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Rekord-SpendensummeKult-Sitzung zeigt: Karneval ist nicht nur ein Saufgelage

Der Elferrat von „Dat Kölsche Hätz“ im Foyer.

Initiator Robert Greven zusammen mit seinem Elferrat bei der Benefizsitzung von „Dat Kölsche Hätz“.

Seit 26 Jahren gibt es den Freundeskreis „Dat Kölsche Hätz“. Nach der diesjährigen Benefizsitzung konnte eine neue Rekord-Spendensumme für das zurückliegende Jahr verkündet werden.

An diesem Abend zeigt der Kölner Karneval immer seine ganze Kraft. Zum 26. Mal feierte der Freundeskreis „Dat Kölsche Hätz“ zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder seine große Benefizsitzung.

Initiator Robert Greven verkündete am Ende eine Spendensumme, die es in 26 Jahren Vereinsgeschichte noch nicht gegeben hat. Mehr als 1000 Menschen feierten am Donnerstagabend (29. Januar 2026) im Theater am Tanzbrunnen Kölns kultigste Benefizsitzung.

Robert Greven: Verdienstorden in Silber vom Festkomitee

Künstler wie Cat Ballou (die Musiker wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt), „Blötschkopp“ Marc Metzger, Motombo, „Sitzungspräsident“ Volker Weininger, Domstürmer, Bläck Fööss, Miljö, die Tanzgruppen Sugar Girls und die Pänz der Höppemötzjer sorgten nicht nur für eine fulminante Stimmung, sondern verzichteten alle für den guten Zweck auf ihre Gagen. Der größte Star des Abends war aber das jecke Publikum.

Oft ist zu hören, dass der Karneval nur ein einziges Saufgelage sei. Dabei ist das richtige Brauchtum ein enormer Motor für die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Der Karneval zeigt in jeder Session sein riesengroßes Herz. Ja, Köln kann feiern, aber es vergisst dabei nicht die Menschen, die Hilfe benötigen.

Ein wahrer „Benefiz-König“ ist Robert Greven, der „Dat Kölsche Hätz“ vor 26 Jahren nach einem schweren Schicksalsschlag gegründet hat. „Unsere Familie erfuhr am eigenen Leib, wo Unterstützung im Kampf gegen den Krebs bitter nötig ist. Nach dem Tod meiner Tochter habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, es anderen Familien in solch einer Ausnahmesituation leichter zu machen.“

Saskia war im Alter von drei Jahren an einem Hirntumor gestorben. Seitdem sammelt Greven mit seinem Team für den „Förderverein für krebskranke Kinder“. Seit 2001 kamen für „Dat Kölsche Hätz“ so schon fast sieben Millionen Euro zusammen. Eine riesige Erfolgsgeschichte, die in diesem Jahr einen weiteren Rekord aufgestellt hat.

Christoph Kuckelkorn ehrt Robert Greven.

Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (r.) zeichnete den „Kölsche Hätz“-Initiator Robert Greven mit dem Verdienstorden des Festkomitees in Silber aus.

Allein bei der Sitzung im Tanzbrunnen wurden über 158.000 Euro gesammelt. Robert Greven traute seinen Augen nicht, als er die Jahres-Spendensumme von 684.907,39 Euro verkünden konnte. „Damit haben wir die Spendensumme des letzten Jahres nochmals um fast 20.000 Euro toppen können. Vielen Dank für diese enorme Resonanz aus der Karnevalsszene.“

Das Geld fließt direkt dahin, wo es benötigt wird. „Wir geben kein Geld für Forschung aus, sondern nur für Familien und ihre Kinder. Verwaltungskosten gibt es bei uns auch nicht, weil wir alles ehrenamtlich abwickeln“, betont Greven.

Robert Greven mit Marc Metzger.

„Blötschkopp“ Marc Metzger (r.) zählt zu den Künstlern, die immer „för ömesöns“ dabei sind. Er war es auch, der Robert Greven als Erster zur Auszeichnung gratulierte.

Zwar wurde der Moderator bereits 2009 mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet, doch Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn kam noch als Überraschung auf die Bühne. Er verwies auf das Sessionsmotto „Alaaf! Mer dun et för Kölle“, das sehr stark an das Ehrenamt in Köln und im Karneval erinnert.

„Robert, nach deinem Schicksalsschlag hast du 2000 eine bedeutungsvolle Entscheidung getroffen und hast deine ganze Energie in den Dienst einer guten Sache gestellt. Du sammelst Geld für krebskranke Pänz und das enorm erfolgreich. Ich möchte heute danke sagen und dich mit dem Verdienstorden des Festkomitees in Silber auszeichnen.“

Bevor sich Greven bedanken konnte, feierte das Publikum ihn minutenlang mit stehenden Ovationen und nicht enden wollendem Applaus. „Für mich ist das eine noch größere Ehre als die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Diese Auszeichnung kommt einfach von der Stadt, in der ich groß geworden bin. Diese Auszeichnung habe ich aber nicht allein verdient, sondern mein ganzes Team, das seit 26 Jahren an meiner Seite steht.“

Das Dreigestirn samt Wache beim Abendessen.

Jecke Ecke

Überraschung am Abend: Dreigestirn feiert Kindergeburtstag