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Ich habe es getestetWas der neue Wellness-Trend Head Spa in Köln wirklich kann

Akupressur der Schläfen

Copyright: Evelyn Steinbach/dpa-tmn

Entspannung und Kopfhaut im Fokus: Anders als beim Friseurbesuch geht es beim Head Spa nicht um Haarschnitt, Farbe, Dauerwelle und Co.

Ein neuer Wellness-Trend erobert Köln: Was hinter dem japanischen Head Spa steckt und warum es mehr als ein Friseurbesuch ist.

Anstelle eines Friseurstuhls wartet in Köln-Riehl eine beheizte Liege auf mich. Kein Lärm von Föhnen, keine Hektik. Dafür gedimmtes Licht, leise Musik und der Geruch von Tee und Ölen. Im „Muck Retreat“ dreht sich alles um das Head Spa, eine Anwendung, die mehr verspricht als eine simple Haarwäsche. Was genau dahintersteckt, will ich hier ergründen.

Ich bekomme weiche Hausschuhe, trinke einen Popcorn-Tee und erfrische mein Gesicht und meine Hände mit einem feuchten, duftenden Tuch. Die Inhaberin Wijitra Kaehne und ihr Gatte Tobias erläutern den Prozess. Sie stellen Fragen zu meiner Kopfhaut und möglichen Sensibilitäten. Anschließend wechsle ich in den Nebenraum auf ein japanisches Head-Spa-Bett. Das ist eine temperierte Liege, auf der der Kopf über einem großen Becken auf einer Halterung aus Kunststoff platziert wird. Zuerst fühlt es sich ungewohnt an, dann aber sehr angenehm. Während Nacken und Schultern unbedeckt bleiben, wird der Körper in eine Decke gehüllt.

Klangschale und Kamm

Der Ursprung des Head Spa liegt in Japan. Von dort aus fand die Methode schnell ihren Weg in andere asiatische Regionen, wo sie durch weitere Pflege- und Massagegriffe ergänzt wurde. Diese Mischung ist auch bei Wijitra Kaehne spürbar: Als gebürtige Thailänderin verknüpft sie die japanische Herkunft des Konzepts mit zusätzlichen Komponenten. 

Mit geschlossenen Augen lausche ich den schwingenden Klangschalen und fühle, wie Federn über meine Gesichtshaut streichen. Mein Haar wird behutsam gebürstet und gekämmt. Es folgt eine Druckpunktmassage im Gesicht nach japanischem Stil. Wijitra Kaehne stimuliert Akupressurpunkte an den Schläfen, Wangen, am Mund, den Lidern und der Stirn. Die Berührung ist ziemlich intensiv und zielt darauf ab, Verspannungen zu lösen. 

Danach ist der Hinterkopf an der Reihe. Sie kämmt das Haar erneut und zieht dabei verschiedene Scheitel. Warmes Öl wird mittels einer Pipette auf die Kopfhaut geträufelt. Nach einem kurzen Pieksen breitet sich ein warmer Film aus. Wijitra Kaehne massiert das Öl behutsam ein, verwendet dabei auch einen chinesischen Gua-Sha-Stab und lockert die Schulter- und Nackenpartie. Man befindet sich in einem Zustand zwischen Meditation und Dämmerschlaf. «In Thailand nennen die Menschen es Sleeping Salon anstelle von Head Spa», sagt Wijitra Kaehne. «Weil man dabei kurz davor ist, einzuschlafen.»

Kein Head Spa ohne Wasserbogen?

Die Haarwäsche erfolgt erst jetzt. Wijitra Kaehne arbeitet das Shampoo anders ein, als man es vom Friseur kennt: nicht mit knetenden, runden Bewegungen, sondern durch schnelle, schiebende Stöße. Das weckt mich wieder auf. Der Schaum wird im gesamten Haar verteilt, darf kurz einwirken und wird dann sorgfältig ausgespült. Zum krönenden Abschluss kommt der berühmte goldene Wasserbogen, der auf Social Media als Symbol für das Head Spa dient. Optisch ist er ein Hingucker, für das eigentliche Gefühl aber beinahe irrelevant.

Nach einer Stunde fühle ich mich nicht nur gepflegt, sondern auch spürbar erholt. Mein Haar ist weich, ich fühle mich frisch und gewappnet für den Tag. Der Preis für diese Anwendung beträgt 99 Euro für 60 Minuten; eine 90-minütige Sitzung wird für 129 Euro angeboten.

Fürs Head Spa zum Friseur

Head Spa: Dieses Angebot ist nicht auf Köln beschränkt. So schrieb die «Vogue» im April dieses Jahres über einen Besuch im «Glow Head Spa» in München, der eine Kopfhaut-Analyse, Massagen für Kopf, Nacken und Schultern sowie Aromadampf umfasste. 

Das Modemagazin «Glamour» hat die Wellness-Anwendung ebenfalls getestet. «Anders als beim klassischen Friseurtermin geht es hier nicht um Schnitt oder Styling, sondern ausschließlich um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kopfhaut», wird dort berichtet. Es ist jedoch teilweise möglich, einen Haarschnitt mit einem Head Spa zu verbinden, da einige Friseurbetriebe diese Behandlung mittlerweile auch im Portfolio haben.

Seit Sommer 2023 leitet Friseurmeisterin Nina Baxmann in Schwäbisch Gmünd ein japanisches Head Spa. Dort kann die Sitzung mit einer Analyse der Kopfhaut unter dem Mikroskop starten. Sie prüft: «Wie dicht wächst das Haar? Wie viele Follikel produzieren ein Haar? Wie ist die Durchblutung?», schildert sie. Dies ersetze keine medizinische Diagnose, betont Baxmann, unterstütze aber bei der Beratung. Laut ihr sind viele Schwierigkeiten direkt auf der Kopfhaut erkennbar: «Zum Beispiel Schuppen, verstopfte Poren oder Ablagerungen.»

Geht auch ohne volle Haare

Die Resultate dieser Untersuchung fließen in die anschließende, mehrstufige Anwendung ein. «Bei trockener Kopfhaut arbeiten wir mit Ölen, Wärme und Dampf, um die Haut intensiv zu pflegen», erklärt Baxmann. Hitze und Dampf bewirken eine Öffnung der Haar-Schuppenschicht, damit Pflegestoffe besser eindringen können. Wenn sich Talg oder Reste von Stylingprodukten abgelagert haben, rät Baxmann zu einem Peeling für die Kopfhaut mit feinen Kristallen aus Meersalz. «Bei Haarausfall setzen wir auf Produkte und Massagen, die die Durchblutung der Kopfhaut anregen.» 

Eine japanische Akupressurmassage ist ebenfalls Teil ihres Angebots. Ihr Salon stellt für 70 Minuten 120 Euro in Rechnung. Die mikroskopische Kopfhaut-Analyse wird mit zusätzlichen 14 Euro berechnet.

Vergleichbar mit Wijitra Kaehne suchen auch die Kundinnen und Kunden von Baxmann die Behandlung aus verschiedenen Gründen auf. Einige erhoffen sich primär eine Tiefenreinigung ihrer Kopfhaut, während andere Entspannung finden möchten. Die genaue Ausrichtung der Anwendung wird im Vorfeld abgestimmt.

Dabei ist ein Head Spa nicht ausschließlich für Personen mit voller Haarpracht geeignet. Da der Fokus auf der Kopfhaut liegt, nehmen laut Wijitra Kaehne auch Personen mit spärlichem Haar oder Glatze das Angebot in Anspruch. Baxmann fügt hinzu, dass während einer Chemotherapie der Wunsch entstehen kann, der Kopfhaut Pflege zukommen zu lassen. Kaehnes Erfahrung nach suchen auch Menschen mit wiederkehrenden Kopfschmerzen ein Head Spa auf. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig bewiesen: Für das Head Spa als separate Therapieform gibt es bisher keine soliden Studien. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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