Stimmung wie im FußballstadionE-Sport-Highlight sorgt für Vier-Tage-Wahnsinn

IEM Cologne 2026: Fans vom Team Vitality feiern in der Lanxess-Arena.

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Stimmung wie im Fußballstadion. Das Team Vitality mit Vorsängerin am Donnerstag (18. Juni 2026) im Fanblock in der Lanxess-Arena.

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Vier Tage lang ist Köln der absolute Nabel der E-Sport-Welt. Bei der IEM Cologne messen sich acht Teams in Counter-Strike 2. Es geht um 1,25 Millionen Euro Preisgeld. Die Lanxess-Arena ist ausverkauft.

Vor wenigen Tagen sicherte sich der FC Barcelona in der Kölner Lanxess-Arena erneut die Champions-League-Trophäe im Handball. Die Halle war dabei einmal mehr ein Hexenkessel. Schon in der Nacht nach dem Finale begann der Aufbau für das nächste Großereignis.

Seit Donnerstag (18. Juni 2026) geht es in Deutz erneut hoch her. Ein weiterer Sporthöhepunkt sorgt vier Tage lang für eine ausverkaufte Arena und absoluten Ausnahmezustand auf dem Gelände und im Henkelmännchen.

IEM Cologne sorgt vier Tage für eine ausverkaufte Lanxess-Arena

Das prestigeträchtigste E-Sport-Turnier der Welt, die IEM Cologne, steigt zum zwölften Mal. Nach 2014, 2015 und 2016 ist das Spektakel erstmals wieder ein Major (vergleichbar mit einer Weltmeisterschaft), was noch mehr Preisgeld und Prestige bedeutet. Köln ist mit vier Majors nun alleinige Rekordstadt.

Über die ersten Runden im Palladium haben sich die acht besten Counter-Strike-Teams der Welt qualifiziert. 1,25 Millionen Euro Preisgeld werden in Köln ausgeschüttet. Der Auftakt wurde bereits von 700.000 Menschen am Stream verfolgt.

Rund um die Lanxess-Arena herrschte am Donnerstag bereits große Aufregung. Hunderte Fans standen lange in der Sonne an, um Autogramme ihrer Idole zu ergattern. Bei „Hau den Lukas“ oder beim Bullenreiten vertrieben sich einige die Zeit.

In einem Zelt konnte jeder Gast auch selbst seine Zocker-Qualitäten beweisen. In einem anderen Zelt ließen sich viele ein Airbrush-Tattoo ihres Lieblingsteams sprühen und schauten sich die modernsten Gaming-Stühle an.

IEM Cologne: Blick auf die Bühne beim ersten Viertelfinale.

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Bei der IEM Cologne treten die acht besten Teams beim Computerspiel Counter-Strike 2 gegeneinander an.

„E-Sport ist kein Nischen- oder Trendthema mehr“, sagt Christopher Grieben von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Der deutsche Games-Markt wächst.“ In Deutschland spielen 41,5 Millionen Menschen Videospiele auf Smartphones, Konsolen, dem PC oder dem Tablet. Nur wenige davon haben aber das Zeug zum E-Sport-Profi.

IEM Cologne: Fans verfolgen das Geschehen auf der Bühne.

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Gebannt verfolgten die Fans die Spiele über die Leinwände. Viele von ihnen trugen auch Trikots ihrer Lieblingsteams.

Der Brasilianer Marcelo David alias Coldzera brachte zum Start des Spektakels die Trophäe in die tobende Halle. Er hatte 2016 das bisher letzte Major in Köln gewonnen. Die acht Fangruppen der qualifizierten Teams hatten ihre Bereiche bezogen. Besonders lautstark ging es beim französischen Team Vitality zu, das derzeit das Maß aller Dinge ist.

Für Counter-Strike-Laien ist das Geschehen auf den gigantischen Bildschirmen kaum nachvollziehbar. Je fünf Spieler saßen pro Seite an ihren Konsolen, dahinter gab ein Trainer Anweisungen. Immer wieder brandete frenetischer Jubel unter den Fans auf, wenn ein besonders spektakulärer Treffer nochmals in Zeitlupe bestaunt werden konnte. Zwei englische Kommentatoren beschrieben den Spielverlauf voller Euphorie.

IEM Cologne: Einmarsch der Spieler in die Lanxess-Arena.

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Die E-Sports-Akteure zogen unter dem großen Jubel der Menge in die Arena ein.

Besonders zufrieden schaute sich Sebastian Weishaar das wilde Treiben an. Der ist Präsident bei der ESL FACEIT Group, die das Event organisiert. 2005, als er aus Hamburg nach Köln gezogen war, fuhr er mit seinem Vater an der Arena vorbei und äußerte den kühnen Plan, diese eines Tages mit E-Sport zu füllen.

„Ich wurde selten so erstaunt von ihm angeschaut. Und jetzt ist diese Halle schon zum zwölften Mal ausverkauft. Es ist einfach das Jahres-Highlight, wenn die Counter-Strike-Community aus der ganzen Welt zusammenkommt“, sagte er im EXPRESS.de-Gespräch. „Das Event war bereits im vergangenen Dezember ausverkauft“.

IEM Cologne: Veranstalter Sebastian Weishaar im Interview.

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Sebastian Weishaar ist als Präsident eSports bei der ESL FACEIT Group Veranstalter des Spektakels.

Weishaar konnte auch spannende Zahlen zum Vier-Tage-Wahnsinn präsentieren. 70 Prozent der Gäste kommen nicht aus Deutschland, sondern aus 80 verschiedenen Ländern. „Die Fans kommen unter anderem aus China, Australien und Brasilien und planen ihren Jahresurlaub um das Event herum. Für Köln ist das ein großer Wirtschaftsfaktor. Das erzeugte Wirtschaftsvolumen für die Stadt dürfte zwischen 40 und 45 Millionen Euro betragen. Es gibt nur wenige Events, die so viele internationale Besucher anziehen.“

Deswegen wird es in diesem Jahr auch die erste Ausgabe der „ESports Leaders Honours“ durch die Stadt Köln geben. Mit dieser werden nun jährlich Personen, Organisationen und Projekte ausgezeichnet, die den E-Sport besonders geprägt haben.

IEM Cologne: Ein Team spielt das Viertelfinale.

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Pro Team bilden jeweils fünf Spieler eine Einheit. Ein Coach überwacht das Geschehen und gibt entsprechende Anweisungen.

Die Teams FURIA und Aurora setzten sich zum Auftakt durch. Am Samstag finden die beiden Halbfinals statt, am Sonntag um 17 Uhr steigt das große Finale. „Die Arena wird dann wieder zum absoluten Tollhaus“, weiß Hausherr Stefan Löcher.

Auf einen Fakt legt Veranstalter Weishaar besonders viel Wert. „Die Handballer haben die Bezeichnung ‚Kathedrale des Handballs‘ gestohlen. Wir hatten den Begriff ‚Kathedrale von Counter-Strike‘ schon viel früher. Und ich finde, dass die Stimmung bei uns teilweise noch besser ist.“

Oberbürgermeister Torsten Burmester (v.l.), Stadtentwicklungsdezernent Andree Haack, Martina Müller (Director Development bei Bauwens) und Franka Schinkel (Leiterin Wohnungsbauleitstelle der Stadt) stellten die Ergebnisse von „Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle“ vor.
Entscheidung auf Eis gelegt
Kölner Plan für günstigeres Bauen erst einmal vertagt