Heftige Szenen auf der „Zülpi“Jugendliche greifen an Karneval zu neuer Droge – „das Zeug knallt“

Traurig, aber wahr. Die Party-Droge scheint nun auch im Kölner Karneval angekommen zu sein. Mehrere Jugendliche haben auf der Zülpicher Straße die Droge konsumiert.

von Matthias Trzeciak (mt)

Schon heftig! Trotz Warnungen von Medizinern und Medizinerinnen scheinen einige junge Jecken die Gefahren der Droge komplett zu unterschätzen.

Wir reden hier nicht von Alkohol oder Joints, sondern von der neuen Party-Droge: Lachgas.

Party-Droge Lachgas auf der Zülpicher Straße

Die Droge wurde an Weiberfastnacht (8. Februar 2024) auf der Zülpicher Straße an mehreren Orten konsumiert. So stand eine Gruppe Jugendliche aus Bonn im Bereich der KVB-Haltestelle Dasselstraße/Bahnhof Süd.

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Auf einer Mauer hatten sie die Gaskartusche abgestellt. Die Luftballons gab es beim Kauf in einem benachbarten Kiosk dazu.

„Die hat 25 Euro gekostet“, sagt ein Jugendlicher gegenüber EXPRESS.de. Namen und Alter wollen sie nicht verraten. „Das Zeug knallt – wir sind aber schon ganz schön high“, lallt ein anderer aus der Gruppe. „Das Problem ist, man kann das so schlecht dosieren“, versucht er uns zu erklären. Dazu trinken sie jede Menge Alkohol.

Immer wieder beobachten wir andere junge Jecken mit Luftballons und Lachgas.

Kölner Neurologe warnt vor Party-Droge Lachgas

Zuletzt hatte der Kölner Neurologe Volker Limmroth noch vor den Gefahren von Lachgas gewarnt. Limmroth ist Chefarzt am Klinikum Köln-Merheim.

„Im Herbst hatten wir die ersten vereinzelten Fälle, inzwischen kommen fast jede Woche Patienten oder Patientinnen mit extremem Vitamin-B12-Mangel in die Klinik“, ausgelöst durch intensiven Konsum von Distickstoffmonoxid, umgangssprachlich Lachgas, erkärte Limmroth am Montag (5. Februar) gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Folgen bei den Patienten oder Patientinnen seien mitunter irreversible Schäden am Rückenmark.

Auf der Homepage der Krankenkasse BKK Pronova heißt es über das Rauschmittel: „Lachgas ist eine gefährliche Partydroge. Zwar macht Lachgas nicht auf körperlicher Ebene abhängig. Doch kann es zu schwerwiegenden Langzeitfolgen wie Schädigungen des Nervensystems und Psychosen kommen.“

Doch: Erwerb, Besitz und Konsum von Lachgas (chemisch Distickstoffmonoxid) sind legal! Es wird eigentlich als weit verbreitetes Treibgas für Spraydosen, etwa bei Schlagsahne, industriell hergestellt und eingesetzt.

In den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien gibt es bereits ein Lachgas-Verbot. Ein Verbot des freien Erwerbs und Besitzes von Lachgas in Deutschland fordert auch Limmroth.