Was auf der Ehrenstraße begann, ist jetzt ein Keks-Imperium. Zwei Kölner Freunde erobern mit ihren Cookies Deutschland.
Irre Keks-Story aus Köln„Cookie Couture“ ist erfolgreich in ganz Deutschland

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Niklas Schenk (l.) und Kilian Wisskirchen von Cookie Couture
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Erst belächelt, jetzt gefeiert! Als der Laden im Frühjahr 2023 auf der Ehrenstraße öffnete, dachten viele: nur ein kurzer Hype um die bunten Riesenkekse von Cookie Couture. Doch die Freunde Niklas Schenk und Kilian Wisskirchen (beide 31), beide studierte Betriebswirte, haben es allen gezeigt. Die Idee kam Niklas im USA-Urlaub. „Meine heutige Frau hat mich dort in einen Cookie-Laden gezerrt. Ich war eigentlich gar kein Keks-Fan. Aber diese Cookies schmeckten anders als die trockenen, langweiligen Kekse, die wir in Deutschland gewohnt sind.“
Kölner Keks-Imperium wächst in ganz Deutschland
Das große Vorbild: die US-Kette „Crumbl“, ein Milliarden-Unternehmen mit Fans wie den Kardashians. Von solchen Summen können die beiden Kölner nur träumen. Aber ihr Erfolg ist schon jetzt riesig! Gut drei Jahre nach dem Start auf der Ehrenstraße gibt es 20 Filialen in ganz Deutschland. In Köln kam die Schildergasse dazu. Allein in München gibt es Cookie Couture gleich dreimal, in Hamburg zweimal. Und weitere Läden, auch in Bahnhöfen, sind schon geplant.

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Fotogene Kekse mit opulenten Toppings
In diesem Jahr soll es rund zehn Neueröffnungen geben. Die beiden sagen, sie gehören in Europa schon zu den größten Cookie-Spezialisten. Genaue Umsatzzahlen? Verraten sie nicht. Aber Kilian Wisskirchen lässt durchblicken: „An guten Tagen verkaufen wir an einem einzelnen Standort über 1000 Cookies, über alle Filialen hinweg kommen im Monat mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden zu uns“.
Der Erfolg ruft viele Interessenten auf den Plan. „Wir haben in den drei Jahren rund 2500 Franchise-Anfragen bekommen“, sagt Wisskirchen. „Aber bevor wir überhaupt weitere Shops aufgemacht haben, haben wir erstmal unser Konzept optimiert, damit es sich gut multiplizieren lässt. Wir waren am Anfang sehr zögerlich. Das hat uns sehr gutgetan, weil wir viel Wissen aufbauen konnten. Wir sind erst in den letzten eineinhalb Jahren so stark gewachsen.“
Das Geheimrezept: Weniger süß als das US-Vorbild
Am Anfang wurde viel experimentiert, bis der Teig saß. Die US-Rezepte dienten als Vorlage, wurden aber angepasst. Außen muss der Keks knusprig sein, innen cremig-saftig bleiben. „Fudgy“, wie die Amerikaner sagen. Die deutschen Versionen sind aber bewusst 30 Gramm leichter als die 150-Gramm-Brocken in den USA und auch nicht ganz so süß.
Zu Beginn gab es Kaffee zu den Keksen. Das passte aber gar nicht zur Zielgruppe. „Die ist weiblich, Gen Z, zwischen 13 und 25 Jahre alt. Aber auch Ältere trauen sich langsam rein, oft werden Eltern mitgebracht“, sagt Niklas Schenk und lacht. Der Kaffee flog also raus und wurde durch trendigen Matcha ersetzt. Und statt einer nüchternen Einrichtung gibt es jetzt viel Alt-Rosa und eine schicke Präsentationstheke.

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Mutter Svitlana und Tochter Sofia (13) aus Gummersbach machen ein Selfie mit Kekse und Matcha vor dem Spiegel im Laden.
Denn die Optik ist alles: Der Raspberry White Chocolate (6,40 Euro) mit Himbeeren, der Dubai Choc mit einem Hauch Blattgold (6,90 Euro) oder der Strawberry Cake (5,90 Euro) sollen nicht nur schmecken, sondern vor allem auf Instagram und Tiktok gut aussehen. Im Laden an der Schildergasse hängt extra ein Spiegel, vor dem sich die Käuferinnen mit ihren Schätzen fotografieren können. Bei rund sechs Euro pro Keks ist das für 13-Jährige schließlich auch eine Ansage.
Erfolgsfaktor Social Media: Tausende Fans auf Instagram & TikTok
Social Media ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Kilian Wisskirchen kümmert sich mit einem Team von fünf Leuten um den Online-Auftritt. „Wir haben mehr als 12.000 Follower auf Tiktok und 37.000 auf Instagram.“ Währenddessen arbeitet Niklas Schenk mit zwei Leuten an der Produktentwicklung und holt sich immer wieder Feedback von den Kundinnen und Kunden: Was schmeckt, was fehlt noch?
Nur die beiden Kölner Stores und die Filiale in Düsseldorf führen die Gründer selbst, die anderen sind an Franchise-Nehmer vergeben. In der Zentrale in Ehrenfeld arbeiten 20 Mitarbeiter. Der Keks-Teig wird in einer Bäckerei bei Düsseldorf hergestellt und an die Läden geliefert, wo er frisch gebacken wird. Für die Toppings gibt es genaue Anweisungen, damit es überall gleich schmeckt. Als Franchise sei Cookie Couture „einfacher von den Prozessen“ als eine Fast-Food-Filiale, so Wisskirchen.
Aber gibt es nicht auch beim normalen Konditor fotogene Törtchen? Was ist der Unterschied? „Hier geht es auch um den Moment, um das Treffen mit Freunden, das gemeinsame Erleben und das Drumherum“, erklärt Niklas Schenk. Zu diesem Drumherum gehörte kürzlich auch eine Kooperation mit den „dm“-Märkten. In Tausenden Filialen gab es rosa Aufsteller mit Lipgloss, Parfüm und Lidschatten passend zu den Cookies – das „Co-Branding“ sei ein voller Erfolg gewesen.
Die Filiale auf der Schildergasse ist an diesem Nachmittag proppenvoll. Eine Gruppe Mädchen spricht Schenk und Wisskirchen ein bisschen ehrfürchtig an: „Seid ihr die Geschäftsführer? Das ist so ein cooler Laden.“ Und ein Mutter-Tochter-Gespann aus Gummersbach fotografiert sich vor dem Spiegel, als wollten sie beweisen: „Wir waren hier.“ (red)

