Auch das Ordnungsamt fährt an Weiberfastnacht einen Großeinsatz. Bei unzähligen Kontrollen schockt besonders eine Bilanz.
Karnevals-Check in KioskenBilanz von Kölner Ordnungsamt schockt
Aktualisiert
Die einen feiern, die anderen müssen arbeiten: Das Kölner Ordnungsamt ist seit dem frühen Morgen mit einem rund 400-köpfigen Team im Einsatz. Dazu überwachen 950 Mitarbeitende eines privaten Sicherheitsunternehmens unter anderem die Eingänge ins Zülpicher Viertel und die Einhaltung des Glasverbots.
Jetzt hat die Stadt eine vorläufige Einsatzbilanz veröffentlicht (Stand 15 Uhr), nachdem es zuvor erste Zahlen gegeben hatte.
Kölner Ordnungsamt: Fatale Bilanz beim Kiosk-Check
So wurden im Zülpicher Viertel 410 Jugendliche mit Alkohol und/oder Tabak erwischt. Alle gaben die Waren an Ort und Stelle ab. Acht minderjährige Jugendliche wurden von Jugendamt-Teams wegen übermäßigem Alkoholkonsum in Obhut genommen, vier von ihnen mussten im Notfallversorgungszentrum betreut werden.
An den Unfallhilfestellen von Feuerwehr und Rettungsdienst wurden 39 Personen betreut, die zu viel getrunken hatten. Davon sieben Minderjährige. Zehn Feiernde wurden ins Krankenhaus gebracht. Im Notfallversorgungszentrum im Perlengraben, das auch mit einem intensivmedizinischen Platz ausgestattet ist, mussten insgesamt zehn Personen medizinisch versorgt werden.
Bereits im Vorfeld des Straßenkarnevals hatte das Ordnungsamt jugendliche Testkäufer und -käuferinnen in die Kioske geschickt, um zu sensibilisieren, dass bei Jugendlichen vor der Abgabe von Alkohol und Tabak das Alter kontrolliert werden muss. Bei 95 kontrollierten Kiosken wurden in 67 Fällen Verstöße festgestellt.
An Weiberfastnacht wurden in der Altstadt noch mal zwölf Betriebe überprüft. Unfassbare Bilanz: In allen Fällen wurde in den Kiosken unerlaubt Alkohol und/oder Tabak an Jugendliche verkauft!
Mehrere Autos abgeschleppt und wieder Wildpinkler
Leider mussten auch wieder einige Autos abgeschleppt werden, deren Besitzer/Besitzerinnen die Sonderbeschilderung ignoriert und ihre Wagen nicht pünktlich weggesetzt hatten. Im Kwartier Latäng betraf das zehn, in den übrigen Bereichen der Innenstadt 46 Fahrzeuge. In den Tagen zuvor wurden bereits die für Weiberfastnacht benötigten Flächen kontrolliert und insgesamt 57 Fahrzeuge abgeschleppt.
Und obwohl an den Hotspots rund 1000 mobile Toiletten (670 davon alleine im Kwartier Latäng) aufgestellt worden waren, wurden acht Wildpinkler erwischt. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. (iri)

