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Demo in Köln Stadt will in LGBTQI+-Projekte investieren, streicht aber wichtige Beratungsstelle

Zahlreiche Menschen nahmen am Dienstagabend (6. September 2022) an der Demonstration auf dem Alter Markt teil. Hintergrund: Die Stadt will die finanziellen Mittel für die Beratungsstelle „anyway“ streichen.

Zahlreiche Menschen nahmen am Dienstagabend (6. September 2022) an der Demonstration auf dem Alter Markt teil. Hintergrund: Die Stadt will die finanziellen Mittel für die Beratungsstelle „anyway“ streichen.

Die Stadt Köln will Ausgrenzung, Gewalt und Diskriminierung in Sachen LGBTQI+ besser bekämpfen. Ein Förderprogramm soll dabei helfen, während eine wichtige Anlaufstelle für queere Jugendliche gestrichen wird.

Die Stadt Köln möchte ein wichtiges Zeichen in Sachen Toleranz setzen. Projekte, die sich Gewaltprävention oder den Abbau von Diskriminierung im Bereich LGBTQI+ zum Ziel gesetzt und einen Bezug zum Aktionsplan der Stadt Köln haben, sollen gefördert werden. Ein Verein bleibt bisher auf der Strecke.

Auf Antrag kann eine hohe Summe zur Förderung eines Programmes erhalten werden, die dazu beitragen soll, Ungleichbehandlungen zu unterbinden: egal ob zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz oder auf der Straße.

Stadt Köln mit Förderprogramm gegen LSBTI-Diskriminierung

Ein solches Förderprogramm kann beispielsweise eine Veranstaltungsreihe, eine Kampagne oder einen Fachtag beinhalten sowie auch kleinere Projekte, wie eine Team-Fortbildung zum Themenbereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, ein Empowerment-Training, eine Sensibilisierungs-Schulung oder einen Workshop zum Abbau von Vorurteilen beinhalten.

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Noch bis Samstag, 1. Oktober 2022, können Anträge für die Förderung von Projekten eingereicht werden, die zum Abbau von Diskriminierung und Gewalt gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- oder intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) beitragen.

Das Gesamtbudget, um Maßnahmen aus dem LSBTI-Aktionsplan umzusetzen, liegt im Jahr 2022 bei 80.000 Euro. Die Höhe der Förderung für Personen, Vereine, Initiativen, Gruppen und Schulen kann zwischen 500 und 10.000 Euro liegen.

Während diese Förderungsaktion derzeit von der Stadt angekurbelt wird, bekam eine wichtige Jugend-Anlaufstelle im Bereich LGBTQI+ nun ihre Hiobsbotschaft.

Die Jugendberatungsstelle „anyway“ in Köln-Mülheim wird laut Haushaltsentwurf der Stadt Köln gestrichen – und das, obwohl die Stelle erst Anfang 2020 aufgrund gestiegenen Beratungsbedarfes bei queeren Jugendlichen geschaffen wurde.

Während Förderaktion der Stadt: Kölner LGBTQI+-Einrichtung wird Hilfe gestrichen

Seitdem hat sich der Bedarf durch Corona noch einmal deutlich verstärkt. Nun sollen die Förderungsmöglichkeiten für „anyway“ allerdings gestrichen werden. Jürgen Piger, Leiter des „anyway“, kann den Sinneswandel der Stadt nicht verstehen: „Die Streichung der Stelle ist aus fachlicher Sicht vollkommen unverständlich. Der Beratungsbedarf ist höher als vor Corona. In Folge werden Jugendliche mit ihren Nöten im Stich gelassen.“

Wie es mit dem „anyway“ nun weitergeht, liegt in den Händen des Ratsbündnisses und der Oberbürgermeisterin. Diese können den Haushaltsentwurf noch so verändern, dass die Beratungsstelle weitergeführt wird.

Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, fand am Dienstagabend (6. September 2022, 19 Uhr) unter dem Motto „Stärken statt streichen: Eine sichere Zukunft für das ‚anyway‘!“ eine Demo auf dem Alter Markt in Köln statt. Laut Veranstalter nahmen ca. 400 Menschen an der Protestaktion teil.

Alle Menschen aus der Community sowie alle Kölner Bürgerinnen und Bürger sind außerdem dazu aufgerufen, eine Petition gegen die Kürzung und für eine Stärkung des „anyway“ zu unterzeichnen.

Oberbürgermeisterin Reker: „Angriff auf Vielfalt bedeutet Angriff auf uns alle“

Während die Mülheimer Jugendeinrichtung für ihren Erhalt kämpfen muss, zeigt sich Oberbürgermeisterin Henriette Reker dennoch zuversichtlich für die verstärkte Förderung der LSBTI-Community in Köln.

„Das Förderprogramm ist Ausdruck des Willens von Verwaltung, Politik und LSBTI-Communities, um aktiv und gemeinsam Projekte zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung in unserer Stadt zu unterstützen.“, so Reker.

„In Oslo wurden Ende Juni bei einem Anschlag auf einen schwul-lesbischen Nachtclub zwei Menschen aus vermutlich homofeindlichen Motiven getötet. Nicht zuletzt der tragische Tod eines jungen transgeschlechtlichen Mannes am Rande des CSD in Münster zeigt, wie notwendig Maßnahmen gegen homo- und transfeindliche Gewalt sind.“

Für Henriette Reker als Kölner Oberbürgermeisterin ist völlig klar: „Homo- und Transfeindlichkeit sind nicht hinnehmbar – niemals und nirgendwo. Ein Angriff auf die Vielfalt ist ein Angriff auf die pluralistische und demokratische Gesellschaftsordnung – und damit ein Angriff auf uns alle!“

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