Nach der Brand-Katastrophe in der Schweiz kündigt die Stadt Köln Kneipen-Kontrollen an Karneval an.
„Besorgniserregende Hinweise“Zu volle Kneipen an Karneval – Stadt plant doch Kontrollen

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Feiernde in einer Kneipe beim Sessions-Auftakt am 11.11.2025 (Symbolfoto)
Aktualisiert
Die Stadt Köln plant nun doch, stichprobenartige Kontrollen in Kneipen „in der heißen Phase des Karnevals“ durchzuführen.
Dies teilte Stadtdirektorin Andrea Blome auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Zuvor war kommuniziert worden, dass Ordnungskräfte während der Tollen Tage nicht auf eine Überfüllung von Gaststätten achten würden.
Stadtdirektorin glaubt, dass Mehrheit der Club- und Kneipenbesitzer verantwortungsbewusst handelt
Die Brandtragödie an Silvester im Schweizer Skiort Crans-Montana hat nicht nur die Sicherheitsfrage in Kölner Clubs und Kneipen bezüglich des Brandschutzes aufgeworfen, sondern auch, wie sicher der Kneipenkarneval ist und ob einzelne Gastronomen und Gastronominnen eventuell zu viele Feiernde hereinlassen.
Über die Katastrophe in Crans-Montana, bei der 40 Menschen starben und über 100 verletzt wurden, äußerte sich die Stadtdirektorin betroffen: „Das schreckliche Ereignis in einem Schweizer Club in der Silvesternacht hat uns alle zutiefst bestürzt. Es mahnt uns, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie unserer Gäste stets als oberste Priorität zu behandeln – gerade auch in der anstehenden Karnevalszeit.“
Der Brandschutz sowie die Einhaltung von Personen-Obergrenzen in Kneipen und Clubs seien dabei „zentrale Säulen“. Die Stadt Köln führt das ganze Jahr über anlassbezogene Kontrollen in Gast- und Veranstaltungsstätten durch. Angesichts der großen Anzahl an Betrieben seien „flächendeckende, permanente Kontrollen“ allerdings nicht umsetzbar.
Für Versammlungsstätten, die mehr als 200 Personen fassen, gelten strengere Brandschutzregeln als für Gaststätten unter dieser Grenze. So müssen beispielsweise Versammlungsstätten ein Brandschutzkonzept vorlegen. Hier finden alle paar Jahre Kontrollen statt, während Kneipen, wenn überhaupt, nur nach Hinweisen überprüft werden und kein Brandschutzkonzept benötigen.
Die Verantwortung dafür, dass alles vorschriftsmäßig abläuft, Feuerlöscher funktionstüchtig sind oder die Notausgänge frei und gut beleuchtet sind, liegt beim Betreiber oder der Betreiberin. „Sie sind verpflichtet, für die Einhaltung der bauordnungsrechtlichen Vorschriften und den Auflagen der Baugenehmigung Sorge zu tragen – jederzeit und aus eigenem Antrieb“, so Blome.
Sie sei davon überzeugt, dass „sich die überwältigende Mehrheit“ der Kölner Gastronomen, Gastronominnen und Clubchefs verantwortungsbewusst verhält und die Sicherheitsvorgaben „gewissenhaft“ umsetzt.
„Gleichwohl erreichen uns besorgniserregende Hinweise, wonach es einzelne Betreiberinnen und Betreiber geben soll, die an Karneval bewusst zu viele Personen in ihre Lokalitäten lassen. An diese Wenigen richte ich eine deutliche Botschaft: Sollten Sie zu viele Menschen in Ihre Kneipen und Clubs lassen, spielen Sie mit dem Leben Ihrer Gäste und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies ist nicht nur fahrlässig, es ist verantwortungslos. Sollte es zu einem Schadensfall kommen, werden Sie persönlich und in vollem Umfang zur Rechenschaft gezogen.“
Überfüllte Kneipen an Karneval: Die Verantwortung liegt allein beim Betreiber
Kneipen und auch Restaurants haben die Möglichkeit, an Karneval oder zu anderen festlichen Anlässen kurzfristig ihre Betriebsart ohne eine neue Genehmigung zu ändern. Das heißt, wenn eine Speisegastronomie für ihre Karnevalsparty alle Tische und Stühle entfernt, darf sie mehr Menschen in das Lokal lassen, als die in der Baugenehmigung festgelegte Maximalzahl vorsieht.
Wie viele Personen zusätzlich hineindürfen, liegt im Ermessen des Betreibers oder der Betreiberin. Eine feste Formel dafür gibt es nicht, wie die Stadt auf Nachfrage bestätigt. Dennoch muss sich der Betreiber oder die Betreiberin an „alle Anforderungen, die durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an die jeweilige Räumlichkeit gestellt sind“, halten, so die Stadtsprecherin. Dazu zählt zum Beispiel der Lärmschutz.
Zur Sensibilisierung ihrer Mitglieder plant die IG Gastro ein Seminar zum Thema Brandschutz mit einem Experten. So können sich die Gastronomen und Gastronominnen Rat holen und sich auf den neuesten Stand bringen. Das teilte Geschäftsführerin Maike Block mit (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
