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In TV-DokuStar-Autor entlockt Dombaumeister Geheimnis über Gotteshaus

Wladimir Kaminer in der traditionellen Kleidung der Kölner Kirchenschweizer.

Copyright: ZDF und Nadja Kölling

„Na, das ist doch...“ Genau, Bestsellerautor und Entertainer Wladimir Kaminer im Talar eines Domschweizers.

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Das Eintrittsgeld für die Kölner Kathedrale hat für Aufsehen gesorgt. Bestsellerautor Wladimir Kaminer hat dazu einen „frommen“ Vorschlag gemacht.

Wer sich nachts mit Domkapitular Dominik Meiering auf dem Boden der Kölner Kathedrale betten darf, muss schon etwas Besonderes sein. Bestsellerautor Wladimir Kaminer (59) hat für seine Doku-Reihe „Kaminer Inside“ (8. August auf 3sat, jetzt schon im Stream zu sehen) den Kölner Dom gerockt – und ist fasziniert, wie das berühmte Bauwerk zwischen Geschichte, Glauben und täglicher Arbeit lebendig erhalten wird. Und als „Domschweizer auf Zeit“ kam ihm auch eine Idee, wie man das leidige Thema Eintritt geschickt lösen könnte ...

Als er zum ersten Mal vor 30 Jahren nach Köln gekommen sei, habe er das Baugerüst gesehen und gedacht: „Dann sind sie ja bald fertig. Inzwischen weiß ich, dass dieses Bauwerk für die Ewigkeit bestimmt ist“, schmunzelt Kaminer und ließ sich von Dombaumeister Peter Füssenich bei der Fahrt mit dem Lastenaufzug aufklären: „Einmal rum sind 200 Jahre. So wandern unsere Gerüste quasi um den Dom.“

Wladimir Kaminers besonderer Rundgang durch den Dom

Kaminer entlockte dem Baumeister zudem ein rekordverdächtiges Geheimnis. Bekanntermaßen hatte man ja bei dem Bau des Ulmer Münster (161,53 Meter) frecherweise gut vier Meter draufgesetzt, um höher als der Dom (157,38 Meter) zu sein. Aber da vor einigen Jahren die Treppenbesteigung nach außen verlegt wurde, habe der Kölner Dom, wenn man vom Erdkern her rechne, jetzt zumindest mehr Treppen als das Ulmer Münster. Na also, wenigstens ein kleiner Rekord! Domarchäologin Ruth Stinnesbeck führte Kaminer hinab in die Grabungen unter der Kathedrale, nachts traf er auch Winfried Bönig an der Domorgel, für den das die beste Zeit zum Üben sei – und sinnierte mit Ex-„Höhner“-Sänger Henning Krautmacher über den Dom als „Einladung zum ewigen Leben und ewigen Bauen“.

Aber Kaminer wäre nicht Kaminer, wenn er dem hochheiligen Thema nicht einige kuriose Facetten abgewinnen könnte. So schlüpfte der Exilrusse, der im Jahr 2000 mit „Russendisco“ seinen Grundstein für die Karriere als Autor und Entertainer in Deutschland legte, natürlich auch in den Talar eines Domschweizers und fragte Domschweizer Cay Schloemer direkt: „Was war das Verrückteste, was du hier erlebt hast?“ Schloemer: „Ich sage mal, als Domschweizer ist man auch so ein halber Seelsorger. Wir haben hier Leute, die wollen vom Teufel befreit werden.“ Und dann? Man verweise erst mal auf ein Seelsorgeespräch bei einem Priester. Und gegebenenfalls müsse sich wohl ein Exorzist darum kümmern – oder eventuell nur der Hausarzt, lacht Schloemer.

Wladimir Kaminer mit Domkapitular Dominik Meiering im Kölner Dom

Copyright: ZDF und Nadja Kölling

Ungewöhnliche Perspektive: Wladimir Kaminer (rechts) mit Domkapitular Dominik Meiering im Innenraum des Kölner Doms auf dem Boden.

Kaminer, der jüdische Wurzeln hat und in einer sozialistisch und atheistisch geprägten Familie groß wurde, war nach dem Dreh jedenfallsvöllig begeistert: „Ich bin erleuchtet. Also, wer da nicht anfängt fromm zu werden, der ist selbst schuld. Ich glaube, ich kann jetzt Wasser in Wein verwandeln.“

Okay, und wie steht er zum Thema Eintritt nach seiner intensiven Dom-Sause? Schwieriges Thema! „Als Domschweizer verkleidet stand ich ja einige Zeit vorm Dom und habe die Erfahrung gemacht, dass Touristen aus fernen Ländern auch mehr bereit sind, als zwölf Euro zu zahlen. Ich denke, eigentlich muss man mit dem Preis flexibel umgehen“, sagt er im Gespräch mit dem EXPRESS. „Das Hauptproblem ist ja, dass da auch tatsächlich gläubige Menschen rein wollen, die zum Beispiel zur Beichte kommen oder an einer Messe teilnehmen wollen.“ Aber wie trennt man die Gläubigen von den Ungläubigen am Eingang bloß ohne großes Tara? Seine kuriose Idee: „Diejenigen, die das ‚Vater unser‘ ohne sich zu verhaspeln aufsagen können, gehen umsonst rein – alle anderen zahlen.“

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