3

+++ TICKER +++ Deadline Day Letzter Transfer-Tag: Augsburg holt Ibrahimovic – Bruder von FC‑Star wechselt

+++ TICKER +++ Deadline Day Letzter Transfer-Tag: Augsburg holt Ibrahimovic – Bruder von FC‑Star wechselt

Blick in „Merkels Wohnzimmer“Bilder zeigen erstmals den verbotenen Bereich

Blick in den Konferenzraum der „Theodor Heuss“, im Regierungsjargon einst „Merkels Wohnzimmer“ genannt. Für Außenstehende war er lange tabu.

Copyright: Jetcraft

Blick in den Konferenzraum der „Theodor Heuss“, im Regierungsjargon einst „Merkels Wohnzimmer“ genannt. Für Außenstehende war er lange tabu.

Aktualisiert:

Dort schlafen, wo sich einst auch die Kanzlerin bettete: Zum ersten Mal werden Fotos aus dem Inneren von Merkels altem Regierungsjet gezeigt. Der berüchtigte Pannen-Flieger wird nun zum Kauf angeboten.

Eine VIP-Kabine mit zwei komfortablen Betten, eine Duschmöglichkeit auf über 10.000 Metern Flughöhe und ein Besprechungszimmer, das als „Merkels Wohnzimmer“ bekannt wurde – wer Lust auf diesen extravaganten Komfort und ein Stück sehr einzigartige Regierungsgeschichte hat, kann ihn sich gönnen. Vorausgesetzt natürlich, das nötige Kleingeld ist vorhanden.

Denn zum Verkauf steht der frühere Regierungsjet „Theodor Heuss“, erkennbar an der Kennung „16+02“. Es handelte sich um die Schwestermaschine der bekannten „Konrad Adenauer“, die als „Merkel One“ Berühmtheit erlangte und über Jahre die deutsche Polit-Elite weltweit transportierte. 

VIP-Abschnitt war lange streng verboten

Über Jahre hinweg blieb der vordere VIP-Abschnitt des Airbus A340-300 ein streng abgeschirmter Ort, sogar für die begleitende Presse an Bord. Nun aber veröffentlichte der US-Flugzeugbroker Jetcraft auf Instagram Aufnahmen, die den Bereich zeigen, der so lange tabu war.

Zu sehen ist eine vornehme VIP‑Suite, die zu einem Schlafraum umgebaut werden kann, ein eigenes Badezimmer inklusive Dusche sowie ein Besprechungszimmer, dessen Wand die Silhouette von Berlin ziert. 

Pannen-Serie führte zur Stilllegung

Die Maschine blickt auf eine durchaus turbulente Vergangenheit zurück, die neben dem Regierungsglanz auch von blamablen Zwischenfällen gezeichnet war. Wegen einer defekten Heizung an der Scheibe hob Merkel 2018 mit massiver Verspätung in Richtung Ägypten ab.

Die Schwestermaschine, die „Konrad Adenauer“, war aber keineswegs verlässlicher: Im November 2018 musste sie direkt nach dem Abheben eine Notlandung hinlegen. Das hatte zur Folge, dass Angela Merkel und Olaf Scholz mit einem normalen Linienflug zum G-20-Gipfel in Buenos Aires fliegen mussten. 

Die „Theodor Heuss“ über dem Flughafen Köln/Bonn (im September 2019).

Copyright: IMAGO / Dreamstime

Die „Theodor Heuss“ über dem Flughafen Köln/Bonn (im September 2019).

Auch der damalige Außenminister Heiko Maas (SPD) versäumte im April 2019 aufgrund eines Reifendruck-Problems beim Anflug auf New York eine bedeutende Zusammenkunft des UN‑Sicherheitsrates. Die endgültige Entscheidung fiel im September 2023, die betagten „Pannenflieger“ wurden durch die Flugbereitschaft ausgemustert. 

Zuvor noch saß die damalige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mit kaputten Landeklappen in Abu Dhabi fest, was die Annullierung ihrer kompletten Ozeanien-Tour bedeutete. Die Luftwaffe reagierte daraufhin und nahm beide Maschinen aus dem Dienst.

Was soll der Flieger kosten?

Im Jahr 2009 hatte die deutsche Regierung das Flugzeug, das zuvor im Dienst der Lufthansa stand, für etwa 193 Millionen Euro gekauft. Zusätzliche 140 Millionen Euro kostete die von Lufthansa Technik durchgeführte Umrüstung, die sogar ein Raketenabwehrsystem beinhaltete. Als Nachfolger wurden drei brandneue Airbus A350 für eine Gesamtsumme von 1,2 Milliarden Euro beschafft, berichtet der „Spiegel“.

Ende September 2023 wurde die stillgelegte „Theodor Heuss“ nach Amerika überstellt und wartet nun in einer US-Wüste auf einen neuen Eigentümer. 50.710 Flugstunden sowie 8.768 Landungen hat die Maschine laut Verkaufsbroschüre auf dem Buckel. Der berühmte Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland“ wurde entfernt, ebenso wie die Kennung.

Vor der Auslieferung bekomme sie noch eine frische weiße Außenfarbe spendiert, auch zwei umfassende Inspektionen würden demnach durchgeführt. Wer den 26 Jahre alten Flieger kaufen würde? Darauf geht Jetcraft nicht näher ein. Auch der veranschlagte Verkaufspreis bleibt geheim. Aber das Gefühl, mit der Maschine zu reisen, in der einst auch Merkel die Weltpolitik prägte, ist ohnehin unbezahlbar. (mg)

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Airport in Leipzig-Halle. (Archivbild)
Dobrindt und Wadephul
Regierung mit Statement: Wer steckt hinter dem Anschlagsversuch?