WeiberfastnachtKölner Politikerin mit Vorahnung: „Feiernde gezielt in den Grüngürtel locken“

Sessionsauftakt am 11.11.2022 in Köln – Feiernde auf der Uniwiese.

An Weiberfastnacht wird es auf der Zülpicher Straße wieder voll – die Uniwiese soll als Ausweichfläche dienen. Doch es gibt Kritik.

von Matthias Trzeciak (mt)

Die Vorbereitungen für Weiberfastnacht (16. Februar 2023) laufen auf Hochtouren. Vor allem wird fleißig an der Ausweichfläche, der Uniwiese, gearbeitet.

Dort sollen die Jecken feiern, wenn die Zülpicher Straße wegen Überfüllung geschlossen werden muss.

Kölner Uniwiese: Rasen wird mit Bodenplatten abgedeckt

Damit der Rasen nicht komplett zerstört wird, werden aktuell 25.000 Quadratmeter Wiese mit Bodenplatten abgedeckt. Zudem werden Bauzäune aufgestellt und Schilder angebracht. Sie sollen die Jecken daran hindern, in den Grüngürtel, der zum Landschaftsschutzgebiet gehört, einzudringen.

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Die Stadtverwaltung will bei Überfüllung die Ausweichfläche auch als Partyzone zur Verfügung stellen – mit DJ, Alkoholausschank und Imbissbereich.

Jetzt hat sich erneut eine Politikerin der Grünen-Fraktion zu den Maßnahmen geäußert und die Nutzung der Uniwiesen an Weiberfastnacht stark kritisiert.

Fraktionsvorsitzende Christiane Martin (56): „Auch wenn wir uns sehr auf die Karnevalsfeiern freuen, blicken wir mit Sorge auf die absehbaren Folgen für den Inneren Grüngürtel.“

„DJ und Alkoholausschank wird Feiernde gezielt in den Grüngürtel locken“

„Die Kritik von BUND und Naturschutzbeirat an dem Vorhaben der Stadtverwaltung bestärkt unsere Haltung. Zwar braucht es Ausweichflächen, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, doch Angebote wie DJ und Alkoholausschank in Kombination mit den milden Temperaturen werden die Feiernden gezielt in unseren schützenswerten Grüngürtel locken“, warnt die Grünen-Politikerin.

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Weiter ergänzt Christiane Martin: „Was wir am Donnerstag sehen werden, ist eine Party mitten im Landschaftsschutzgebiet. Die verlegten Platten und die unzähligen Zäune bei den Uniwiesen werden nicht verhindern können, dass der Grüngürtel Schaden nimmt, gerade rund um den nahen Aachener Weiher ist das zu erwarten.“

„Für die nächste Session muss die Verwaltung erneut Alternativflächen prüfen. Optionen wie die Ringe oder andere versiegelte Flächen in der Nähe zum Kwartier Latäng gehören wieder auf den Tisch. Wir lieben unseren Karneval, aber bitte mit Rücksicht auf Anwohnende und Natur“, lautet ihre Forderung. (mt)