Müllberg am Rheinufer „Angel”-Aktion in Köln führt zu heftigem Ergebnis

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Die Organisation K.R.A.K.E. hat am Samstag (1. August) zahlreiche Scooter und Fahrräder aus dem Rhein gefischt.

Köln – „Was ist hier denn los?” Das dürften sich viele Passanten am Samstagnachmittag (1. August) in Köln gefragt haben, als sich am Konrad-Adenauer-Ufer plötzlich ein großer schlammiger Müllberg vor ihnen auftürmte.

Rheinufer in Köln: Organisation K.R.A.K.E. fischt 39 Räder und Scooter aus dem Wasser

Ein fragwürdiger Zweirad-Markt aus alten, schrottigen Fahrrädern und E-Scootern? Nein, vielmehr das Ergebnis einer engagierten „Angel”-Aktion, die die „Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit” (K.R.A.K.E.) am Samstag gestartet hatte.

Acht freiwillige Helfer hatten zwei Stunden lang die Bikes und Scooter aus dem Rhein gefischt, 39 davon waren am Ende zusammengekommen. Exemplare, die rücksichtslose Nutzer in den Rhein geworfen haben.

Köln: Niedrigwasser lässt Aktion für Elektroschrott zu

Eigentlich sammelt der gemeinnützige Verein vor allem Plastikmüll am rechtsrheinischen Rheinufer und den Kölner Grünflächen. Das aktuelle Niedrigwasser bot jedoch die Chance an den größeren, sonst verborgenen, Elektroschrott im Flussbett zu gelangen. Unterstützt wurden sie dabei von Jürgen Schütze vom Umweltamt der Stadt Köln, der den Verein bei der Aktion ehrenamtlich in seiner Freizeit unterstützte.

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An langen Seilen wurden die Fahrräder und E-Scooter aus dem Wasser ans Ufer gezogen.

Während er im Neoprenanzug und mit einer Leine gesichert das Flussbett absuchte, zogen die Kraken die gefundenen E-Roller und Fahrräder an langen Seilen hoch ans Ufer. Insgesamt 39 Stück kamen dabei auf einem Uferabschnitt von lediglich 150 Metern zusammen.

Nach Angel-Aktion am Rhein: Kritik an Leihfirmen und Stadt Köln 

Für Christian Stock, Gründer der K.R.A.K.E., war das Ergebnis nicht überraschend. „Damit haben wir schon gerechnet. Wenn wir es nicht machen, macht es sonst halt keiner. Von offizieller Seite fühlt sich da niemand zuständig.“

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Er freue sich aber darüber, dass die giftigen Akkus der Fundstücke aus dem Wasser raus sind und nicht weiter die Umwelt bedrohen. Frei nach dem inoffiziellen Vereinsmotto „Anpacken statt Rumjammern“.

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Trotzdem: Der Frust ist groß. Nicht nur auf die Leihfirmen, die aus Sicht der Helfer wenig investieren, um das Problem in den Griff zu bekommen. Nein, auch die Stadtspitze muss sich Fragen gefallen lassen: „„Sollte es nicht eigentlich mal eine Schutzzone rund um die Gewässer geben?“, fragt Jan Odenthal, zweiter Vorsitzender des Vereins, während er auf die parkenden bunten E-Roller, keine zwei Meter vom Ufer entfernt, zeigt.

Immerhin: Zumindest die beiden Anbieter „Dott” und „Tier” schickten jeweils einen Abgesandten vorbei, um die Aktion zu unterstützen und die eigenen Roller anschließend einzusammeln. Alle anderen werden von der AWB entsorgt. (tw)

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