Corona aktuell War es doch der 11.11.? Köln bei Inzidenz jetzt trauriger Spitzenreiter

Kein Impfstoff, kein Karneval? Kölner Saal-Chefs sehen für die Session 2021 schwarz

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Kein Sitzungs-Karneval im Sartory? Corona lässt das immer wahrscheinlicher werden.

Köln  – Kann der Karneval in Köln und im Umland in der kommenden Session stattfinden? Diese Frage beschäftigt Vereine, Künstler, Jecke und die Saalbetreiber und auch die Gastronomie zunehmend.

Nach der klaren Absage von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach an den jecken Frohsinn („Kein Impfstoff, kein Feiern“) ist die Verunsicherung bei den Saalbetreibern groß. Ausgerechnet unter dem Motto „Nur zesamme sin mer Fastelovend” soll gefeiert werden. Aber das „Zusammen” ist das Problem.

Sartory steht ohne Karneval wohl vor dem Aus

„Wir beschäftigen uns derzeit mit vielen verschiedenen Szenarien“, erklärt Marcus Sartory von den ehrwürdigen Sartory-Sälen in der Friesenstraße. „Grundsätzlich ist eine Sitzung mit zwei Metern Abstand bei uns natürlich möglich.“ Er sagt aber auch klipp und klar: „Ob das dann auch der Karneval sein wird, den wir lieben, bezweifle ich sehr.“

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Marcus Sartory

Marcus Sartory macht unmissverständlich klar: „Sollte der Karneval ausfallen, müssen wir in unserem Haus über Plan B nachdenken.“ Bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Kölner Tradition dann seine Pforten schließen müsste. Sartory: „Wir leben von Veranstaltungen, wo Menschen sich treffen und austauschen. Das ist elementarer Bestandteil unseres Geschäfts.“ Falle das Karnevalsgeschäft weg weg, müsse man sich Gedanken machen.

Sartory Köln: Sitzungen könnten gehen

Sartory rechnet aber auch vor: „Derzeit geht es uns gut. Das würde sich dann aber ändern.“ Da aber auch die Ganzjahresveranstaltungen wegfallen oder Veranstalter aufgrund der ungewissen Zukunft sich nicht trauen, den Sartory zu buchen, wird es noch einmal enger.

Hier lesen Sie mehr: SPD-Gesundheitsexperte erteilt Karneval eine klare Absage

Ein wenig anders sieht es da für die städtische Gesellschaft Kölnkongress aus. Chef Bernhard Conin, der beispielsweise Herr über den Kölner Gürzenich oder den Kristallsaal ist, hegt aber genau so große Skepsis, dass der Saalkarneval durchgeführt werden kann. „Wir könnten von den bisher 1300 Plätzen sicher halbieren. Aber dann kommt noch einmal das Problem, dass man sich gegenüber sitzt“, sagt er nachdenklich.

Köln: Auch Gürzenich-Chef Conin skeptisch

„Ich kann mir ganz ehrlich nicht vorstellen, dass das funktioniert.“ Neben der Stimmung, die dann nicht aufkommen würde, sieht er noch ein Problem. „Wir wissen doch alle, wie man sich verhält, wenn man mal ein paar Kölsch getrunken hat. Dann rückt alles zusammen und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.“

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Bernhard Conin

Conin sagt: „Wir würden von Herzen gerne Karneval feiern. Aber die Pandemie ist dann ja immer noch da.“ Natürlich könne man als städtischer Betreiber den Vereinen, die die Säle buchen, entgegenkommen. „Aber da ist die Frage, ob sich die Hälfte an Leuten auch lohnt. Das Programm kostet ja auch etwas.“

Köln: Karneval enormer Wirtschaftsfaktor

Nach den deutlichen Aussagen von Professor Karl Lauterbach haben sich jetzt auch Stimmen breit gemacht, die den Karneval als „Nebensache“ sehen. Dabei sollte man den enormen Wirtschaftsfaktor und die karitative Seite nicht verachten: Jährlich setzt der Kölner Karneval nach einer Studie rund 800 Millionen Euro um, und mehrere 100.000 Euro werden an karitative Einrichtungen gespendet. Insbesondere der Kölner Karneval ist nicht nur Schunkeln, sondern ein enormer gesellschaftlicher Faktor.

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