Messer-Attacke auf Ringen Kölner Ex-Rocker-Boss landet wieder vor seiner Richterin

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Der ehemalige Hells-Angels-Boss mit seinem Verteidiger Martin Bücher bei einem früheren Prozess im Landgericht Köln.

Köln – Mit einer dicken Haftstrafe hatte Richterin Ulrike Grave-Herkenrath einst den mächtigen Boss des Kölner Hells-Angels-Charters „C-Town“ bedacht.

Am Mittwoch entscheidet die Vorsitzende der 4. Großen Strafkammer am Landgericht erneut über das Schicksal von Serkan A. (34). Er soll in die Messerstecherei auf den Ringen involviert sein – und will jetzt wieder raus aus dem Knast.

Unter Auflagen auf freiem Fuß

Serkan A. hatte im November 2017 eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und räuberischer Erpressung kassiert.

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Das Urteil ist bis heute nicht rechtskräftig, A. kam unter Auflagen auf freien Fuß – er müsse sich vom Rocker-Milieu fernhalten und dürfe keine neuen Straftaten begehen.

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Richterin Ulrike Grave-Herkenrath entscheidet in dem Fall.

Rauswurf bei den Hells Angels

Im Prozess hatte Serkan A. über die Rocker-Szene in Köln ausgepackt. „Durch das Geständnis hat er sich von den Hells Angels distanziert und mögliche Repressalien in Kauf genommen“, lobte sogar die Staatsanwältin. Die Hells Angels gaben danach offiziell dessen Rausschmiss bekannt.

Der Familienvater fand in der Zwischenzeit eine Anstellung als Handwerker, womit er auch die Voraussetzungen für einen möglichen offenen Vollzug seiner Haftstrafe geschaffen hat. Doch dann der Vorfall in einer Shisha-Bar am Hohenzollernring vor gut drei Wochen, in der Nacht zu Sonntag.

In Streit eingemischt

In dem Lokal kam es zu einem Streit zwischen Gästen, in den sich Serkan A. eingemischt haben soll. Angeblich, um einem Bekannten (31) zu helfen. Der soll dann seinerseits auf einen der Kontrahenten eingestochen, ihn im Bereich der Lunge lebensgefährlich verletzt haben.

Blutend schleppte der Mann sich auf den Bürgersteig. Der Vorfall ereignete sich gegen 4.40 Uhr, die Polizei sperrte den Bereich um die Shisha-Bar einige Stunden ab.

Mann (31) stellte sich nach Flucht

Der mutmaßliche Haupttäter (31) flüchtete vom Tatort, stellte sich wenige Tage später nach einer öffentlichen Foto-Fahndung schließlich der Polizei. Er kam in U-Haft, wie zuvor schon Serkan A. Letzterer versucht jetzt über seinen Verteidiger Martin Bücher, wieder auf freien Fuß zu kommen.

Die Staatsanwaltschaft will unter anderem, dass der frühere Haftbefehl aus dem Prozess wieder in Vollzug gesetzt wird – wegen Verstoßes gegen die Auflagen. Entscheiden muss das nun die Richterin.

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