Erst fehlen angeblich zwei Kilometer Kupfer, dann gibt es weder Diebe noch Diebesgut – und die KVB muss ihre Anzeige zurückziehen.
Kabel-Chaos bei KölnKupfer für 100.000 Euro weg – doch KVB muss Anzeige zurückziehen

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Die Polizei sicherte am Dienstag Spuren im Bensberger Untergrund, nachdem angeblich 2000 Meter Kupferkabel aus dem Tunnel der Stadtbahnlinie 1 gestohlen worden waren.
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Zwei Kilometer Kupferkabel kommen nicht von allein weg. Das war der logische Schluss, als die Polizei am Dienstag (12. August) von einem außergewöhnlich großen Diebstahl aus dem Bensberger Bahntunnel berichtete.
Es hieß, Unbekannte hätten dort mindestens 2000 Meter Kupferleitung entwendet. Der geschätzte Wert: mehr als 100.000 Euro. Die Behörden vermuteten einen gewerbsmäßigen Diebstahl und sicherte im Tunnel, begleitet von Mitarbeitern der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Spuren. „An mehreren Stellen waren Kabel herausgetrennt“, so Carina Höfelmanns von der Polizeipressestelle auf Nachfrage.
Bensberger Tunnel: Zwei Kilometer Kupferkabel verschwunden
Das wäre ein wirklich großer Coup gewesen – falls es denn einer gewesen wäre. Denn eine Nachfrage der Redaktion bei der KVB gab dem Kriminalfall eine unerwartete Wendung: Das vermeintliche Diebesgut ist laut Auskunft der KVB gar nicht weg. Und die Täter wären wohl auch kaum zu fassen – sie sollen nämlich ganz offiziell damit beschäftigt gewesen sein, die Leitungen zu durchtrennen.
Laut Angaben der KVB handelt es sich um alte Kupferleitungen der Bahnstromversorgung, die im Rahmen der aktuell stattfindenden Arbeiten erneuert werden sollen. Dass die Kabel durchschnitten waren, hatte demnach einen guten Grund: Die Maßnahmen erfolgten im Auftrag des Verkehrsunternehmens, wie ein KVB-Sprecher mitteilte. Die alten Leitungen seien inzwischen sichergestellt worden.
Somit ist auch die Strafanzeige vom Tisch: Am Dienstagabend informierte die KVB auf eine weitere Nachfrage, dass sie die Anzeige mittlerweile zurückgezogen habe. (red)
