17

Herzinfarkt kurz vorm GeburtstagStadt Köln trauert um ihren OB-Fahrer

Köln war seine Stadt und Liebe: Michael Frey auf einem Selfie.

Copyright: Privat

Köln war seine Stadt und Liebe: Michael Frey auf einem Selfie.

Michael Frey war jahrzehntelang Chauffeur, Vertrauter, Freund und Bodyguard der Kölner Bürgermeister. Kurz vor seinem 58. Geburtstag hörte sein Herz auf zu schlagen.

Er war ein Bär von einem Mann, urkölsch, kräftig, mit großen Händen und noch größerem Herzen!

Michael Frey, der sanftmütige, hilfsbereite Mitarbeiter der Stadt Köln, der Mann, der jahrzehntelang Oberbürgermeister, Bürgermeister und Dezernenten vom Rathaus zu unzähligen Terminen chauffierte, ihr ständiger Fahrer, Vertrauter, ja Freund wurde, ist tot. Am Donnerstag (16. Juli) wurde sein Tod festgestellt. Nur zwei Tage später, am Samstag, wäre er 58 Jahre alt geworden.

Tragisch: Viele Kölnerinnen und Kölner, die mit ihm über Facebook verbunden waren, gratulierten ihm zu seinem Geburtstag, schickten die besten Wünsche, Fotos, Emojis. Nur einer schrieb plötzlich: „Rest in Peace, Michael“.

Es war Rathaus-Gastronom Josef Rayes, der Frey seit vielen Jahren kannte, der ihm als Stammgast im „Consilium“ ans Herz gewachsen war: „Ich bin sehr, sehr traurig. Er war ein lieber Kerl und ein guter Freund von mir.“ Einen Herzinfarkt habe Frey erlitten, ein Freund fand ihn tot im Bett. Schon lange hatte er Herzrhythmusstörungen.

Dienstwagen wurde für ihn umgebaut

Frey war das Schwergewicht unter den städtischen Fahrern, für den sogar mal ein Dienst-Toyota umgebaut werden musste: Nach dem Motto „Nichts ist unmöglich“ wurde die Sitzschiene bis zur Rücksitzbank verlängert, damit „Micha“ auch im Prius hinters Lenkrad passte.

Legendär ist auch die Geschichte, als er 2011 zusammen mit Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes einen Handtaschendieb in der Altstadt fing: „Plötzlich hörte ich Hilfeschreie und sah, dass ein Mann einer Frau die Handtasche weggerissen hatte und weglaufen wollte“, erzählte Scho-Antwerpes damals dem EXPRESS.

Michael Frey und Elfi Scho-Antwerpes 2011 nach der erfolgreichen Räuberjagd in der Altstadt. Sie sagt rückblickend: „Wir waren ein tolles Team.“

Copyright: Udo Gottschalk

Michael Frey und Elfi Scho-Antwerpes 2011 nach der erfolgreichen Räuberjagd in der Altstadt. Sie sagt rückblickend: „Wir waren ein tolles Team.“

Blitzschnell rief sie ihrem Fahrer zu: „Da müssen wir ran!“ Die beiden jagten den Rathaus-Räuber in eine Sackgasse. Die Polizei kam, nahm ihn fest. Die Bürgermeisterin sagte damals: „Ohne Herrn Frey hätte ich das nie geschafft. Ihm gebührt der Dank.“

Auch Scho-Antwerpes (73) ist furchtbar traurig über den Verlust ihres ehemaligen Fahrers, mit dem sie oft sieben Tage die Woche weit über zehn Jahre zigtausende Kilometer zurückgelegt hatte: „Er war immer für mich da und nie krank. Vor wenigen Tagen hatten wir noch telefoniert, wollten uns auf einen Kaffee treffen. Ich hatte ihm meine Glückwünsche zum Geburtstag auf die Mailbox gesprochen, aber keine Antwort erhalten. Es tut mir so leid.“

Blick auf die hell erleuchtete Bühne beim Konzert von Romeo Santos & Prince Royce in der Lanxess-Arena in Köln.
Arena-Party trotz Technik-Panne
Latino-Duo bringt Köln-Publikum zum Kreischen