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Kölner Dom HotelEröffnung wieder verschoben – erste Partys schon geplatzt

Das Dom-Hotel, aufgenommen am Freitag.

Copyright: Costa Belibasakis

Das Dom-Hotel, aufgenommen am Freitag (18. September).

Nächste Hiobsbotschaft beim Dom-Hotel: Die Eröffnung verschiebt sich erneut auf 2027, erste Partys sind schon geplatzt.

Die Edel-Herberge am Kölner Wahrzeichen ist seit 2013 eine Dauerbaustelle. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Für viele hat das jetzt bittere Konsequenzen.

Es ist die nächste Hiobsbotschaft rund um das Kölner Prestige-Projekt. Die Eröffnung des Dom-Hotels verschiebt sich wieder einmal. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das trifft viele Menschen in der Stadt hart. Zahlreiche Kölner hatten bereits Räume für ihre Feiern in der ersten Hälfte des Jahres reserviert. Doch der Traum von der großen Sause im neuen Luxus-Hotel am Roncalliplatz ist geplatzt – die Stornierungen sind raus.

Hotel-Betreiber Althoff leidet mit den Kölnern

Die Eigentümerin, die Bayerische Versorgungskammer (BVK), hat die erneute Verschiebung nun offiziell gemacht. Ein Sprecher teilte mit, dass die technischen Abnahmen, beispielsweise für den Brandschutz oder die Heizungsanlagen, bis zum 29. Januar beendet sein sollen. Damit ist die Katze aus dem Sack: Vor 2027 wird das Hotel seine Türen nicht öffnen. Was lange gemunkelt wurde, ist jetzt traurige Realität.

Vom zukünftigen Betreiber, der Althoff-Gruppe, gibt es keine genauen Zeitangaben. Doch der Gründer und Aufsichtsratschef Thomas Althoff findet klare Worte und zeigt Mitgefühl: „Wir bedauern die erneute Verschiebung sehr. Wir leiden unter den Verzögerungen selbst am meisten – gerade, weil wir wissen, wie groß das Interesse der Kölnerinnen und Kölner am Dom-Hotel ist.“

Wann genau die Pforten des Hauses mit seinen etwa 130 Zimmern im Laufe des Jahres 2027 aufgehen, steht in den Sternen. Laut einem Sprecher der BVK muss der Hotelbetreiber nach den offiziellen Abnahmen erst noch finale Arbeiten erledigen.

Nach vorliegenden Informationen müssen wohl an die 400 Revisionsklappen ersetzt werden, da sie kaputt sind. Diese Klappen sind wichtig für den Zugang zu Leitungen. Zudem sollen in verschiedenen Zimmern auch noch rund 80 Duschwannen erneuert werden müssen.

Der Sprecher der BVK wollte diese spezifischen Baumängel nicht bestätigen, gab aber zu: „Es ist richtig, dass noch einige Mängel beseitigt werden müssen. Das ist in diesem Stadium der Bauphase jedoch nichts Ungewöhnliches. Auf den beschriebenen Zeitablauf werden sich diese Arbeiten jedoch nicht auswirken.“

Anschließend beginnt die Testphase für den Betrieb. Dieser Prozess kann sich über Wochen oder sogar Monate erstrecken. Früher sprach man von einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Sollte das zutreffen, könnte das Hotel sogar erst in der zweiten Hälfte von 2027 an den Start gehen.

Das ist besonders bitter, denn die BVK hatte den Hotelbereich schon vor über einem Jahr an Althoff übergeben, damit die Zimmer eingerichtet werden konnten. Die Mitarbeiter von Althoff waren bereits vor Ort und die Einrichtung vieler Räume war schon fast fertig. Ein Jahr danach: immer noch keine Eröffnung. Immerhin sind die meisten Bauzäune verschwunden und im Erdgeschoss haben die ersten Läden aufgemacht.

Eine endlose Geschichte der geplatzten Termine

Im Geschäftsbericht für 2023 nannte die BVK noch den März 2025 als Datum für den Start. Das bedeutet, die Eröffnung wird sich um mehr als zwei Jahre im Vergleich zu dieser Planung verzögern.

Aber das war nicht die erste Verschiebung. Die BVK hatte den Fertigstellungstermin schon oft nach hinten korrigiert, einmal war sogar die Jahreswende 2022/2023 im Gespräch. Gemessen an diesem Ziel, wird das Hotel satte vier Jahre später fertig. Die Begründung aus dem Hause BVK lautete stets gleich: Das Bauprojekt sei einfach zu kompliziert.

Im neuesten Jahresbericht für 2025 vermeidet die BVK nun jede konkrete Zeitangabe. Man liest dort nur noch, das Dom-Hotel solle „nach Fertigstellung eine dem Platz entsprechend repräsentative Immobilie“ werden. Über die Kosten des ganzen Debakels schweigt sich die BVK weiterhin aus.

Die Pforten des Hotels schlossen sich bereits 2013. Eigentlich war nur eine Sanierung bei laufendem Geschäft geplant. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Bausubstanz viel maroder war als angenommen. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und anschließend mit Schuttmaterial wieder hochgezogen.

Experte schlug Alarm: „Lebensgefahr“ auf der Baustelle

Nach der Schließung im Jahr 2013 wurde das Ganze zu einem riesigen Problem. Der damalige Projektsteuerer Turadj Zarinfar fand 2017 auf der Baustelle dramatische Worte und sprach von „einer lebensgefährlichen Situation“. Er sagte knallhart: „Wenn man das Ausmaß gekannt hätte, dann hätten hier sicher keine Gäste mehr übernachten dürfen.“

Thomas Althoff von der Althoff-Gruppe im Oktober 2024 auf der Baustelle.

Copyright: Martina Goyert

Thomas Althoff von der Althoff-Gruppe im Oktober 2024 auf der Baustelle.

Anstelle der ursprünglich angedachten Sanierung riss die BVK am Ende alles ab – nur die denkmalgeschützte Fassade und das Treppenhaus blieben stehen. Dahinter wurde ein komplett neues Gebäude errichtet. Die historische Fassade musste dafür aufwendig gestützt und dann mit dem Neubau verankert werden.

Daniel Just, der damalige BVK-Vorsitzende, rechtfertigte diesen radikalen Schritt im Jahr 2017. Über eine reine Sanierung meinte er: „Es müsste ständig nachgebessert werden, und dann hätten wir hier am Roncalliplatz eine Dauerbaustelle.“ Das sei nicht zumutbar. Neun Jahre danach ist das Dom-Hotel immer noch nicht fertig – eine bittere Ironie.

Falls das Hotel tatsächlich im kommenden Jahr seine Türen öffnet, hat die Realisierung dieses Mammutprojekts 14 Jahre in Anspruch genommen. Das ist exakt die gleiche Zeit, die für die Instandsetzung der Kölner Bühnen am Offenbachplatz aufgewendet wurde. Zum Vergleich: Das Römisch-Germanische Museum direkt gegenüber soll nach seiner Modernisierung planmäßig 2030 wiedereröffnen – nach dann zwölf Jahren Bauzeit. (red)

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