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Wo einst der FC spielte Auf Kölner Kult-Sportstätte rollen Bagger für 60-Millionen-Neubau

Abrissarbeiten an der Albert-Richter Radrennbahn in Köln.

Ein Bagger steht am 25. August 2022 im Radstadion in Köln-Müngersdorf. Bis 2024 soll hier eine Multifunktionsarena für rund 60 Millionen Euro entstehen.

Dort, wo einst auch der 1. FC Köln spielte, rollen erneut die Bagger. Die Radrennbahn am Stadion in Müngersdorf wird abgerissen, bald soll dort eine Multifunktionsarena stehen. 

Eigentlich sollte schon Ende Dezember 2021 mit den Abrissarbeiten begonnen werden, doch die Bagger rollten erst im Sommer 2022 an. EXPRESS.de war Ende August 2022 vor Ort und dokumentiert den Stand der Bauarbeiten.

Die Dachkonstruktion und die hölzerne Rundbahn des Albert-Richter-Stadions sind komplett verschwunden, Teile der Grundmauern stehen noch, im Innenraum wird aktuell noch gebaggert und reichlich Sand und Kies verschoben.

Köln: Neue Arena für Radsport und Basketball kostet 60 Millionen Euro

Die alte Radhalle, erbaut 1996, war ohne durchgängige Bedachung, lediglich über den Tribünen gab es eine Dachkonstruktion. Jetzt soll bis 2024 eine beheizbare Halle entstehen, die ganzjährig genutzt werden kann.

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Zum einen als Landesstützpunkt für Fahrerinnen und Fahrer auf der Bahn, zum anderen als Schulsporthalle und Arena für Basketball und Volleyball. Im Innenraum entstehen Sportflächen, die vielfältig genutzt werden können. In einem Anbau der Halle entstehen zudem ein Hostel mit zehn Doppelzimmern, Kraftraum, Sauna und diversen Veranstaltungsräumen.

Die Kölner Sportstätten GmbH ist Eigentümer und Bauherrin. Umgesetzt wird der Bau vom Architekturbüro Schürmann (Münster). Die Baukosten belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro, sie sollen zu gleichen Teilen von Bund, Land und Stadt finanziert werden.

Abriss der Kölner Radrennbahn im August 2022.

Radstadion Köln: Die Baustelle am 25. August 2022.

Das neue Radsportzentrum NRW wird nach Fertigstellung eine Sportstätte auf höchstem internationalem Niveau sein, in der auch die Bundes- und Olympiakader trainieren werden. In Köln wird zudem der seit langem bestehende Bedarf einer Sporthalle für 4000 Zuschauerinnen und Zuschauer beim Radsport (3000 bei Ballsportarten) gedeckt.

Vor dem Albert-Richter-Radstadion (fertiggestellt im Jahr 1996) stand auf dem Gelände die legendäre Müngersdorfer Radrennbahn (1923 eröffnet). Dort spielte auch einige Jahre der 1. FC Köln.

Als für die Fußball-WM 1974 das neue Müngersdorfer Stadion erbaut werden sollte, musste der FC von der Hauptkampfbahn ins provisorisch umgebaute Radstadion umziehen. Allerdings waren die Baukosten zunächst zu hoch, Köln verpasste es, WM-Spielort beim Heimturnier zu werden.

Grafik des Architekturbüros Schürmann: So soll das neue Radstadion in Köln-Müngersdorf aussehen.

So wird das neue Radsportzentrum NRW in Köln nach Umbau des alten Radstadions 2024 von außen aussehen. Die Grafik des Architekturbüro Schürmann stammt aus dem Jahr 2021.

Und eigentlich sollte der FC nur für zwei Jahre ins Radstadion ausweichen, doch es wurde länger, weil die Bauarbeiten sich zogen. So spielte der FC von 1971 bis Ende 1975 im provisorischen Stadion, welches 28.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fasste.

Zuvor fanden an der Radrennbahn 15.000 Fans Platz. Auf der Gegentribüne wurde eine Holztribüne errichtet und die Radrennbahn wurde mit Sitzen überbaut, um das Fassungsvermögen fast zu verdoppeln.

Autor und Regisseur Frank Steffan (65/„Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte“, „Das Double“) widmet den Jahren von 1971 bis '76 sogar ein eigenes Buch. „Mythos Radrennbahn“.

Er erinnert sich: „Dieser permanente Ausnahmezustand bescherte Köln die glanzvollsten Fußballfeste aller Zeiten. Das kleine Provisorium mit nur 28.000 Fassungsvermögen entpuppte sich durch seine Enge und Kargheit zu einer Kultstätte, in der ein unvergleichlicher Powerfußball zelebriert wurde.“

Die Gegner mussten unmittelbar an Kölner Fans vorbei, um auf den Platz zu kommen. Für viele wohl angsteinflößend: Von 106 Pflichtspielen (Bundesliga, DFB-Pokal, UEFA-Cup) gewann der FC 79. Jetzt rollen auf diesem historischen Stück Kölner Boden erneut die Bagger. Wir sind gespannt, welche Geschichten noch geschrieben werden.

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