtführern. EXPRESS.de hat mit einer Stadtführerin gesprochen.

Jackie Kutz (38) ist Stadtführerin aus Leidenschaft. Die gebürtige Potsdamerin, die vor mehr als 15 Jahren nach Köln zog, sieht ihren Job eher als ein Hobby. Als Stadtführerin ist sie etwa dreimal im Monat unterwegs. Hauptberuflich arbeitet sie als Regierungsbeschäftigte im Polizeipräsidium Bonn.

Für k3 macht sie große Stadtführungen und Brauhaus-Touren. Insgesamt arbeitet sie bereits seit sieben Jahren als Stadtführerin – ein Job, der die eine oder andere Überraschung bereithält. Für Jackie der große Vorteil: Sie ist keine gebürtige Kölnerin.

Jackie Kutz ist Stadtführerin aus Leidenschaft

„Als Zugezogene guckt man sich eine Stadt ganz anders an als jemand, der hier groß geworden ist und alles eigentlich seit der Kindheit kennt“, sagt sie. EXPRESS.de hat nachgefragt, welche Erfahrungen ihr als Stadtführerin besonders in Erinnerung geblieben sind.

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Was begeistert Sie an Ihrem Job als Stadtführerin?

Jackie: Ich würde sagen, es ist der Spaß am Umgang mit Menschen jeder Altersklasse. Bei jeder Führung lernt man neue und interessante Leute kennen und ich kann mein Hobby zum Beruf machen.

Gibt es denn auch Herausforderungen?

Jackie: Ja, ich habe bei größeren Gruppen immer etwas Sorge, dass mir keiner verloren geht. Bei einer Brauhaus-Tour im letzten Jahr waren es direkt 15 Leute. Da muss man schon gucken, dass die Gruppe zusammenbleibt, niemand irgendwo zurückbleibt und alle bis ins Ziel kommen. Das sind so meine persönlichen Herausforderungen.

Ist Ihnen denn schonmal jemand verloren gegangen?

Jackie: Also bisher – toi, toi, toi – habe ich immer alle unversehrt ins Ziel bekommen. (lacht)

Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Jackie: Ja, der 20. Mai 2017, als sich der 1. FC Köln für Europa qualifiziert hat. Der FC hat damals 2:0 gegen Mainz gewonnen und nach 25 Jahren den Sprung in die Europa League geschafft. Da hatte ich gerade eine Brauhaus-Tour und kam mit meinen Gästen aus dem Sion Brauhaus.

Draußen waren Bildschirme aufgebaut und die ganze Straße hat nach Abpfiff gejubelt. Ich hatte Pipi in den Augen vor Freude und meine Gäste haben mich gefragt: ‚Warum fängst du denn jetzt an zu weinen?‘ Ich habe gesagt: ‚Weil das so schön ist und der FC es geschafft hat.‘ Da denk ich noch immer dran, wenn ich dort vorbeigehe.

Hatten Sie denn auch mal negative Erlebnisse?

Jackie: Etwas Schlimmes ist mir zum Glück noch nicht passiert. Ich hoffe, das bleibt auch so. Bei meiner ersten Brauhaus-Tour nach fast zweijähriger Corona-Zwangspause hatte ich einen Kegelclub zu Gast und die hatten vorher schon ordentlich vorgeglüht. Die waren schon nicht mehr ganz so aufnahmefähig, aber ein Teil hat es dann doch noch geschafft, bis zum Ende zuzuhören und aufmerksam zu sein. Da dachte ich mir, das war jetzt die Feuertaufe, die ich geschafft habe.

Jackie Kutz macht Stadtführungen und Brauhaus-Touren

Haben Sie besondere Tricks, um die Aufmerksamkeit der Tour-Gäste zu behalten?

Jackie: Wenn ich merke, dass getuschelt wird, dann sage ich schonmal: ‚Pass schön auf! Ich frage das nachher ab, nachher kommt ein Test.‘ (lacht)

Und machen Sie den Test dann auch wirklich?

Jackie: Hin und wieder, ja. Ich frage zum Beispiel, wenn wir am Kölner Dom sind, nach der Hausnummer vom Dom. Einige Gäste wissen sie, aber nicht alle. Und dann am Ende der Tour, wenn wir im Gaffel am Dom ein Kölsch trinken, frage ich nochmal: ‚Und? Wer kennt noch die Hausnummer vom Kölner Dom?‘ Manche wissen sie, andere haben sie schon wieder vergessen. (lacht)

Was ist denn die Hausnummer vom Kölner Dom?

Jackie: Die Nummer vier. Domkloster 4 ist die offizielle Anschrift vom Kölner Dom.

Ist der Kölner Dom eigentlich das Highlight für die meisten Gäste?

Jackie: Ich denke schon. Ob Einheimische, Zugezogene oder Touristen – alle stehen ziemlich beeindruckt davor und gucken.

Machen viele Einheimische bei einer Stadtführung mit?

Jackie: Die meisten sind Kölner und Kölnerinnen, aus dem Umland, oder – wie ich – schon einige Jahre als Imi hier in der Stadt.

Ist Ihnen ein Gast ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Jackie: Eine ältere Dame, die Köln noch aus Kriegszeiten kannte. Sie sagte am Ende der Führung „Nä, wat d‘r Imi uns noch üvver uns Kölle verzällt, wat m‘r noch net jewoß han. Wahnsinn!“ Aber jeder Gast war auf seine eigene Art sehr interessant. Jede Jeck is anders!

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