Corona-Schock Urlaub futsch, kein Geld zurück: Kölner Familie fühlt sich im Stich gelassen

Blick auf den Sandy Beach in Alanya in Antalya

Die Urlaubspläne einer Kölner Familie sind den Bach runtergegangen. Sie wollten nach Antalya, hier ein Foto vom Sandy Beach Strand vom November 2020.

Großer Frust: Eine Kölner Familie kann die geplante Pauschalreise nicht antreten und bleibt auch noch auf den Kosten sitzen. Die Familie beschuldigt das Reisebüro, das aber die Schuld bei den Kunden sieht. 

Köln. Für die Kölner Familie Vogel ist der Sommerurlaub schon zu Ende, bevor er angefangen hat. Mit einer Pauschalreise sollte es zu dritt an die türkische Riviera gehen. Da das Kind (9) der Familie sich noch in Quarantäne befindet, können sie die geplante Reise am Donnerstag (29. Juli) nicht antreten. Die Kölner hatten sich auf das „Corona-Reiseversprechen“ des Veranstalters verlassen und fühlen sich jetzt im Stich gelassen.

Köln: Familie kann Pauschalreise wegen Quarantäne nicht antreten

Wenige Tage vor der geplanten Reise zwischen dem 29. Juli und 11. August an einen Ferienort nahe Antalya kam die Nachricht, dass sich ein Mitschüler aus der Klasse der Neunjährigen mit der Delta-Variante infiziert hat. Für das Kind aus Ostheim bedeutete das eine zweiwöchige Quarantäne, die noch gut eine Woche andauert. Doch die Familie hatte den Urlaub für 3100 Euro schon gebucht.

Nach Rücksprache mit dem Kölner Reisebüro kam dann der Schock. „Uns wurde gesagt, dass das Corona-Reiseversprechen nur für Fälle während des Urlaubs oder der Rückreise greift. Unterm Strich haben wir so nur noch 465 Euro zurückbekommen. Wir sind sehr frustriert. Wir mussten lange dafür sparen“, berichtet die betroffene Kölnerin Maria Vogel (36), die mit ihrem Mann und ihrer Tochter verreisen wollte.

Ein Auszug aus dem Reiseversprechen, in dem die Ansprüche von Reisenden aufgelistet sind.

In den Reiseunterlagen der Familie ist das Reiseversprechen des Veranstalters aufgelistet. Dort steht, dass Kosten nur bei der Einreise oder während des Urlaubs übernommen werden.

Tatsächlich deckt das Corona-Reiseversprechen ihres Reiseveranstalters FTI nur die Erstattung von zusätzlichen Unterkunftskosten bei einer behördlich angeordneten Quarantäne bei der Einreise oder während des Urlaubs und die Umbuchungskosten. Direkt unter dem Hinweis auf der Internetseite gibt es ein Angebot für eine Reiserücktrittsversicherung für 9,90 Euro pro Person.

Köln: Familie bleibt wegen Corona auf Reisekosten sitzen

Die Kölnerin beteuert, dass sie im Reisebüro nach einer Reiserücktrittsversicherung gefragt hat. „Uns wurde aber gesagt, dass wir eine zusätzliche Versicherung nicht brauchen, da wir ja das Reiseversprechen hätten“, schildert sie. Damit hätte die Familie nämlich 90 Prozent der Kosten zurückbekommen. Aufgrund der Situation hat die Familie die Reise dann storniert, „um überhaupt noch etwas zurückzubekommen“, wie die Kölnerin sagt.

Auf Anfrage des EXPRESS erklärt der Inhaber des Reisebüros, der aufgrund von möglichen Imageschäden nicht genannt werden möchte, dass er der Kundin die Versicherung angeboten hätte. Er erklärt: „Wir verdienen an diesen Versicherungen mit. Zudem bekommen wir eine geringere Provision, wenn die Reise, wie in diesem Fall, storniert wird. Es gibt keinen Grund, die Versicherung, die wir allen empfehlen, nicht anzubieten.“

Der Abschluss der zusätzlichen Versicherung für knapp 30 Euro hätte der Familie den Ärger erspart. Einen Gutschein hat die Familie auch nicht bekommen und bleibt jetzt auf den Kosten sitzen.

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