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Flughafen Köln/Bonn Irrer Zoff: Parkplätze teurer – trotz Corona-Kurzarbeit

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Machen ihrer Wut Luft: Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim (gelbe Weste) mit Betriebsräten der Sicherheitsunternehmen. Das Foto wurde im Januar aufgenommen.

Köln – Der irre Parkplatz-Zoff am Flughafen Köln/Bonn geht in die nächste Runde: Zunächst berichtete EXPRESS über drastische Preiserhöhungen bei den Mitarbeiterparkplätzen von bis zu 82 Prozent, die zum Ende 2019 angekündigt waren (hier lesen Sie mehr). Dann gab es Beschwerden von Beschäftigten, dass sich ohne deren Wissen die Geschäftsbedingungen geändert hatten.

Als ein Mitarbeiter seinen Wagen auf dem (monatlich teuer bezahlten) Parkplatz abstellte und mehr als zwei Wochen in Urlaub flog, sollte er 790 Euro nachzahlen, weil er ja gar nicht im Dienst war (hier lesen Sie mehr). Jetzt geht Verdi auf die Barrikaden, weil zum 1.April die Stellplätze für Sicherheitsleute teurer werden, obwohl durch Kurzarbeit wegen der Corona-Krise das Gehalt deutlich reduziert wird.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim zum EXPRESS: „Das Sicherheitspersonal ist, wie viele andere Beschäftigte am Flughafen Köln/Bonn auch, von der Kurzarbeit betroffen. Die Beschäftigten werden in dieser aktuellen Krisensituation Kurzarbeitergeld erhalten, das natürlich weniger sein wird, als deren bisheriger Nettoverdienst."

Flughafen Köln Bonn: Verhandlungen über Kurzarbeit

Der Gewerkschafter weiter: „Deshalb fordern wir, dass der Flughafen Köln/Bonn wie auch der Airport in Düsseldorf in dieser Pandemiezeit die Parkplatzkosten den Beschäftigten vollständig erlässt. Der Flughafenbetreiber darf nicht weiter die vollen Gebühren erheben. Außerdem wird der Parkplatz durch das Sicherheitspersonal wegen der Kurzarbeit deutlich weniger benutzt werden. Hier muss das unverhältnismäßige und unsoziale Verhalten des Flughafenbetreibers dringend korrigiert werden."

So sollen die Sicherheitsleute nun ab April monatlich rund 65 Euro zahlen, während sie vorher, etwa auf P3 rund 39 Euro überweisen mussten. Kötter ist bereits in Kurzarbeit, Securitas wird wohl bald folgen.

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Flughafen-Chef Johan Vanneste.

Klar ist: Der Flughafen Köln/Bonn unter der nun zweijährigen Leitung von Johan Vanneste hat derzeit wegen der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Flugausfälle und Ladenschließungen in den Terminals eine Menge finanzielle Probleme auf dem Tisch. Zudem wird über Kurzarbeit in verschiedenen Abteilungen der Verwaltung verhandelt. Bei der Flughafengesellschaft sind rund 1.900 Mitarbeiter angestellt.

Auch die lukrativen Einnahmen der Parkhäuser für Fluggäste und Geschäftsreisende gehen angesichts leerer Parkdecks deutlich zurück.

Offenbar wird jetzt jeder Euro gebraucht, denn auch die „Kiss & Fly"-Schranke für schnelle Bringer oder Abholer (zehn Minuten gratis parken, dann 15 Minuten für fünf Euro) ist nach EXPRESS-Informationen in Köln noch in Betrieb, während sie in Düsseldorf bereits dauerhaft offen steht.

Flughafen Köln Bonn verliert fünf Millionen Euro pro Woche

Wie ist die aktuelle Lage? Airport-Sprecher Alexander Weise zum EXPRESS: „Die Krise trifft den Flughafen massiv. Der Passagierverkehr ist praktisch komplett zum Erliegen gekommen. Wir verlieren im Moment etwa fünf Millionen Euro pro Woche. Und wir können derzeit keine langfristigen Zusagen machen, weil nicht absehbar ist, wie groß der finanzielle Schaden am Ende der Krise sein wird. Er wird aber enorm sein." Weise betont in Bezug auf die Gebührenerhöhung für die Mitarbeiterparkplätze: „Wir haben aber auch Verständnis für die besondere Situation der Mitarbeiter und werden uns kurzfristig mit den Sicherheitsfirmen in Verbindung setzen, um eine Lösung zu finden.“

Hier lesen Sie mehr: Mehr Fracht, weniger Passagiere – deshalb macht sich German Airways-Boss Dominik Wiehage Sorge um Kölns Flughafen

Großes Pflaster in der Not: In der Corona-Krisenzeit setzt der Airport voll auf das Frachtgeschäft – und das boomt ja derzeit.

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