„Die Grünen haben den Schuss nicht gehört“ Ärger um Kölns ersten Fleischautomaten

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Kölns erster Fleischautomat in Sülz muss vorerst weichen. Betreiber Dr. Tim Schäfer ärgert sich über Bündnis 90/Die Grünen, die den Stein ins Rollen gebracht haben. 

Köln – Was in anderen Städten reibungslos klappt, ist in Köln ein Problem.

Kölns erster Fleischautomat stand in Sülz, nun ist er verschwunden. Dafür gibt es laut Betreiber Dr. Tim Schäfer zwei Gründe. Eine kritische Anfrage der Grünen und ein klares Verbot der Stadt Köln.

Köln: Fleischautomat muss weichen – Betreiber hofft auf Lösung

Was war passiert: In Köln sorgte der erste Fleischautomat auf dem Auerbachplatz in Sülz schon in den ersten Tagen vor allem in den Sozialen Netzwerken für angeheizte Diskussionen. Und nicht nur dort. Auch die Grünen meldeten sich bei der Stadt.

Woraufhin das Ordnungsamt den Fleischautomaten wahrscheinlich etwas genauer unter die Lupe genommen hat.

Stadt: Warenautomaten wie Fleischautomat in Sülz nicht erlaubt

„Nach der Bewertung der Lebensmittelüberwachung erfüllte der Automat die Anforderungen des Lebensmittelrechts. Eine ordnungsbehördliche Genehmigung konnte aber nicht erteilt werden, da die Stadt generell keine Warenautomaten erlaubt. Laut Sondernutzungssatzung der Stadt Köln sind lediglich Warenautomaten, die bis zu 20 Zentimeter in den öffentlichen Raum hineinragen, erlaubnisfrei. Dies sind in der Regel Getränkeautomaten, die zum Teil auf Privatgelände stehen, Kartenständer oder ähnliches“, erklärt Stadtsprecher Robert Baumanns auf EXPRESS-Anfrage.

Dr. Tim Schäfer verärgert über Bündnis 90/Die Grünen

Betreiber Dr. Schäfer kann das nachvollziehen und betont: „Mit der Stadt Köln bin ich im konstruktiven Austausch, doch über die Grünen habe ich mich geärgert. Die haben den Schuss nicht gehört. Die Grünen hätten mit mir sprechen oder wenigstens eine E-Mail schreiben können. Die geben sich immer locker und tolerant, warum konnten sie nicht offen mit mir sprechen? Ich bin doch kein Fleischbaron“, so Schäfer verärgert.

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Der Stellplatz auf dem Auerbachplatz in Sülz bleibt vorerst leer.

Dabei ging es den Grünen gar nicht um das Fleisch aus dem Automaten.

Bei dem Fleisch handelt es sich nicht etwa um Billigware aus Massentierhaltung, sondern um Qualitätsfleisch aus Deutschland.

Roland Schüler von der Bezirksvertretung Lindenthal (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt den Hintergrund der Anfrage gegenüber EXPRESS.

Die Grünen stellen Anfrage: Ladenschlussgesetz unterlaufen?

„Die Anfrage, die wir gestellt haben, bezog sich darauf, dass ein 24-Stunden-Verkaufsautomat das Ladenschlussgesetz des Einzelhandels unterläuft. Wir wollen ja den Einzelhandel schützen. Wir hatten gar nicht auf dem Schirm, dass der Automat so von der Stadt nicht genehmigt wurde. Damit hatten wir nichts zu tun“, erklärt Roland Schüler.

„Herr Schäfer hätte mit uns in Kontakt treten können“

Auf die Frage hin, warum die Grünen sich vor ihrer Anfrage nicht an den Fleischautomaten-Betreiber persönlich gerichtet haben, erklärt Schüler: „Herr Schäfer hätte mit uns in Kontakt treten können, bevor er den Automaten aufstellt.“

So oder so. Vom Auerbachplatz verjagt hätten die Grünen ihn mit ihrer Anfrage sowieso nicht, erklärt Dr. Schäfer. Vielmehr erlaube die Stadt Köln Warenautomaten wie seinen aktuell nicht.

Betreiber weiterhin offen für Lösungen 

Dr. Tim Schäfer ist offen für Lösungen. Dazu ist er gerade mit dem Kiosk-Betreiber auf dem Auerbachplatz im Austausch.

Schäfer glaubt weiterhin an sein Automaten-Konzept.

„Das ist die Zukunft. Es muss auch nicht nur Fleisch sein, aber das Konzept des Mini-Supermarktes als Automat, das ist super. Ich hätte auch Tofu angeboten, wenn jemand auf mich zugekommen wäre“, erklärt er.

„Auch sonst, kann sich jeder bei mir melden“, betont Schäfer.

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