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Jeckes Jubiläum95-Jährige ist Gründungsmitglied im Benefiz-Karnevalsverein

Juliane Pütz mit dem Kölner Dreigestirn.

Ein ganz besonderer Moment für Juliane Pütz (M.). Die 95-Jährige ist Gründungsmitglied der Kleinen Erdmännchen und traf nun mit ihrer Tochter Daniela (l.) das Kölner Dreigestirn.

Zum 44-jährigen Bestehen haben die Kleinen Erdmännchen erstmals eine Brauhaussitzung durchgeführt. Dabei vergab der Karnevalsverein zwei Goldene Erdmännchen.

In dieser Session feiern die Kleinen Erdmännchen ihr jeckes 44. Vereinsjubiläum. Grund genug, eine neue Veranstaltung an den Start zu bringen: die Brauhaussitzung im Dom im Stapelhaus.

So wie die Kult-Benefiz-Karnevalsparty am 11. im 11. im Gürzenich war auch die Brauhaussitzung eine Spendenveranstaltung.

Kleine Erdmännchen: Premiere der Benefiz-Brauhaussitzung

Auf der Bühne begrüßte Präsident René Boldt unter anderem die Rabaue, Marcel Wirtz, „Klimpermännchen“ Thomas Cüpper und Torben Klein. Auch JP Weber war dabei. Der bedankte sich nach seinem umjubelten Vortrag: „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass man bei einer Brauhaussitzung solch ein tolles und respektvolles Publikum haben kann.“

Als sich Weber mit einer Zugabe bedanken wollte, unterbrach ihn der Präsident der Erdmännchen. „Die Erdmännchen möchten Menschen danken, die sich für den Karneval, unser Brauchtum und die Erdmännchen-Familie verdient gemacht haben. Lieber Jörg, du bist einer dieser Menschen“, sagte Boldt.

„Du schaffst es, die kölsche Sproch, die Identität und die Musik in deiner typisch kölschen Art zu verbinden. Du bist viel mehr als nur ein Narr, den du gerade besungen hast. Du bist das Salz in der Suppe des kölschen Fasteleer. Für dein Engagement und den Erhalt und die Förderung der kölschen Sproch, verleihen wir das Goldene Erdmännchen.“

Da JP Weber auf seine Gage verzichtete, durfte er sich einen Spendenempfänger aussuchen. „Die Pänz sind unsere Werte, daher brauche ich nicht lange zu überlegen. Die 500 Euro gehen an die Schull- un Veedelszöch.“ Und noch einen Wunsch hatte Weber: „Ich wünsche mir, dass den vielen Ehrenamtlern in unserer Stadt keine Gehässigkeit, sondern Akzeptanz und Freundlichkeit entgegengebracht werden. Menschen, die sich für andere einsetzen, haben keine Hetze verdient.“

JP Weber mit Jörg Heseding und René Boldt bei der Ehrung.

JP Weber (l.) wurde von Präsident René Bolt (r.) und dem 2. Vorsitzenden Jörg Heseding mit dem Goldenen Erdmännchen ausgezeichnet.

So wie JP Weber vollkommen überrascht von der Auszeichnung war, erging es auch dem Wunderheiler der Jecken, Kult-Physio Wilfried Wiltschek. Für den Mann, der sich seit über 25 Jahren vor allem um die Verletzungen der vielen Tänzer und Tänzerinnen kümmert, gab es ebenfalls ein Goldenes Erdmännchen.

„Diese Ehrung zählt für mich doppelt, wenn ein karitativer Karnevalsverein einem Ehrenamtler auf Augenhöhe eine solch persönliche Ehrung zuteilwerden lässt. Ich hatte Gänsehaut, zumal ich ja normalerweise immer hinter der Bühne und nicht auf der Bühne stehe“, sagte er.

Wilfried Wiltschek mit seinem Goldenen Erdmännchen.

Für Kölns Kult-Physio Wilfried Wiltschek gab es ebenfalls ein Goldenes Erdmännchen.

Beim Auftritt des Kölner Dreigestirns erlebte Juliane Pütz einen ganz besonderen Moment, als Prinz Niklas, Bauer Clemens und Jungfrau Aenne sie in ihre Arme nahmen. Die 95-Jährige ist Gründungsmitglied der Erdmännchen und bis heute bei allen Veranstaltungen dabei.

„Karneval ist mein Leben. Die Menschen, die Stimmung und das Miteinander halten mich jung“, sagte sie strahlend. In den 44 Jahren Mitgliedschaft hat sie schon verschiedene Vorstandsposten bekleidet. „Heute ist meine Tochter Daniela Schatzmeisterin der Erdmännchen und ebenfalls so karnevalsinfiziert wie ich.“

Ihr schönstes Erlebnis im Fastelovend wird die 95-Jährige nie vergessen. „Bei einer Erdmännchen-Veranstaltung sollte eigentlich Marie-Luise Nikuta auftreten. Da sie aber krank war und ich genauso rote Haare hatte wie sie, habe ich sie spontan gedoubelt. Und was soll ich sagen? Die Jecken haben mich gefeiert.“

Das Kölner Festkomitee feiert als Brassband auf der Bühne.

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