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„Das ist mein Stalker“Kölner Mordprozess: Angeklagter verdreht die Tatsachen

Auftakt im Prozess um einen Mord in Opladen

Copyright: Thomas Käding

Bereits seit Freitag, 19. Juni, arbeitet die 5. Große Strafkammer am Kölner Landgericht den brutalen Mord in Opladen auf. Angeklagt ist ein 34 Jahre alter Mann (links), hier mit seinem Verteidiger Robert Stach.

In einem Kölner Mordprozess verdreht der Angeklagte die Tatsachen. Während eine Frau ihn als Stalker bezeichnete, sprach er von Liebe.

Die Verhandlung zum grausamen Tötungsdelikt in Leverkusen-Opladen verzögert sich. Wegen der Ferienzeit kann es am Landgericht Köln erst am 3. September weitergehen. Um diese lange Unterbrechung zu überbrücken, hat die 5. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Peter Koerfers für Donnerstag einen sogenannten Schiebetermin angesetzt. Denn eine Hauptverhandlung darf nur bis zu drei Wochen unterbrochen werden. 

Der Angeklagte Christos F. (Name geändert) ergriff die Chance, um die Aussage eines Zeugen aus der letzten Sitzung aus seiner Perspektive zu schildern und abzuschwächen.

Angeklagter mit völlig anderer Version der Geschichte

Es drehte sich um ein Ereignis in Vechta. Der Angeklagte war im Frühjahr 2025 dorthin einer jungen Dame gefolgt, die ihn vorher in seiner Wohnung in Opladen besucht hatte. Für Christos F. war es sofort die große Liebe, für die Frau aber ganz offensichtlich nicht. Sie fühlte sich von ihm verfolgt und wollte deshalb einer zufälligen Begegnung auf einem Supermarkt-Parkplatz entgehen. Laut Akten wurde es so laut, dass ein Passant sich gezwungen sah, einzugreifen.

Die Einzelheiten dazu hatte der 33-jährige Sozialarbeiter dem Gericht vor rund einer Woche berichtet. Seiner Schilderung nach wäre es fast zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern gekommen. Der Zeuge erinnerte sich, dass der jetzige Angeklagte auch Bedrohungen aussprach. Ein Beispiel: „Ich werde Dich finden!“ Die Polizei beendete schließlich die angespannte Lage.

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Christos F. erinnert sich an die Vorkommnisse auf dem Parkplatz völlig anders. Der Unbekannte habe mit seinem Einschreiten die Lage nur noch verschlimmert, meint er. An dem Tag Mitte Mai 2025 sei er in einem guten und harmonischen Austausch mit seiner Freundin gewesen, so die Darstellung des Angeklagten. Jene hatte dem Sozialarbeiter für das laute Geschrei aber eine andere Begründung geliefert: „Das ist mein Stalker.“ Das war der Grund, warum der Mann sich Christos F. entgegenstellte.

Der Angeklagte wiederum ärgerte sich darüber, dass der Sozialarbeiter aus Vechta sich vor Gericht „wie ein Held dargestellt“ habe. So sei das alles nicht abgelaufen. Ein weiterer Fall, in dem eine Situation völlig anders wahrgenommen wurde.

Prozess in Köln: psychiatrischer Sachverständige gefragt

Mit diesem Phänomen wird sich wohl auch der psychiatrische Sachverständige beim nächsten Termin befassen müssen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass der heute 34-Jährige nicht nur stark alkoholisiert war und Drogen konsumiert hatte, als er am 21. November 2025 seine damalige Partnerin in seiner Wohnung umbrachte. Offenbar leidet er zusätzlich an gravierenden psychischen Problemen.

Im Grunde hat Christos F. das Verbrechen zugegeben. Es existieren darüber hinaus Videoaufnahmen, die die schwer verletzte, einige Jahre jüngere Frau mit türkischen Wurzeln zeigen. An die furchtbaren Einzelheiten des Verbrechens kann er sich laut eigener Aussage aber nur lückenhaft erinnern. (red)

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