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Kölner Rapper Dr. Knarf Nach Explosion in Drogenlabor: Kommt es jemals zum Prozess?

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Dr. Knarf alias Niko B. wurde bei der Explosion lebensgefährlich verletzt und lag monatelang im Koma. 

Köln – Seine Überlebenschancen tendierten gen Null. Dennoch schaffte der Kölner Rapper „Dr. Knarf“ alias Niko B. (33) das Unmögliche – er überlebte die Explosion seines Tonstudios, in dem er Drogen herstellen wollte. Seitdem wartet die Kölner Staatsanwaltschaft auf ein ausstehendes Gutachten, das sogar dazu führen könnte, dass B. keine rechtliche Strafe zu befürchten hätte.

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Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei war in der Februarnacht nach der Explosion vor Ort. Dr. Knarf und einer seiner Kumpel wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Über 15 Monate ist es her, dass ein Explosion die Kölner Innenstadt erschüttert hat. Am Abend des 6. Februars 2017 flog das Tonstudio des Kölner Rappers „Dr. Knarf“ alias Niko B. (33) in die Luft. Bei der Herstellung von Drogen – einem hochkonzentrierten Cannabisextrakt – waren Flaschen mit einem Butangas-Gemisch explodiert. Dr. Knarf und ein anwesender Kumpel (36) wurden schwerst verletzt aus dem Souterrain in den Innenhof geschleudert (hier mehr über den Fall lesen).

Hände völlig verbrannt

Ein Nachbar schilderte uns, wie er Niko B. panisch, brennend und ohne Hände über die Straße laufen sah. Eine Fehlinformation, wie sich später herausstellte. Denn die Hände waren nicht weggerissen, sondern so schwer verbrannt worden, dass sie kaum noch zu erkennen waren.

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Der Innenhof vor den Fenstern des Souterrain-Tonstudios glich einem Trümmerfeld.

Da der Rest seines Körpers ebenfalls großflächige Verbrennungen erlitten hatte, grenzt es an ein Wunder, dass Dr. Knarf noch lebt. Allerdings wird er nach EXPRESS-Informationen für den Rest seines Lebens beeinträchtigt und auf fremde Hilfe angewiesen sein.

HIER lesen: Schwer gezeichnet und im Rollstuhl – Kölner Rapper Dr. Knarf meldet sich mit Schock-Video zurück 

Wo bleibt das Gutachten?

Die gravierenden gesundheitlichen Folgen und ein noch ausstehendes Gutachten des Landeskriminalamtes könnten dafür sorgen, dass Niko B. keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten hat.

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Polizisten inspizierten die herausgesprengte Studiotür und stellten noch eine weitere Kiste mit Chemikalien sicher.

Seit Monaten wartet die Kölner Staatsanwaltschaft auf das Gutachten, aus dem hervorgehen soll, ob es sich um die Herstellung von Drogen in nicht geringer Menge oder nur für den Eigenbedarf handelte. „Dafür müssen alle gefundenen Substanzen exakt analysiert, bestimmt und ihre Konzentration ermittelt werden. Davon wird abhängig sein, ob weiter ermittelt wird und wie hoch das Strafmaß ausfallen könnte“, sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Bremer. 

Wird von Strafe abgesehen?

 Derzeit läuft das Verfahren noch wegen „Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion“, sowie „Herstellung und Vertrieb von Betäubungsmitteln“ gegen B. und seinen Kumpel. Wenn das Gutachten – was Konzentration und Menge der hergestellten Stoffe angeht – aber zugunsten von Dr. Knarf ausfällt und eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr drohen würde, könnte ein Richter laut Gesetz von einer Strafe absehen. 

So heißt es: „Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre.“

(exfo)