Beim Corpsappell der Nippeser Bürgerwehr haben die Vorstandskollegen ihrem Präsidenten Michael Gerhold einen Streich gespielt. Außerdem gab es besondere Ehrungen und eine tolle Einlage.
Nippeser Bürgerwehr überraschtVorstand entzieht Präsident die Kontrolle

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Verwirrung bei Präsident Michael Gerhold (M.), als der Vorstand der Nippeser Bürgerwehr beim Corpsappell am Dienstag (6. Januar 2026) auf die Bühne kam.
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Eine kurze Session bedeutet für die Traditionskorps, dass ein Termin den anderen jagt. Am Dienstagabend (6. Januar 2026) feierte die Nippeser Bürgerwehr ihren Corpsappell mit 650 Gästen im Maritim-Hotel.
Bei der Vereidigung der 29 Kameraden auf die Fahne der Bürgerwehr hatte Präsident Michael Gerhold noch gut lachen. Immer wieder protestierten die Kameraden im Saal über die undeutliche kölsche Sprache der Rekruten.
Nippeser Bürgerwehr: 29 Kameraden beim Corpsappell vereidigt
Zwar sprach Kommandant Mario Moersch jeden Satz in perfektem Kölsch vor, doch das Ergebnis sorgte für viele Lacher. Auch der Präsident schlug noch gnadenlos zu, denn er entdeckte, dass einer der Herren braune statt schwarzer Schuhe trug. Der fatale Fehler wurde gleich mit einer saftigen Kölschstrafe geahndet.
Wer Michael Gerhold kennt, weiß, dass er immer darauf achtet, alles auf der Bühne unter Kontrolle zu haben. Und auch sein Mikrofon gibt er nicht gerne aus den Händen. Dies nutzten seine Vorstandskollegen gnadenlos aus. Während der Präsident verdiente Mitglieder auszeichnen wollte, wagte es Protokollchef Maximilian Rudloff, ihm das Wort zu entziehen.
„Ich bitte um Verzeihung, aber leider müssen wir an dieser Stelle unterbrechen“, sagte er. „Wir sind ein Traditionskorps mit 123-jähriger Geschichte. Hier muss alles seine Ordnung haben. Leider hat es dies den ganzen Abend nicht, daher bin ich gezwungen, die Veranstaltung zu unterbrechen.“ Während man im Saal erstaunte Blicke sah, traute Präsident Gerhold seinen Ohren nicht.
Als der Protokollchef dann auch noch behauptete, der Präsident sei nicht korrekt gekleidet, und seine Vorstandskollegen zur Begutachtung auf die Bühne bat, wurde Gerhold leicht ungehalten. „Wer mich kennt, weiß, dass ich vieles leiden kann, nur nicht, wenn etwas nicht nach Plan läuft, oder wenn ich nicht weiß, was geschieht“, sagte der Präsident im Nachgang zu EXPRESS.de.

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Mit der höchsten Auszeichnung der Nippeser Bürgerwehr, dem Ehrenorden, wurde Christoph Stock (r.) von Präsident Michael Gerhold (l.) ausgezeichnet.
„Ich wusste in dem Moment absolut nicht, was geschieht. Im Vorfeld war alles so stressig. Da dachte ich wirklich, dass ich nicht richtig angezogen wäre, was auf einem Corpsappell gerade für den Präsidenten mega peinlich gewesen wäre.“
Doch dann kam die Auflösung: Gerhold wurde zum Generalleutnant der Nippeser Bürgerwehr ernannt. Daraufhin konnte der Ex-Prinz, der bereits seit acht Jahren an der Spitze der Bürgerwehr steht, wieder lachen. „Auch wenn es nicht in meinem Plan stand, war es eine schöne Überraschung.“
Auch für Christoph Stock, der seit 1999 Mitglied ist und in der Session 2018 Bauer im Kölner Dreigestirn war, gab es eine Überraschung. Für sein herausragendes Engagement als Chef des Corps à la suite wurde er mit der höchsten Auszeichnung des Corps, dem Ehrenorden, ausgezeichnet.

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Den Verdienstorden in Gold vom Bund Deutscher Karneval gab es für Michael Lambrechts (M.). BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess (l.) und Erich Ströbel (r.) vom Festkomitee zeichneten ihn aus.
Neben den vielen Beförderten und Ausgezeichneten strahlte auch Michael Lambrechts. Der wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft als aktiver Tänzer mit dem Verdienstorden in Gold des Bund Deutscher Karneval (BDK) ausgezeichnet. „Mit Michael haben wir ein Mitglied, das nicht nur für Beständigkeit im Karneval, sondern auch im Tanz steht. In Zeiten, in denen viele Gesellschaften über Nachwuchsprobleme klagen, ist sein langjähriger Einsatz im karnevalistischen Tanz beispielhaft“, lobte Gerhold.
Im EXPRESS.de-Gespräch verriet Lambrecht seinen peinlichsten Moment während seiner 40-jährigen Tanzkarriere. „Auf einer unserer Prunksitzungen im Sartory hatte der Spieß im Vorfeld angekündigt, dass wir an einer bestimmten Stelle während des Tanzes nicht wie üblich über die Bühne marschieren sollen, sondern einfach stehenbleiben sollen. Der Einzige, der das nicht mitbekommen hatte, war ich. Das war so peinlich.“

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Michael Hehn und Nici Kempermann begeisterten als Ehepaar Willi und Käthe Ostermann.
Lambrecht, für den sämtliche Auftritte in der ehemaligen Kölner Sporthalle zu seinen persönlichen Höhepunkten zählen, kann nur jedem Mann empfehlen, auch das Tanzbein im Karneval zu schwingen. „Es macht nicht nur viel Spaß, mit den Kameraden auf der Bühne zu stehen, sondern hält auch fit.“
Für einen weiteren Höhepunkt im Programm sorgten Michael Hehn, im Karneval bekannt als „Dä Nubbel“, und Nici Kempermann, Sängerin von Kempes Feinest. Sie erzählten die „Ostermann-Story“ und stimmten dessen Lieder an.
