Was für ein Gewusel! In Köln-Ehrenfeld hat wieder das beliebte Körnerstraßenfest stattgefunden. Die Nachbarschaft stand dabei im Mittelpunkt. Man konnte sogar „Ja, ich will“ sagen.
Kölsch, Kaffee, Kuppel-SpaßWenn das Veedel zur riesigen WG-Party wird
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Mega-Erfolg in Köln-Ehrenfeld: Die Körnerstraße verwandelte sich am Samstag (18. Juli) erneut in eine lebendige Festmeile – und die war rappelvoll! Von 12 bis 22 Uhr feierten Anwohner sowie Besucher gemeinsam beim traditionellen Körnerstraßenfest.
Unter dem Motto „Die Straße gehört uns“ wurde die sonst vom Verkehr geprägte Straße für einen Tag zum Treffpunkt der Nachbarschaft. Statt Autos bestimmten lange Tische, liebevoll gestaltete Stände, Musik und zahlreiche Begegnungen das Straßenbild.
Bei Kölner Fest steht die Nachbarschaft im Mittelpunkt
Das Besondere am Körnerstraßenfest ist der persönliche Charakter. Anders als bei vielen herkömmlichen Straßenfesten wird es von den Menschen aus dem Veedel selbst getragen. Bewohnerinnen und Bewohner öffneten ihre Häuser, Hinterhöfe und schmückten ihre Fensterbänke für die Gäste und schufen damit eine familiäre Atmosphäre. Zahlreiche Gäste aus ganz Köln wurden von dieser Atmosphäre angezogen.
Ein Beispiel dafür lieferten Nina Wettlin und Ümit Sezer. Mit ihrer 5er-WG öffneten sie das gesamte Haus einschließlich einer riesigen Dachterrasse für das Fest. Dort verkauften sie Getränke, veranstalteten eine Hausparty – jeder war eingeladen.
Auch außergewöhnliche Ideen fanden auf dem Straßenfest ihren Platz. Matthias Weber, Kolja Volk und Tamis Nickel boten den Besucherinnen und Besuchern symbolische Hochzeiten an. Die spontane Idee war bereits 2018 entstanden und hatte sich inzwischen zu einer festen Tradition des Straßenfestes entwickelt. Mit viel Humor und Charme „verheirateten“ sie zahlreiche Gäste und sorgten damit für lachende Gesichter.

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Bei Matthias Weber (M.) mit Kolja Volk (r.) und Tamis Nickel (l.) konnte man symbolisch heiraten. Die nötigen Accessoires hatte das Trio natürlich parat.
Neben den kreativen Aktionen überzeugte das Fest vor allem durch seine kulinarische Vielfalt. Von frisch gebrühtem Kaffee über das klassische Kölsch bis hin zu internationalen Spezialitäten war für jeden Geschmack etwas dabei. Taner bot beispielsweise gemeinsam mit seiner Familie türkische Spezialitäten an. Seit circa drei Jahren beteiligt er sich am Straßenfest und beschreibt die Veranstaltung als eine schöne Abwechslung.
Neda Fatapour und Mika Doll verkauften selbstgemachte Getränke. Für sie stand weniger der Verkauf als vielmehr der Austausch mit den Menschen aus dem Veedel im Mittelpunkt. „Das Straßenfest bietet eine besondere Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärte Mika Doll.
Bereits seit rund einem Jahrzehnt gehöre Kibar Bektas zu den festen Teilnehmerinnen des Straßenfestes. Aus ihrem Fenster heraus verkaufte sie in diesem Jahr türkische Backwaren sowie selbstgestrickte Handarbeiten. Besonders schätze sie das soziale Miteinander und die Gemeinschaft, die das Straßenfest jedes Jahr aufs Neue entstehen lasse.

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Kibar Bektas verkauft bei dem Straßenfest schon seit vielen Jahren türkische Backwaren und Selbstgestricktes aus ihrem Fenster heraus.
Auch Kunst und Kreativität prägten das Festival. In zahlreichen Hinterhöfen gab es Kunstwerke zu entdecken, während im Bunker K101 Studierende ihre Fotografien präsentierten. Handgefertigter Schmuck, Tattoo-Kunst und viele weitere kreative Angebote luden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, an nahezu jeder Ecke Neues zu entdecken. Liebevoll geschmückte Fensterbänke und dekorierte Innenhöfe verliehen dem Gelände zusätzlich eine besondere Atmosphäre.
Das Körnerstraßenfest bewies erneut, wie lebendig Straßenkultur in Köln sein kann. Es lebt vom Engagement der Nachbarschaft, von Offenheit und gegenseitigem Miteinander. Gerade diese persönliche Atmosphäre macht den besonderen Reiz der Veranstaltung aus und zeigte, warum das Fest seit 1998 Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Stadt nach Ehrenfeld lockt.
