„Das kann nur ein Scherz sein“ Wegen Plänen zu Karneval 2022: Harte Kritik an Kölner Stadtdirektorin

Menschenmenge an Weiberfastnacht auf der Zülpicher Straße.

Von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag wird ganz Köln zur Brauchtumszone. Das Foto wurde an Weiberfastnacht 2020 auf der Zülpicher Straße aufgenommen.

Kaum sind die Pläne der Stadt Köln zu Karneval veröffentlicht, gibt es Kritik aus den Reihen der SPD. Aber es gibt auch lobende Worte.

Die ganze Stadt Köln wird an Karneval für sechs Tage (24. Februar bis 1. März) zur Brauchtumszone! Was Stadtdirektorin Andrea Blome da am Mittwoch (9. Februar) auf der Pressekonferenz der Stadt verkündete, war ein Paukenschlag – und wird nun nicht nur unter den Jecken kontrovers diskutiert! Aus den Reihen der SPD regt sich bereits heftiger Widerstand.

SPD-Mann Christian Joisten spricht auf einer Pressekonferenz in Köln.

SPD-Fraktionschef Christian Joisten, hier bei einer Pressekonferenz im Juni 2021, hat die Pläne der Stadtdirektorin scharf kritisiert.

Christian Joisten (50), Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Stadtrat, meldete sich mit einem öffentlichen Statement zu Wort und kritisierte die Pläne der Stadtdirektorin hart: „Diese Idee kann nur ein schlechter Scherz sein. Wer soll denn in der ganzen Stadt die Einhaltung der wichtigen Corona-Regeln kontrollieren? Da hätte Frau Blome auch gleich sagen können: ‚Jetzt ist es eh egal. Wir feiern Karneval, als hätte es Corona nie gegeben!‘“

Karneval 2022: Christian Joisten (SPD) kritisiert die Pläne der Stadtdirektorin

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Für die Stadt ist die Ausweitung der Brauchtumszone auch mit der Hoffnung verbunden, dass sich keine Hotspots bilden, sondern sich das bunte Treiben an den jecken Tagen entzerrt. Joisten befürchtet das genaue Gegenteil: „Die ‚Macht hoch die Tür, die Tor macht weit‘-Politik der Stadtdirektorin wird das gesamte Umland als Einladung verstehen, jetzt auf jeden Fall nach Köln zu kommen. Ob das im Sinne der Corona-Schutzverordnung der Landesregierung ist, darf bezweifelt werden. Gut für Köln ist es jedenfalls nicht.“

Deswegen fordere die SPD, so Joisten, weiterhin, „klar begrenzte Zonen zu definieren, in denen Wirte oder Karnevalsgesellschaften für die Einhaltung strenger 2G-plus-Regeln und damit für die Sicherheit der Feiernden sorgen.“

Köln: Karnevals-Pläne der Stadt sind „pragmatisch“, finden die Grünen

In den Reihen der Grünen wird das Thema offensichtlich ganz anders gesehen, wie Fraktionschefin Christiane Martin (54) verriet: „Die verkündeten Regeln sind ein pragmatischer Umgang mit Karnevalsfeiern in Pandemiezeiten. Sie folgen der Erkenntnis, dass die Feiern in diesem Jahr nicht verboten und erst recht nicht verhindert werden können. Die gesamtstädtische Brauchtumszone wird dafür sorgen, dass sich Feiernde möglichst gut in der gesamten Stadt verteilen.“ Jeder und jede Feiernde trage aber nun mit dem Kostüm auch eine große Verantwortung, betonte Martin.

Auf der PK der Stadt hatte Andrea Blome die neuen Pläne verteidigt: „Dies bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir eine Partyzone schaffen oder die Menschen dazu animieren möchten, in unsere Stadt zu kommen und zu feiern! Unser Ziel ist ein geschützter Raum mit hohen Vorsichtsmaßnahmen, in dem das Feiern in gewissem Rahmen ermöglicht wird.“

Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte sich zufrieden gezeigt mit den neuen Möglichkeiten, die die neue Coronaschutz-Verordnung in NRW bietet: „Wir werden nicht so feiern können, wie wir das in Köln gewohnt sind, aber es ist nun mehr möglich als im letzten Jahr, als der Karneval geprägt war von strengen Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperre und Lockdown und als erst wenige Menschen geimpft und damit vor einem schweren Verlauf geschützt waren.“ (tw)

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