Im Stadtteil Ehrenfeld wurde am Samstag für den Erhalt des „Internationalen Kiosks“ demonstriert.
„Verliere mein Zuhause“Kiosk-Kündigung – jetzt nächste Aktion in Kölner Veedel
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Der „Internationale Kiosk“ in Köln-Ehrenfeld ist beliebt im Veedel – allerdings steht Besitzer Azad Hawrami (65) vor dem Aus. Der Kiosk sollte zum 31. Dezember 2025 geräumt werden, ihm wurde nach 15 Jahren der Mietvertrag gekündigt.
Doch Azad blieb einfach. Stattdessen wurde der Kiosk „besetzt“.
Köln-Ehrenfeld: Kiosk-Betreiber wurde Mietvertrag gekündigt
„Ich will nicht tatenlos zusehen, wie kleine Gewerbetreibende verdrängt werden. Es geht hier nicht nur um mich. Ich kämpfe für alle, auch, wenn ich am Ende verliere“, so Azad am Silvesterabend.
Er versuchte vergeblich, den Vermieter umzustimmen, bot am Ende sogar an, freiwillig 220 Euro pro Monat mehr zu zahlen. Doch laut Azad bekam er bisher keine Antwort. Auch auf eine Anfrage von EXPRESS.de reagierte der Vermieter bislang nicht. Seine Kündigung ist allerdings rechtens – Azads „Besetzung“ des Kiosks nicht.
Am Samstag (10. Januar) folgte eine Demonstration vor dem Kiosk sowie ein Protestmarsch durchs Veedel – unter anderem hatte der Kölner Mietrebell und Aktivist Kalle Gerigk zu der Kundgebung aufgerufen. Mehr als 120 Personen nahmen bei klirrender Kälte an der Aktion teil.
Auch Azad Hawrami war dabei: „Dieser Kiosk ist zurzeit meine Existenz. Wenn er verschwindet, verliere ich mein Zuhause im Veedel. Ich habe diesen Kiosk nicht aufgebaut, um ihn still und leise aufzugeben.“

Copyright: Kalle Gerigk
Lina klingelt beim Kiosk-Vermieter, um die Petition in den Briefkasten zu werfen.
Von der Initiative „Recht auf Stadt. Köln“ beteiligte sich Gisi Schmidt an der Demo: „Die Verdrängung von Kleingewerbe ist ein zentrales Problem der Stadtentwicklung in Köln. Recht auf Stadt heißt: Recht auf Bleiben, auch für kleine Gewerbe.“
Im Rahmen der Kundgebung wurde auch eine Petition zum Erhalt des „Internationalen Kiosks“ bei dem Vermieter in den Briefkasten geworfen – mit mehr als 1800 Unterschriften. Immerhin: „Die Tür wurde aufgedrückt und kurz unter der Jalousie hervorgeguckt“, ist Kalle Gerigk vorsichtig optimistisch.
Mitunterzeichnerin Lina: „Die Hoffnung ist nicht aufgegeben. Wir appellieren an seine Menschlichkeit, die Kündigung zurückzunehmen.“

