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Kölner Feuerwehr rettet FamilieDramatische Situation: „Sie sollten nicht springen“

Einsatzkräfte der Kölner Feuerwehr stehen an einem Brandort.

Copyright: Feuerwehr Köln

Einsatz am Dienstag (2. Juni 2026) im Severinsviertel: Eine Dachgeschosswohnung stand im Vollbrand.

Flammen schlugen aus den Fenstern, das Treppenhaus war voller tödlichem Rauch: Die Rettung einer Familie im Severinsviertel hat die Kölner Feuerwehr gefordert. 

Das Feuerdrama im Severinsviertel: Warum konnte die Feuerwehr die Drehleiter nicht zum Einsatz bringen, um die Familie aus der brennenden Dachgeschosswohnung zu retten?

Weil ihnen der Weg durchs Treppenhaus versperrt war, hatten sich Vater, Mutter und zwei Kinder bei dem verheerenden Brand am Dienstag (2. Juni) auf den rückwärtigen Balkon geflüchtet. Auf EXPRESS.de-Nachfrage schildert jetzt Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet die Situation vor Ort.

Feuer in Kölner Veedel: Wehrsprecher schildert Problem

Das Feuer sei zur Straßenseite hin ausgebrochen und die Familie habe sich auf dem Balkon auf der Rückseite des Gebäudes befunden. Im Innenhof hinter dem Haus sei aber kein Platz für die Drehleiter gewesen. Sie hat einen Wendekreis von 22 Metern. 

„Das Haus ist zudem so gebaut, dass man auch den Knick der Drehleiter nicht nutzen konnte“, so Wehrsprecher Laschet. Moderne Drehleitern haben ein Gelenk, lassen sich bis zu 45 oder sogar 90 Grad abwinkeln. So können Feuerwehrleute Hindernisse wie Dachvorsprünge leicht überwinden und Personen sicher von der Rückseite eines Hauses retten. Doch das ging in dem Fall nicht.  

Laschet: „Wir haben dann alles, was irgendwie mit Brandbekämpfung zu tun hat, eingesetzt.“ Zwei Löschtrupps sind in die brennende Wohnung und die Drehleiter hat von der Straßenseite aus durch das offene Fenster massiv Wasser in die Wohnung reingepumpt. 

„Schon vor unserem Eintreffen wurde die Familie auf dem Balkon von der Polizei betreut“, berichtet der Wehrsprecher. „Anschließend haben auch unsere Kräfte Kontakt mit ihnen gehalten, sie über alles, was passiert, informiert – und ihnen eingeschärft, dass sie auf keinen Fall zurück in die Wohnung gehen, aber auch nicht unkontrolliert springen sollen.“

Wegen des fehlenden Platzes für die Drehleiter hatten die Wehrleute innerhalb kurzer Zeit ein Sprungpolster aufgebaut. Das ist allerdings das absolut letzte Rettungsmittel. Ulrich Laschet: „Im Innenhof war es auch so eng, dass wir unsere Tragleitern nicht einsetzen konnten.“ 

Kölner Feuerwehr rettet Familie am Ende mittels Fluchthauben

Am Ende konnte die Familie mittels sogenannter Fluchthauben doch durch das verrauchte Treppenhaus gerettet werden. Die Hauben sind aus flammfestem Material und bieten Atemschutz gegen Rauch und Brandgase. 

Wehrsprecher Ulrich Laschet erklärt: „Der erste Weg ist immer über den Treppenraum, den zweiten stellen wir sicher – bis zu einer Höhe von 22 Metern, bis dahin reicht unsere Drehleiter.“ Ab 22 Meter Fenster-Brüstungshöhe müsse ein zweiter baulicher Rettungsweg sichergestellt sein. „Bei Hochhäusern ab 60 Meter muss es sogar zwei rauchfreie Fluchtwege geben“, so Laschet. 

Bei Bränden zählt meist jede Sekunde. Doch immer wieder stößt die Feuerwehr auf dem Weg zum Einsatzort auf Hindernisse. Um diese schon im Vorfeld auszumachen, führt die Kölner Feuerwehr regelmäßig Befahrungen durch. „Da werden genau solche Punkte abgefahren. Die Drehleiter ist dann das Maß aller Dinge, weil sie den größten Wendekreis hat“, erklärt Ulrich Laschet.

Der Wehrsprecher weiter: „Sollte es eine bauliche Veränderung geben oder wurde eine Baustelle eingerichtet, wird sofort der Ordnungs- beziehungsweise Verkehrsdienst alarmiert. Auch wenn ein Baum zu weit auf die Fahrbahn ragt.“ 

Bei Falschparkern werde zunächst versucht, über das Nummernschild den Halter zu erreichen. Wenn das nicht gelingt, wird er abgeschleppt, stellt Laschet klar. Denn jeder, der sein Fahrzeug falsch parkt, riskiert im Ernstfall ein Menschenleben. 

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