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„Innenstadt hat sich sehr gewandelt“Nach 30 Jahren – Kölner Kult-Modeladen dicht

An der Eingangstür hängt ein Abschiedsschild. Das Modegeschäft „Prego“ auf der Apostelnstraße in Köln hat geschlossen.

Copyright: Matthias Trzeciak

An der Eingangstür hängt ein Abschiedsschild. Das Modegeschäft „Prego“ auf der Apostelnstraße in Köln hat geschlossen.

Kölns Innenstadt verliert ein weiteres Original. Was Geschäftsführer Anday Ergen dazu sagt.

„Bye, Bye“, steht an der Eingangstür. Nach über 30 Jahren ist Schluss: Das Damenmodegeschäft „Prego“ hat seinen Laden auf der Apostelnstraße in der Kölner Innenstadt geschlossen.

„Über 30 Jahre haben wir dort mit euch eine wunderschöne Zeit gehabt und unendlich viele tolle Menschen kennengelernt“, schreibt das Unternehmen mit Hauptsitz in Aachen auf Instagram.

Die Kölner „Prego“-Filiale ist geschlossen.

Weiter heißt es: „In den letzten Jahren hat sich die Innenstadt jedoch sehr gewandelt und auch wir haben uns als Unternehmen verändert. Daher ist der Schritt notwendig, um uns weiterzuentwickeln und für die Zukunft aufzustellen.“

Im Gespräch mit EXPRESS.de erklärt Geschäftsführer Anday Ergen (40): Es habe zuletzt viele Schließungen und Neueröffnungen im Umkreis gegeben, auch das Klientel habe sich stark geändert. „Es ist halt einfach so, dass viele von unseren Kundinnen nicht mehr so oft und gerne in die Innenstadt kommen.“ Konkrete Probleme mit Obdachlosen oder Drogenabhängigen habe es an seinem Standort aber nicht gegeben, betont Ergen.

Aber nicht nur der Wandel in der Innenstadt sei ein Problem. Ergen verweist auch auf Größe und Mietkosten der Fläche.

Zwei Festangestellte und drei Minijobberinnen waren zuletzt in der Kölner Filiale beschäftigt. Einige werden die „Prego“-Filiale in Aachen unterstützen.

Das „Prego“ auf der Apostelnstraße ist Geschichte.

Copyright: Matthias Trzeciak

Das „Prego“ auf der Apostelnstraße ist Geschichte.

Auf Instagram melden sich unter dem Abschiedspost zahlreiche Stammkundinnen zu Wort. „Nach über 20 Jahren immer noch einer meiner Lieblingsläden“, schreibt eine Nutzerin.

Eine andere erinnert sich: „Gerade heute habe ich ein paar Schuhe geputzt, die ich bei euch vor bestimmt über 30 Jahren gekauft habe.“ Eine Kundin schreibt: „Das ist wirklich ein großer Verlust für Köln, aber bei der Entwicklung der Kölner Innenstadt überaus nachvollziehbar. Danke für die letzten 30 Jahre! Ihr seid immer eine Oase auf der Apostelnstraße gewesen.“

Frust über die Innenstadt-Entwicklung wird ebenfalls deutlich: „Der Niedergang des Einzelhandels setzt sich in Kölns Innenstadt unaufhaltbar fort.“

Das Geschäftslokal ist inzwischen fast komplett geräumt.

Copyright: Matthias Trzeciak

Das Geschäftslokal ist inzwischen fast komplett geräumt.

Trotz der Trauer: Viele Fans hoffen auf ein Comeback – und haben auch schon Ideen, wo: Agnesviertel, Belgisches Viertel, Lindenthal, Braunsfeld, Sülz und die Dürener Straße werden in den Kommentaren besonders häufig genannt.

Genau in diese Richtung denkt offenbar auch die Geschäftsführung selbst. Ergen bestätigt gegenüber EXPRESS.de, dass ein neuer Standort außerhalb der zentralen Innenstadtlage gesucht werde. „Es wurde jetzt schon sehr viel angeboten“, sagt der Geschäftsführer. Einen konkreten neuen Standort gebe es aber noch nicht: „Wir sind jetzt mitten in der Herbstplanung, das ist natürlich auch eine sehr intensive Zeit.“

Ergen betont, dass er sich Zeit lassen wolle: „Ich kann mir das eigentlich in Köln ohne Prego nicht vorstellen. Ich glaube, die Kölnerinnen auch nicht. Aber ich möchte das auch nicht überstürzen.“

Weiterhin betreibt Prego eine Filiale in Aachen sowie einen neuen Standort direkt hinter Aachen auf belgischer Seite, dort mit Outlet und regulärem Laden auf einer Fläche. Vor drei Jahren hatte das Unternehmen bereits seinen Düsseldorfer Standort geschlossen.

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