Schreck für alle an BordWettlauf gegen die Zeit: Flieger muss nach Köln ausweichen

Ein Condor-Flugzeug.

Copyright: dpa

Die Crew des Condor-Fliegers holte viel Zeit wieder rein, doch das reichte nicht.

Schreck für alle an Bord: Ein Ferienflieger ist nicht mehr weit von der Landebahn in Frankfurt entfernt, doch dann geben die Piloten plötzlich wieder Vollgas. Die Maschine muss durchstarten.

Ein Urlaubsflug mit einer überraschenden Wendung: Eine Condor-Maschine war am Freitagabend (11. September) auf dem Weg von Olbia (Sardinien) zur Mainmetropole Frankfurt, kam aber schlussendlich nicht dort an. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Uhr war der Auslöser.

Der Hintergrund ist eine strikte Regelung am Frankfurter Flughafen: Zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr herrscht dort eine absolute Flugsperre für die Nacht.

Technikproblem auf Sardinien war Auslöser für die Verspätung

Eine Sondergenehmigung erlaubt verspäteten Fliegern zwar die Ankunft bis Mitternacht, doch für diesen Condor-Jet wurde die Zeit extrem knapp!

Der Start in Olbia verlief bereits alles andere als nach Plan. Wie EXPRESS.de von Condor auf Anfrage erfuhr, verhinderte eine technische Störungsmeldung den pünktlichen Abflug des Airbus A320 um 20.00 Uhr. Dadurch kam es bei dem Flug mit der Nummer DE1809 zu einer erheblichen Verzögerung.

Erst als der Fehler behoben war, konnte der Jet gegen 22.40 Uhr abheben – mit einer Verspätung von etwa zweieinhalb Stunden. Die Besatzung steuerte trotz der Verzögerung direkt die hessische Metropole an.

Normalerweise beträgt die Flugzeit circa eineinhalb Stunden. Den Piloten gelang es während des Fluges aber, einen erheblichen Teil wieder hereinzuholen.

Hochspannung über Frankfurt: Anflug kurz vor dem Ziel gestoppt – es geht wieder rauf!

Daten des Portals „FlightAware“ dokumentieren die Anstrengungen der Crew, es noch pünktlich zu schaffen: Nach ungefähr einer Stunde in der Luft leitete der Airbus den Landeanflug ein. Es wurde richtig knapp!

Die Maschine sank von einer Höhe von circa 7.000 Metern auf nur noch 270 Meter. Mit einer Geschwindigkeit von fast 300 km/h befand sich der Jet nur noch wenige Kilometer vor der Piste.

Auszug aus dem Portal „FlightAware“

Copyright: Screenshot EXPRESS.de, Bastian Braun

Das Portal „FlightAware“ zeigt den Verlauf des Flugs.

Doch dann kam die plötzliche Kehrtwende, der Landung wird eine Absage erteilt. „Die geplante Landung in Frankfurt fiel jedoch sehr knapp in das dort geltende Nachtflugverbot, weshalb die Maschine kurzfristig nach Köln umgeleitet wurde“, bestätigt Johanna Tillmann, Sprecherin von Condor, gegenüber EXPRESS.de.

Der Airbus musste also in niedriger Höhe den Landeanflug abbrechen und stieg wieder auf eine Höhe von etwa 3.000 Metern. Weil der Airport Köln/Bonn keine nächtliche Flugsperre hat, wurde das Flugzeug ins Rheinland dirigiert. Ein Glück!

In Köln darf das Flugzeug endlich landen – per Bus geht es zurück nach Frankfurt

Um circa 0.30 Uhr setzte der Airbus A320 dann sicher auf dem Flughafen Köln/Bonn auf. Doch für die Passagiere war die lange Reise damit noch immer nicht beendet.

Wie Condor weiter erklärt, wurden Busse bereitgestellt, um die Reisenden an ihren ursprünglichen Zielort Frankfurt zu transportieren.

Berichte anderer Medien, wonach die Landung nur um 90 Sekunden verpasst wurde, wollte Sprecherin Tillmann jedoch nicht bestätigen.

Ralf Schlegelmilch mit JP Weber in der Altstadt.
Gala, Lesungen, Matinee
Ein Jahr im Zeichen einer Kölner Legende