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In Köln erwischtMann schluckte 75 Drogenpakete – Lebensgefahr!

Diese Röntgenaufnahme zeigt die Bodypacks im Körper des Angeklagten.

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Diese Röntgenaufnahme zeigt die Bodypacks im Körper des Angeklagten.

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Ein Röntgenbild entlarvte den Schmuggler. Nun musste er sich vor dem Landgericht verantworten.

An einem Montagmorgen im Februar saß Frank I. (31) im ICE 225 aus Amsterdam kommend und hatte lediglich ein kleines Handgepäck bei sich. Doch in seinem Magen trug der Nigerianer eine ganz spezielle Fracht: 75 Behältnisse, sogenannte „Bodypacks“, gefüllt mit 442 Gramm Kokain und 293 Gramm Heroin.

Zollbeamte erwischten den Mann, der über München nach Salzburg weiterfahren wollte, im Bereich Köln-Mülheim. Am Mittwoch endete die Reise des Mannes, der nach eigenen Angaben aus finanzieller Not zum „Schlucker" geworden war, vor dem Kölner Landgericht.

Kölner Zollbeamte erwischen Drogenschmuggler im ICE

„Er wirkte schon bei unserem Zusteigen in Düsseldorf sichtlich nervös“, erinnerte sich ein 45-jähriger Zollbeamter in Saal 32 des Kölner Justizgebäudes im Zeugenstand. Er und seine Kollegen führten einen Drogenschnelltest durch, der auf Kokain, Opiate und Amphetamin ansprang.

Die Beamten hielten den Fahrgast für einen möglichen Drogenkurier, doch in seiner Tasche fanden sie nichts. Die erfahrenen Kontrolleure witterten aber, dass die Betäubungsmittel im Magen des Mannes lagerten. Sie brachten den Mann ins Kalker Krankenhaus. Ein Röntgenbild bestätigte den Verdacht.

Der Angeklagte begrüßt seinen Verteidiger Mario Geuenich beim Prozess im Kölner Landgericht.

Copyright: Hendrik Pusch

Der Angeklagte begrüßt seinen Verteidiger Mario Geuenich beim Prozess im Kölner Landgericht.

Die Ausscheidung von zehn Drogenpaketen hätten sie noch mitbekommen, sagte der Zeuge. Unter polizeilicher und ärztlicher Aufsicht kamen später noch weitere 65 Bodypacks zum Vorschein. Dass er bei der Kontrolle durch den Zoll – wie ein Beamter es vor Gericht drastisch formuliert hatte – wohl „gerettet“ worden war, schien dem Angeklagten erst im Nachhinein klar geworden zu sein.

Er habe schlichtweg nicht gewusst, dass ein Riss in Behältnissen im Körper den sofortigen Tod bedeuten könne. Überhaupt habe er sich keine Gedanken gemacht, was genau er da geschluckt habe.

„Jobangebot“ kam von Unbekanntem in Italien

Das Leben des Angeklagten war von prekären Verhältnissen geprägt. Seit 2016 lebte er in Italien und hielt sich dort mit Gelegenheitsjobs als Kurierfahrer, Gärtner und Security-Mitarbeiter über Wasser. Doch zuletzt blieb nach seinen Angaben jede Arbeit aus. Er rutschte in die Mittellosigkeit und bettelte schließlich um Geld. Seine Ehefrau, die mit den beiden Kindern in Nigeria geblieben war, habe sich aufgrund ausbleibender Geldzahlungen getrennt. „Sie hat jetzt einen neuen Mann“, so der Angeklagte. In dieser Lebensphase sei ein Unbekannter mit einem Jobangebot an ihn herangetreten.

Solche Bodypacks mit Kokain und Heroin hatte der Angeklagte geschluckt (Symbolbild).

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Solche Bodypacks mit Kokain und Heroin hatte der Angeklagte geschluckt (Symbolbild).

2000 Euro habe der Mann geboten, für einen Kurierdienst von Amsterdam nach Salzburg. Wie genau er die Drogen transportieren sollte, habe er im Vorfeld nicht gewusst, sagte der Angeklagte. Ihm wurden Tickets zugesandt, mit dem Flixbus fuhr er dann von Florenz in die niederländische Hauptstadt. An der dortigen Fernbusstation empfing ihn ein weiterer Kontaktmann. „Ich wurde in ein großes Haus gebracht und habe dort übernachtet“, erklärte der 31-Jährige. Am nächsten Morgen habe man ihm Wasser gereicht – und die Bodypacks mit dem in Folie umwickelten weißen Pulver.

Kölner Gericht: Der Angeklagte ist auch ein Opfer

„Mir wurde gesagt, ich soll das schlucken“, schilderte der Angeklagte. Er habe die Beutel dann heruntergewürgt – rund zwei Stunden habe das gedauert. Zwischendurch habe er Blut gespuckt. Der Staatsanwalt hob in seinem Plädoyer die hohe Menge an Drogen hervor, die der Angeklagte transportiert habe. Verteidiger Mario Geuenich entgegnete, dass seinem Mandanten nicht klar war, wie viel und was genau er zu sich genommen habe. „Er hätte auch die Hälfte oder das Doppelte geschluckt, je nachdem, was in den Magen reinpasst“, so brachte es der Anwalt auf den Punkt.

Frank I. sei von skrupellosen Drogenhändlern benutzt worden, sagte der Verteidiger. Dem pflichtete das Gericht bei. „Sie sind durchaus ein Opfer der Hinterleute geworden“, sagte der Vorsitzende Richter Stephan Aderhold. Er erkannte die Ausweglosigkeit und das vollumfängliche und reuige Geständnis des Angeklagten an, wertete die „harten Drogen“ in erheblicher Menge jedoch ebenfalls als schwerwiegendes Kriterium bei der Strafzumessung. Drei Jahre Gefängnis lautete das Urteil gegen den zuvor nicht vorbestraften 31-Jährigen wegen illegaler Einfuhr und Beihilfe zum Drogenhandel.

Auch Reiner Calmund nahm bei de rTrauerfeier in St. Apostel für Günter Pütz teil. Er ist in der vergangenen Woche im Alter von 75 Jahren verstorben.
„Kölsches Original“ und „Lichtgestalt“
Tränen-Abschied von Günter „Magic“ Pütz