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Schießerei auf dem Kölnberg Ex-Hells-Angels-Boss soll sieben Jahre in Haft

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Serkan A. (33) zwischen seinen Anwälten. Er gestand, Boss des Kölner Hells Angels-Charters „C-Town“ gewesen zu sein.

Köln – Eine kriminelle Vereinigung mit hohem Aggressionspotenzial habe er angeführt, die öffentliche Sicherheit erheblich beeinträchtigt. Nach den Schüssen am Kölnberg soll Serkan A. (33), ehemaliger Boss des Kölner Hells Angel-Charters „C-Town“, für sieben Jahre ins Gefängnis.

Das forderte die Staatsanwaltschaft im großen Rocker-Prozess vorm Kölner Landgericht.

Positiv angerechnet wurde dem Hauptangeklagten ein Geständnis, das er über seine Verteidiger Martin Bücher und Carsten Rubarth abgelegt hatte.

Serkan A. hatte eingeräumt, den Charter der Hells Angels mitbegründet, zunächst als Vizepräsident und später als Anführer der Gruppierung fungiert zu haben. Finanziert werden sollte der Verein mit Drogengeschäften. 

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Angeklagter gesteht, an Schießerei beteiligt gewesen zu sein

„C-Town“ habe das Gebiet von der Südstadt bis zum Kölnberg für sich beanspruchen wollen. A. räumte ebenfalls ein, an der Schießerei vor einem Kiosk in Meschenich beteiligt gewesen zu sein. Der Fall stand im Mittelpunkt des Verfahrens mit bereits mehr als 40 Verhandlungstagen.

Hintergrund sei eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen gewesen. Die „Zigeuner“ hätten sich mit den „Rockern“ um die Vormachtstellung bei Drogengeschäften am Kölnberg gestritten, beide hätten Verkaufswohnungen betrieben und lukrative Geschäfte gemacht. 

Serkan A

Serkan A. (33, Mitte) mit seinen Verteidigern Carsten Rubarth und Martin Bücher (r.) im Kölner Landgericht.

Die Kioskbesitzer, die in die Drogengeschäfte involviert gewesen sein sollen, hatten sich in den Augen der Hells Angels nicht genug von den „Zigeunern“ distanziert, sollten daher eine Abreibung bekommen.

Sie wurden bei einer Schussabgabe seitens der Rocker im Juni 2015 schwer verletzt, verweigerten nach einer Aussprache in der Türkei beim Prozess aber die Aussage.

Lob von der Staatsanwältin

Serkan A. hatte ausgesagt, dass niemand getötet werden sollte. Auch stritt er ab, der Schütze gewesen zu sein. Diese Aussagen seien nicht zu widerlegen, so die Staatsanwältin, zumal auch ein Überwachungsvideo keinen Aufschluss darüber gab, wer wirklich geschossen hat.

Das geforderte Strafmaß von sieben Jahren Haft ergebe sich aus den Delikten der Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberischen Erpressung und gefährlichen Körperverletzung. „Durch das Geständnis hat er sich von den Hells Angels distanziert und mögliche Repressalien in Kauf genommen“, lobte die Staatsanwältin.

Fünf Mitangeklagte, ebenfalls ehemalige Mitglieder der Hells Angels, sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe bekommen. Ein Urteil soll am kommenden Dienstag gesprochen werden.

(exfo)

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