Zug-Chaos in Köln Fahrgäste über Stunden in RE6 eingesperrt – „absolute Katastrophe“

Fahrgäste des RE6 in Köln gehen zu Fuß über die Gleise in Richtung Köln-Nippes.

Die Fahrgäste mussten nach stundenlangem Warten zu Fuß über die Gleise zum Bahnhof in Köln-Nippes gehen.

Auf offener Strecke ist ein RE6 von National EXPRESS in Köln liegen geblieben. Mehr als zwei Stunden waren die Fahrgäste in der Bahn eingesperrt.

Ausfälle, Verspätungen, Platzmangel, Frust: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, plant oft schon per se ein, dass nicht alles glatt laufen wird. Doch was die Fahrgäste des RE6 am Mittwochmorgen (26. Oktober 2022) mitmachen mussten, hat mit den normalen Komplikationen im Reise- oder Pendel-Alltag nichts zu tun.

Unglaublich: Wie EXPRESS.de erfuhr, waren die Fahrgäste etwa zweieinhalb Stunden in einer stehenden Bahn gefangen, mitten auf offener Strecke. Und mussten danach zu Fuß über die Gleise zum nächsten Bahnhof laufen.

Köln: Fahrgäste über Stunden in RE6 gefangen, technischer Defekt

Zeuge Emrah K., der in der RE6 unterwegs war, gegenüber EXPRESS.de: „Das Notfall-Management war eine einzige Katastrophe.“ Der RE6 wird nicht von der Deutschen Bahn, sondern von National EXPRESS betrieben.

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Der Zug in Richtung Düsseldorf (dann übers Ruhrgebiet nach Westfalen) war um 9.07 Uhr am Kölner Hauptbahnhof gestartet, der nächste Halt wäre Dormagen gewesen. Doch der Zug kommt nie in Fahrt, kurz nach der Durchfahrt am Bahnhof Nippes bleibt er endgültig stehen. Da ist es gerade 9.12 Uhr.

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Unsicherheit und Ungeduld macht sich breit, erst nach mehr als zehn Minuten die erste Durchsage: technischer Defekt. „Danach kamen im 20-Minuten-Takt sehr kurze Durchsagen. Nie mehr als zwei Sätze. Der Zug wurde später auch komplett neu gestartet, alle Lichter und Anzeigen waren aus“, so Emrah K.

Ein Mann steigt über eine Leiter aus einem stehenden Zug auf die Gleise. Er wird von der Feuerwehr unterstützt.

Mit Leitern wurde den Fahrgästen aus dem liegengebliebenen RE6 geholfen.

Erst gegen 10.30 Uhr gibt der Lokführer auf und startet den Notfall-Prozess: Bergung auf offener Strecke. Aber erstmal: weiter warten. Weil links und rechts Gleise sind, sind die Fahrgäste gefangen. Erst gegen 11.20 Uhr sind Feuerwehr und Polizei vor Ort. Die Bahn wird evakuiert, den Fahrgästen mit Leitern rausgeholfen. Freiheit nach mehr als zwei Stunden!

Um 11.50 Uhr gehen die Fahrgäste in Richtung Bahnhof Nippes, zu Fuß über die Gleise. Die Strecke ist abgesperrt, auch der Hansaring wird zeitweise nicht angefahren. Andere Bahnen müssen direkt zum Hauptbahnhof, werden entsprechend umgeleitet.

In Nippes soll Schienenersatzverkehr auf die Betroffenen warten. Doch auch die Abfahrt des Busses verzögert sich, viele Fahrgäste ziehen empört ab.

Für Emrah K., der mit einem Kumpel für einen Trip von Düsseldorf nach Madrid fliegen wollte, ein Desaster: „Keiner hat sich verantwortlich gefühlt. Es gab kaum Informationen. Die Ansprechpartner musste man selbst suchen. Es war einfach nur Chaos und Stress.“

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