Nach Höhner-Online-Konzert Volksbühne am Kölner Rudolfplatz geht neue Wege

Höhner Online Konzert Muttertag

Die Höhner gaben am Muttertag ein Online-Konzert auf der Volksbühne.

Köln – Die Volksbühne am Rudolfplatz geht in Zeiten von Corona ganz neue Wege, denn die Lage von Kölns ältestem Theater ist „katastrophal“, wie es Geschäftsführer Axel Molinski beschreibt. Ab dem 30. Mai dürfen Theater in Köln unter strengen Corona-Auflagen wieder öffnen.

„Wir sind weder von der Stadt noch vom Land gefördert. Wir leben nur von den Ticketeinnahmen bzw. von Einnahmen von Vermietungen. Dadurch, dass wir 2018/2019 gut gewirtschaftet haben, lief das Theater nach dem dreijährigen Aufbau in ruhigen Bahnen. Dann kam Corona.“

Höhner mit Online-Konzert auf der Volksbühne

„Aufgeben ist keine Option für uns“, betont Axel Molinski immer wieder. „Wir müssen einfach neue Ideen an den Start bringen, wie zum Beispiel das Muttertags-Live-Stream-Konzert mit den Höhnern.“ Das Konzert, das neben der Rewe Group auch mit der Unterstützung der Stadt Köln präsentiert wurde, zog im Schnitt über 30.000 Zuschauer vor die Bildschirme und war gleichzeitig auch ein Benefizkonzert zur Unterstützung der Volksbühne.

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30.000 Menschen verfolgten das Live-Konzert im Schnitt.

Darüber hinaus wurde während des außergewöhnlichen Konzertes um Spenden für das Theater gebeten. Am 23. September 2020 findet zu Gunsten der Volksbühne ein Benefizkonzert unter anderem mit den Bläck Fööss, Torben Klein, JP Weber und Linus statt.

Volksbühne: Masse an Veranstaltungen abgesagt

Durch die Absage der lit.Cologne fielen für die Volksbühne 35 Veranstaltungen weg. „Das konnten wir weitestgehend durch unsere Ressourcen auffangen. Alles was möglich war, haben wir zurückgefahren und für unser festes Personal Kurzarbeitergeld beantragt. Wir sind jetzt dabei, in gewisse Fördertöpfe zu greifen, die auch die Stadt Köln aufgelegt hat. Irgendwie muss es weitergehen“, betont Molinski.

Durch die Masse der abgesagten Veranstaltungen können diese nicht alle in diesem Jahr in der Volksbühne nachgeholt werden. Daher hatte der Geschäftsführer bereits am 15. März, als das Verbot der Theateraufführungen in Kraft trat, die Idee, mit einer alternativen Spielstätte an den Start zu gehen.

Auf die Frage, ob sich solch eine Maßnahme lohnt, appelliert Molinski an die Zuschauer: „So wie Friseure in der Übergangszeit teurer werden, könnte es sein, dass ebenso bei uns in der Übergangszeit gewisse Tickets teurer werden könnten. Ich glaube fest daran, dass die Bereitschaft beim Publikum da ist, diese für einen befristeten Zeitraum zu honorieren.“

Wiederaufnahme würde finanzielles Loch vergrößern

Solange die Abstandsregeln von 1,5 Meter gelten, kann das Theater ab 1. Juni pro Veranstaltung 100 Plätze belegen. „Wir arbeiten zwar ganz stark auf den 1. Juni hin, wissen aber bereits jetzt, dass durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unser finanzielles Loch größer wird“, ist sich Axel Molinski bewusst.

Ob die wichtigste Einnahmequelle des Theaters, die Gastronomie, direkt ab dem 1. Juni zum Tragen kommt, stehe noch nicht fest: „Wenn überhaupt, werden wir zu Beginn ganz klein anfangen, um Erfahrungswerte zu sammeln.“

Köln: Volksbühne geht neue Wege

Damit mehr Menschen bei den Vorstellungen dabei sein können, geht die Volksbühne ganz neue Wege. „Bei der Komödie Suite Grand Royal wurde das Konzept dahingehend geändert, dass dieses als Online-/Offline-Theater aufgeführt wird.

Das bedeutet: Das Stück wird live vor Publikum gespielt und gleichzeitig gestreamt. Durch diese Krise ergeben sich ganz neue Theater und Spielformen. Derzeit wird daran gearbeitet, dass man sich für den Onlinestream ein Ticket kaufen kann“, erklärt der Geschäftsführer.

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„Wir danken von Herzen allen Künstlern für diese so dringend benötige Unterstützung“, freut sich Molinski. „Bereits gestartet ist das Vermietungsangebot für Geschäfts-Meetings für bis zu 50 Personen im Theater. Eine weitere Überlegung ist, das Haus vormittags Kindereinrichtungen zur Verfügung zu stellen, um zum Beispiel Kinderfilme oder kleine Theaterstücke für Kinder zu zeigen. Damit könnten Kitas, die nicht über genügend Platz in Coronazeiten verfügen, weitere Gruppen stundenweise betreuen.“

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