Ken Reise kann in seiner Rolle als Julie Voyage nicht mehr in Pömps auf die Bühne. Der Künstler wurde von einem fallenden Kölschfass getroffen. Trotzdem läuft die Session bisher hervorragend.
„Zeh war platt“Karnevalskünstler fast vom Kölschfass erschlagen

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Der Fuß passt nicht mehr in die Pömps. Ken Reise alias Julie Voyage muss nun angeschlagen durch die Session ziehen.
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Zum Karneval gehört Kölsch zwingend dazu. In den Sälen und Brauhäusern der Stadt werden aktuell wieder zahlreiche Fässer geleert. Eins davon wurde für einen Karnevalskünstler zum Verhängnis.
Ken Reise alias Julie Voyage saß im Brauhaus Sion und ließ einen weiteren jecken Abend gemütlich ausklingen. Währenddessen wurde aufgeräumt und die leeren Fässer wurden in Richtung Keller transportiert.
Ken Reise feiert in dieser Session 20 Jahre seiner Figur Julie Voyage
„Als der Köbes den großen Rollwagen mit den aufgetürmten leeren Fässern um die Kurve zog, meinte das oberste Fass, dass es an dieser Kurve nicht teilnehmen will“, sagte der 40-Jährige zu EXPRESS.de.
„Es flog im hohen Bogen auf meinen linken Fuß. Ich kann nur sagen, dass es keine Freudentränen waren, die mir in diesem Moment in die Augen schossen.“
Nach der Schrecksekunde folgte leichtes Entsetzen. „Als ich vorsichtig den Schuh ausgezogen hatte, stellte sich heraus, dass der Zeh platt war. Er schwoll direkt zu einer dicken Murmel an und der Nagel war auch nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz. Der Zeh dürfte wohl gebrochen sein.“
Zwar hatte Reise noch die Hoffnung, dass das nächtliche Kühlen helfen würde, am nächsten Tag wurde er aber eines Besseren belehrt. „Die Pömps bekomme ich nicht mehr an. Ich habe dann meine Adiletten herausgeholt und absolviere damit meine Auftritte. Es muss einfach weitergehen.“

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Julie Voyage (Ken Reise) im Duett mit Peter Brings. Zusammen haben sie „E janz klein Gläsje“ auf die Bühne gebracht.
Trotz der schmerzhaften Fässchen-Attacke erlebt Ken Reise in seiner Figur als Julie Voyage seine stärkste Session, seit er im Karneval unterwegs ist. „Ich hatte mir ein persönliches Ziel von 60 Auftritten gesteckt. Dieses habe ich deutlich geknackt, was mich sehr stolz macht. Natürlich ist mir bewusst, dass ich nicht jeden Saal gewinnen kann, aber bis jetzt habe ich noch keine Niete gehabt. Kein Saal ist mir fliegen gegangen, was überhaupt nicht selbstverständlich ist.“
Mit seinem Auftritt aus Rede und Gesang kann er jedes Format individuell bedienen. Besonders stolz ist Reise, dass der Tipp von Marita Köllner, mit eigenen Liedern auf die Bühne zu gehen, so gut funktioniert. „Bei ‚E janz klein Gläsje‘ habe ich zusammen mit den Jungs von Brings eine rockige Version gestrickt, die mit einem Schunkelpart startet und dann in eine rockige Nummer übergeht.“

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Ken Reise ist auch zwischendurch als Moderator gefragt.
Besonders freut sich der Künstler, der sich gerne selbst auf die Schippe nimmt, wenn er auf einer Bühne steht, wo die Leute ihn vielleicht bis jetzt nicht kennen. „Man sieht den Leuten regelrecht an, dass sie sich fragen, was dieses glitzernde Huhn hier will, mich aber am Ende feiern. Das ist schon ein geiles Gefühl.“
Zum Thema Haifischbecken Karneval hat Ken seine ganz eigene Meinung: „So wie du in den Wald hineinrufst, so kommt es wieder heraus. Ich muss nicht jeden heiraten, aber wenn ich hereinkomme, da breche ich mir doch keinen ab, wenn ich ganz freundlich mal hallo sage. Das ist aber leider nicht jedem gegeben. Wir sind doch alle nur kleine Zahnrädchen im Karneval. Mit ein bisschen Respekt und einem Lachen funktioniert alles viel besser. Wer das nicht verstanden hat, ist selbst schuld.“

