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„Das war ekelhaft“SEK stürmt Wohnung und trifft auf widerliche Szene

Polizeibeamte und Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) betreten ein Haus.

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Ein Mann aus Leverkusen muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten. Ein SEK (Symbolfoto) hatte seine Wohnung gestürmt.

Ein Mann aus Lützenkirchen muss sich in Köln vor Gericht verantworten. Als ein SEK seine Wohnung stürmt, erleben die Einsatzkräfte eine widerliche Szene – doch der wahre Schrecken verbirgt sich auf seinem Computer.

„Ich hatte Angst“, so die simple Erklärung von Timur T. (44, Name geändert), warum er vergangene Woche nicht zu seinem Prozess erschien. Doch am Dienstag gab es für den Mann aus Lützenkirchen kein Entkommen mehr. Richter Alexander Linke startete vor der 10. Großen Strafkammer in Köln den zweiten Verhandlungsanlauf, nachdem der Angeklagte festgenommen worden war. Es geht um die massenhafte Verbreitung von Kinderpornografie.

Dem 44-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen Dezember 2021 und August 2022 gewaltige Mengen an Fotos und Videos auf zwei speziellen Portalen geteilt zu haben. Die Ermittlungen mündeten am 3. Februar 2025 in einem nächtlichen Einsatz. Ein Sondereinsatzkommando (SEK) drang in seine Wohnung ein und machte eine schockierende Entdeckung: Etwa 30.000 Bilder und 2500 Videodateien auf seinen Geräten.

SEK-Einsatz nach Plan

Ein Ermittler erläuterte in Saal 32 des Landgerichts, weshalb bei solchen Delikten sofort das SEK zum Einsatz kommt. Man müsse den Verdächtigen direkt am Computer erwischen, um zu verhindern, dass Beweismaterial mit einem einzigen Klick gelöscht wird. Der Kriminaloberkommissar erinnerte an einen kuriosen Fall, bei dem ein Beschuldigter durch das Betätigen einer Toaster-Taste seinen Rechner unzugänglich machte.

Bei Timur T. lief jedoch alles glatt. Die Beamten gingen mit großer Vorsicht vor. Nachdem sie sich Zutritt verschafft hatten, verbanden sie ihm die Augen, setzten ihm Kopfhörer auf und brachten ihn auf einen Stuhl im Wohnzimmer, wo er fixiert wurde. Währenddessen kümmerten sich Spezialisten um die Sicherung des Laptops und mehrerer Festplatten.

Der Zugriff war ein voller Erfolg. Als die Einsatzkräfte die Wohnung betraten, lag Timur T. mit nacktem Unterkörper im Bett und konsumierte Pornos. Sein Computer mit zwei Monitoren war direkt vor dem Bett aufgebaut. An der Decke entdeckten die Beamten eine Halterung für eine Action-Kamera. Die Auswertung der Daten ergab später, dass er sich damit auch selbst gefilmt hatte.

Der Angeklagte gab an, zunächst an einen Raubüberfall gedacht zu haben. Er sei fast erleichtert gewesen, als er realisierte, dass es die Polizei war. Ein Ermittler bestätigte dies im Zeugenstand: „Er war sehr kooperativ. Ich konnte sehr gut mit ihm reden.“ Timur T. nannte bereitwillig seine Passwörter, was die Auswertung der Datenträger erheblich beschleunigte.

Der Inhalt der sichergestellten Geräte schockierte jedoch selbst hartgesottene Profis. „Das war ekelhaft. Sowas hab’ ich noch nie gesehen“, erklärte die Leiterin der zuständigen Einsatzgruppe fassungslos. Diese Aussage steht in krassem Widerspruch zu dem, was Timur T. kurz zuvor im Gerichtssaal behauptet hatte. Er gab an, dass ihn Material mit expliziter Gewalt nicht interessiere: „das habe ich mir nicht angeguckt“. Eine Behauptung, die angesichts der Funde mehr als zweifelhaft erscheint.

Seit 20 Jahren im Sumpf des Darknets

Er gestand, „So seit 20 Jahren“ Fotos und Videos zu sammeln und in entsprechenden Foren aktiv zu sein. Wie tief der Leverkusener in der Szene verankert war, wurde deutlich, als die Ermittlungsleiterin berichtete: Er meldete sich im Dezember 2021 bei „Kidflix“ an, nur wenige Tage nachdem die Plattform online ging. Diese Seite ist, ebenso wie „Alice in Wonderland“, inzwischen vom Netz genommen worden – ein Erfolg harter Polizeiarbeit.

Den entscheidenden Hinweis auf Timur T. erhielten die Kölner Spezialisten von Kollegen aus Bayern. Die IP-Adresse deutete auf den Raum Köln hin. Obwohl der Angeklagte sich durch geschützte Verbindungen und den Tor-Browser im Darknet zu tarnen versuchte, gelang es den Ermittlern, ihn zu identifizieren und über Monate hinweg zu observieren.

Den idealen Zeitpunkt für den Zugriff zu finden, war eine Herausforderung. Aufgrund seiner Wechselschichten bei der Firma Covestro und unregelmäßiger Homeoffice-Tage war sein Online-Verhalten unberechenbar. Ein Polizist berichtete, man habe deshalb „drei Durchsuchungstermine vorbereitet“. Glücklicherweise war bereits der erste Versuch erfolgreich.

Timur T. legte ein umfassendes Geständnis ab: „Ja, ich habe das alles gemacht.“ Am kommenden Dienstag soll seine persönliche Geschichte beleuchtet werden, einschließlich seiner Aussage über sexuellen Kontakt mit seinem Cousin im Alter von neun Jahren. Richter Alexander Linke plant zudem, das Beweismaterial unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu sichten. Die Urteilsverkündung durch die 10. Große Strafkammer ist für den 13. Juli angesetzt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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