Horst Müller, Geschäftsführer der Künstleragentur Go, hat sein 20. Jubiläum als Sitzungsleiter gefeiert. Zu diesem Anlass zeichnete das Festkomitee Kölner Karneval den Literaten aus.
Besonderes JubiläumWenn das starke Geschlecht plötzlich in Tränen ausbricht

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Seit 20 Jahren ist Horst Müller der Sitzungsleiter der Kölschen Lotterbove.
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Gestandene Männer, die vor hunderten Mädels in Tränen ausbrechen – auch das erlebt man im Kölner Karneval, wo nicht nur die Stimmung, sondern auch die Gefühle hochkochen.
Ein Mann, den im Kölner Karneval nicht nur jeder kennt, sondern der auch zu seinen Gefühlen steht, ist Horst Müller. Er ist nicht nur Chef der Künstleragentur Go, sondern auch leidenschaftlicher Gardist der Bürgergarde blau-gold und Mitglied der Kölschen Lotterbove.
Festkomitee-Verdienstorden in Gold für Horst Müller
Dort macht er nicht nur als Literat die Programme, sondern leitet auch die Sitzungen. Bei der ausverkauften Mädchensitzung im Dorint an der Messe feierte Müller sein 20. Jubiläum als Sitzungsleiter der Lotterbove.
Vor der Sitzung überraschte ihn der Vorstand um Präsident Hans-Günter Mies mit einer Torte, die sein Konterfei ziert, und einem Bild von Don Lorenzo. „Wir haben ‚Hotte‘ bewusst vor der Sitzung überrascht, weil er es absolut nicht mag, wenn man ihn ins Rampenlicht stellt“, erklärte Mies gegenüber EXPRESS.de.
Als Müllers Künstleragentur noch ihren Sitz in der Innenstadt am Mauritiussteinweg hatte, stand Mies eines Tages mit einigen Vereinskollegen bei ihm und bat um Hilfe. Damals veranstaltete die KG ihre Sitzungen mit mehr oder weniger Erfolg in der Wolkenburg.
„Die Lotterboven und die KG Alt Lindenthal waren die ersten Kölner Gesellschaften, die unserer neuen Agentur damals ihr Vertrauen geschenkt haben“, erinnert sich Müller. Weil die Vereinskasse der Lotterbove nicht gerade üppig gefüllt war, stellte Müller die Programme „ömesön“ zusammen. „Mir lag die kleine Gesellschaft von Anfang an am Herzen, auch wenn damals nicht alles so rund lief. Sie benötigten einfach jemanden, der die KG wachküsst.“

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Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (l.) zeichnete Horst Müller mit dem Verdienstorden in Gold aus.
Nachdem 2005 der damalige Präsident Jakob Alburg sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, wurde Günter Mies sein Nachfolger und machte Müller zum neuen Sitzungsleiter. Und der wurde zum Geburtshelfer für zwei sehr erfolgreiche neue Formate im Karneval.
„Als viele Jecke das Gefühl hatten, dass die traditionelle Büttenrede in den klassischen Sitzungen langsam ausstirbt, haben wir 2019 den Herren-Rednerfrühschoppen geboren. Ein Format, das es bis dahin bislang nicht im Kölner Karneval gab“, so Müller.
Keine Musik, kein Korps, nur Reden. „Anfangs wurde ich für meine Idee in Köln ausgelacht.“ Doch Müller behielt Recht. Seit 2020 gibt es das erfolgreiche Format auch „nur für Damen“. Beide Frühschoppen sind seitdem immer restlos ausverkauft.

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Auch das Kölner Dreigestirn war gekommen, um das Jubiläum von Horst Müller (M.) zu würdigen.
Zusammen mit dem Dreigestirn zog bei der Mädchensitzung Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn auf die Bühne, um „Mister Karneval“ auszuzeichnen. „Lieber Horst, du bist ein Mensch, der sich mit seiner Agentur sehr für die kleineren Gesellschaften einsetzt, die sonst auf dem Markt der Top-Künstler vielleicht auf der Strecke bleiben würden“, sagte Kuckelkorn.
Als Prinz Niklas die Urkunde verlas, war es um den Strippenzieher des Kölner Karnevals geschehen. Müller stand knatschend auf der Bühne, als Kuckelkorn ihm den Verdienstorden des Festkomitees in Gold umhängte.
Für die Zukunft plant Müller, die Aufgabe des Sitzungsleiters in die Hände von Guido Hoffmann zu geben. „Er macht das ganz toll. Für mich ist das zwar schwierig, weil ich sehr an dem Job hänge. Dennoch bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, eines Tages neue Impulse zu setzen und das Amt in jüngere Hände zu legen.“

