Corona-Zoff vor GerichtUrteil im „Diamonds“-Fall: Kölns Disco-König mit Strafe belegt

Yahya Firat, Kölner Disco-König, in seinem Büro.

Disco-König Yahya Firat in seinem Büro, in dem er per Monitor den Blick rund um sein Lokal hat.

In der Kölner Disco Diamonds soll 2020 gegen Corona-Regeln verstoßen worden sein. Chef Yahya Firat konnte vor Gericht nun eine geringere Strafe „rausschlagen“.

Der Kölner Geschäftsmann und „Disco-König“ Yahya Firat wehrte sich am Freitag (20. Januar 2023) vor dem Amtsgericht gegen ein Knöllchen aus dem Jahr 2020, das den Verstoß gegen damals geltende Corona-Gesetze mit 5000 Euro geahndet hat. Dabei ging es, wie der Richter zwischendurch anmerkte, „wie auf dem Basar“ zu.

Firat ist Geschäftsführer des Clubs „Diamonds“ auf dem Hohenzollernring. Trotz eines bestehenden Lockdowns für Diskotheken wurden Gäste damals von einem DJ zum Tanzen animiert.

„Diamonds“-Streit: Kölner Corona-Zoff endet mit Geldstrafe

Das „Diamonds“, in dem sonst dichtes Gedränge auf der Tanzfläche herrscht, hatte Firat während der Corona-Maßnahmen kurzerhand zum Restaurant umfunktioniert. So umgingen die Betreiber eine Komplettschließung.

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Kontrolleure des Ordnungsamtes hatten Anfang August 2020 jedoch festgestellt, dass die Gäste eben nicht nur an ihren Tischen saßen, sondern sich zur Musik bewegten. 80 Leute hätten getanzt, während der DJ Stimmung gemacht habe, so hieß es später in der Anzeige der Ordnungswidrigkeit.

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Firat bekundete im Amtsgericht, er habe an jenem Abend in seinem Büro gesessen – auf Monitoren der Überwachungskameras habe er keinen Verstoß feststellen können. Er habe sogar eigens Personal dafür engagiert, die auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten sollten.

Im Zeugenstand stritt auch der Betriebsleiter der Diskothek die Vorwürfe ab. Man habe ein Hygienekonzept erarbeitet, das sogar seitens der Stadt Köln gelobt worden sei.

Mitarbeiter des Ordnungsamts bleibt Verhandlung unentschuldigt fern

Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren ebenfalls als Zeugen geladen. Einer fiel krank aus, der blieb dem Verfahren in Saal 36 des Amtsgerichts unentschuldigt fern. Aufgeklärt werden konnte der Sachverhalt somit nicht.

Der Richter nahm zugunsten des Club-Betreibers schließlich an, dass dieser nicht vorsätzlich, sondern allenfalls fahrlässig gehandelt habe. Nachdem zunächst eine Halbierung des Bußgelds im Raum stand, ging der Richter aufgrund der langen Verfahrensdauer auf 1750 Euro runter, was Firat letztlich akzeptierte – er hatte zuvor eine Geldsumme von 1000 Euro als angemessen bezeichnet.

Mit dem Ergebnis des Feilschens um die angemessene Höhe der Knolle – eben das besagte Verhandeln „wie auf dem Basar“ – war der „Disco-König“ am Ende „unzufrieden“, wie er EXPRESS sagte. Es habe nichts zu ahnden gegeben. „Aber natürlich gilt es, das Urteil zu respektieren.“