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Kiosk-Besetzung in KölnBetreiber Azad feiert und hat starke Botschaft

Eine Menschengruppe steht vor einem Kiosk.

Azad Hawrami (Mitte) hat in seinem „Internationalen Kiosk“ in Ehrenfeld mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern den Jahreswechsel 2025/26 gefeiert.

Azad Hawrami hat seinen „Internationalen Kiosk“ besetzt. Trotz Kündigung zum 31. Dezember will er seinen Kiosk weiterbetreiben. Zum Jahreswechsel gab es dort eine Party und neue Pläne wurden auch geschmiedet.

Er hat es wahr gemacht: Azad Hawrami (65), der zum 31. Dezember seinen „Internationalen Kiosk“ in Köln-Ehrenfeld räumen sollte, ist einfach drin geblieben!

Kölns erste Kiosk-Besetzung! Azad bekräftige am Silvesterabend, als im Kiosk eine kleine Party stattfand: „Ich will nicht tatenlos zusehen, wie kleine Gewerbetreibende verdrängt werden. Es geht hier nicht nur um mich. Ich kämpfe für alle, auch, wenn ich am Ende verliere.“

Der Familienvater hatte nach 15 Jahren die Kündigung für seinen „Internationalen Kiosk“ erhalten. Er versuchte vergeblich, den Vermieter umzustimmen, bot am Ende sogar an, freiwillig 220 Euro pro Monat mehr zu zahlen.

Azad Hawrami hat zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer, die ihm den Rücken stärken. Rund 30 von ihnen versammelten sich am Silvesterabend in dem Kiosk an der Leyendeckerstraße – „alle in ausgelassener Partylaune“, wie Kölns Mietrebell und Aktivist Kalle Gerigk gegenüber EXPRESS.de erzählt. Gemeinsam habe man „In unserem Veedel“ von den Bläck Fööss gesungen, was für eine tolle Stimmung gesorgt habe. 

„Da in Azads Kiosk eine Gitarre an der Wand hängt und eine Besucherin diese spielen konnte, haben wir anschließend ‚Knockin' on Heaven's Door‘ von Bob Dylan gesungen“, so Kalle Gerigk, der selbst auch sein eigenes Lied „Millionär“ zum Besten gab. 

Azad besetzt seinen Kölner Kiosk – weitere Aktionen geplant

Weitere Aktionen sind schon in Planung. So soll es am Freitag (9. Januar) oder alternativ am Samstag (10. Januar) eine Demonstration vor dem „Internationalen Kiosk“ geben. Auch ist ein anschließender Demonstrationszug durch Ehrenfeld geplant. 

Zudem wollen einige Unterstützerinnen und Unterstützer ein Transparent mit der Aufschrift „Dieser Kiosk ist besetzt“ anfertigen. Eine Petition zum Erhalt des „Internationalen Kiosks“ wurde bereits von mehr als 1830 Menschen unterzeichnet. 

Könnte es doch noch ein Happy End für Azad Hawrami geben? Wenn nicht, muss er mit einer Räumungsklage und gegebenenfalls mit einer Zwangsräumung rechnen. Aber der 65-Jährige will es durchziehen.