Cybermobbing Pavlo (26) hat traurige Vergangenheit – jetzt will er Kölnern helfen

Cybermobbing

Cybermobbing kann gerade junge Menschen in ihren Entscheidungen stark verunsichern. Das Symbolbild zeigt einen Jungen am 13. Juni 2015 vor seinem Laptop in Leichlingen.

Köln – Cybermobbing gehört für viele Schüler mittlerweile zum traurigen Alltag. Insbesondere Menschen aus der LGBTQ-Szene (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und anders Fühlende) werden im Internet oft fies beleidigt und diskriminiert.

Das möchte Pavlo Hrosul (26), Vorstandsmitglied und Projektleiter von Liebe wen du willst e.V., ändern.

Pavlo Hrosul

Pavlo Hrosul vom Verein Liebe wen du willst e.V., klärt Kölner Schüler über Cybermobbing gegen Menschen aus der LGBTQ-Community auf.

Der Verein setzt sich deutschlandweit gegen Cybermobbing ein und bietet Workshops mit Schülern an, in denen über das Thema aufgeklärt werden soll.

Köln: Schüler sollen über Cybermobbing aufgeklärt werden

Unter dem Titel „Digital Queer Education” soll jetzt an Schulen in Köln und Bonn Präventivarbeit, mit dem Fokus auf LGBTQ, geleistet werden.

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„Es gibt in NRW viele Beratungsstellen, die sich an Opfer von Cybermobbing oder Hass gegen Menschen aus der LGBTQ-Bewegung richtet. Die Verbindung der beiden Themen wird aber verhältnismäßig wenig aufgegriffen”, erklärt Hrosul.

Ein neuer Schüler-Workshop soll jetzt helfen, den Fokus auf das Thema zu lenken und die Jugendlichen zu sensibilisieren.

LGBTQ-Community von Cybermobbing stark betroffen

Denn Mobbing ist nicht gleich Mobbing. Menschen, die nicht nach gesellschaftlichen Stereotypen lieben und leben, werden oft mit einer ganz anderen Intensität gemobbt als ihre Mitschüler. Die Anfeindungen richten sich nicht etwa gegen Äußerlichkeiten wie Größe, Gewicht oder Herkunft, sondern gegen die Gefühlswelt der Betroffenen.

Jugendliche seien besonders anfällig im Alter von 13 Jahren, erzählt Hrosul. In dieser Zeit durchlebten viele eine Identifikationsphase, in der sie selbst noch nicht genau wissen, wer sie sein wollen und wen sie lieben möchten.

Ein ungewolltes Outing durch einen Mitschüler kann viele Entscheidungen auf den Kopf stellen und zu noch größerer Verunsicherung führen.

Köln: Cybermobbing-Workshops müssen wegen Corona vorerst ausfallen

Pavlo weiß, wovon er spricht, er wurde früher selbst stark gemobbt und möchte heute anderen helfen. „Die Lehrer sind oft überfragt und wissen nicht, wie sie mit dem Thema umgehen sollen”, erzählt Hrosul.

Schulen können sich per Mail an den Verein wenden und für die Workshops anmelden. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wurden die Veranstaltungen vorerst bis Ende des Jahres abgesagt. (sj)

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