Die Metalcore-Größe Heaven Shall Burn setzte beim Konzert in Köln die Bühne praktisch in Brand.
Konzert in KölnMetalsänger leistet sich gleich am Anfang Fauxpas

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Frontmann Marcus Bischoff musste im vergangenen Jahr mehrfach aussetzen.
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Gleich am Anfang macht Sänger Marcus Bischoff einen Fehler. Hier in Köln, sagt er beim Konzert seiner Metalcore-Band Heaven Shall Burn am Samstagabend im Palladium, sei ja „Fasching“ so angesagt - ob man denn heute nochmal Gas geben wolle, fragt er hinterher.
Autsch, „Fasching“, das ist auch für die Kölner Metalfans ein bisschen wie Majestätsbeleidigung. Großzügig scheint man aber nochmal darüber hinwegzusehen.
Autsch – „Fasching“ in Köln?
Das fällt auch nicht so schwer. Denn die Thüringer Band liefert eine beeindruckend kraftvolle Show über etwas mehr als eineinhalb Stunden. Das ist zwar nicht extrem lang – doch besonders die Art des Gesangs fordert dem Frontmann einiges ab, das ständige Schreien geht eben auf die Stimmbänder.
Im vergangenen Jahr mussten Heaven Shall Burn mehrere Konzerte aufgrund einer Erkrankung Bischoffs absagen. Bischoff bedankt sich für die Welle der Unterstützung, die sie danach erreicht hätte. Das sei nicht selbstverständlich, so der 46-Jährige.
Die Musik der Band, die in Deutschland als wichtigste ihres Genres gilt, ist kompromisslos hart und laut, Balladen gibt's nicht. In den Texten geht es hingegen friedlicher zu, es geht um den Erhalt der Demokratie, gegen Rechts, gegen Kriege, den Schutz der Natur und um Tierschutz. Im Foyer ist ein Stand eines Tierrechtsvereins aufgebaut.
Die meisten Bandmitglieder leben vegan, die anderen zumindest vegetarisch, trinken keinen oder kaum Alkohol. Eigentlich also ganz zahm. „Passt aufeinander auf“, sagt Bischoff an mehreren Stellen in Hinblick auf den wilden Moshpit im Publikum, motiviert aber gleichwohl zu weiterem Geschubse und Gespringe.

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Marcus Bischoff ist „on fire“.
„Dass wir hier so feiern können und so frei sind, ist nicht selbstverständlich“, sagt er außerdem. „Es gibt da draußen manche, die das abschaffen wollen. Also passt drauf auf.“ Er erinnert an die Menschen in der Ukraine, die dem Krieg zum Opfer fallen, und die Menschen im Iran, die „massenweise abgeschlachtet“ wurden und erntet Applaus. Es sind nur wenige Ansagen.
Ansonsten powern Bischoff und seine Bandkollegen durch und setzen die Bühne sprichwörtlich und buchstäblich in Brand – jede Menge Feuereffekte bildeten die Bühnenshow. Fast 30 Jahre Erfahrung machen sich in einer fehlerfreien Performance bemerkbar.


