Kennen Sie die noch? „Cool Runnings op kölsch“: Kölner Student (23) verwirklicht Mega-Traum 

Ein jamaikanischer Bob-Pilot im Film Cool Runnings

„Cool Runnings - Dabeisein ist alles“ heißt der Film-Hit aus dem Jahr 1993, als Jamaika fürs Bobfahren bei Olympia trainierte. Der Film wurde oft im Fernsehen gezeigt, unter anderem im WDR.

Amadeo Kaus fiebert einem großen Sport-Event entgegen. Dabei wird der gebürtige Kölner für das exotische Heimatland seiner Mutter antreten. 

Köln. Der Kölner Amadeo Kaus (23) tritt in diesem Jahr bei der Winteruniversiade in Luzern an. Klingt erstmal nicht so besonders spektakulär. Doch bei seiner Geschichte kommen Erinnerungen an den Film „Cool Runnings – Dabei sein ist alles“ auf, die Jungs aus Jamaika, die als Bobmannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Calgary antreten. 

Denn der Student an der Kölner Uni tritt als Skilangläufer an – und zwar für die Philippinen! Und auch eine Olympia-Teilnahme hat der 23-Jährige im Visier. Doch noch vor seinem Wunsch zu siegen, steht bei ihm eine sehr wichtige Botschaft. 

Kölner Student hat seit 2016 die doppelte Staatsbürgerschaft

Amadeo Kaus, der im Krankenhaus in Weyertal geboren wurde, ist Halb-Filipino. Er studiert im fünften Semester Regionalstudien Lateinamerika. Derzeit sei er aber für einige Tage im „Trainingslager“ in Oberhof, wie er EXPRESS.de verrät. 

Der Kölner Student Amadeo Kaus steht auf Langlaufski in einer Skihalle.

Der Kölner Student Amadeo Kaus bereitet sich gerade in Oberhof auf seine Teilnahme an der Winteruniversiade vor. Das Foto zeigt ihn am Donnerstag (18. November 2021) beim Training.

„Seit Kindheitstagen bin ich sportbegeistert und habe auch immer viel Wintersport im Fernsehen verfolgt. Als ich 2016 die doppelte Staatsbürgerschaft bekam, träumte ich nur davon, für die Philippinen einmal bei einem größeren Sportevent zu starten“, erzählt Amadeo Kaus.

Kölner Amadeo Kaus tritt als erster Skilangläufer für die Philippinen an

Dieser Traum wird sich noch dieses Jahr erfüllen. Die Winteruniversiade, bei der sich Studierende aus allen Erdteilen messen, findet vom 11. bis 21. Dezember 2021 in Luzern statt. „Ich werde der erste Skilangläufer der Philippinen sein, der bei internationalen Wettkämpfen antritt“, erklärt er. Zu seinen Chancen gibt er offen zu: „Mir ist auch klar, dass ich dort wahrscheinlich kein Rennen gewinnen werde.“ Denn noch wichtiger ist ihm etwas anderes.

Amadeo ist seit einem Jahr aktiv bei „Fridays for Future“ in Köln, startet daher unter dem Motto „A race we must win! Climate action now!“ „Wir müssen viel dringender ein anderes Rennen gewinnen. Das gegen den Klimawandel“, erklärt der Kölner Klimaaktivist. Die Philippinen, das Geburtsland seiner Mutter, sei das Land, welches am zweit härtesten vom Klimawandel bedroht sei.

Kölner Student machte erstmal Schnupperkurs auf Skirollern

Im Film „Cool Runnings“ treten vier Jungs als Bobmannschaft fürs karibische Jamaika an – Amadeo Kaus geht für die tropischen Philippinen als Langläufer an den Start. Beides Länder, die nicht gerade für Wintersport bekannt sind. 

„Ich hab mir überlegt, was ich in Köln gut trainieren und mir leisten kann“, erzählt Amadeo Kaus. Dabei sei er auf Langlauf gekommen und habe erstmal beim Kölner Ski-Club Blau-Rot einen Schnupperkurs auf Skirollern gemacht. Kaus: „Vor zwei Jahren habe ich mir dann sogenannte Skikes gekauft und damit immer mal wieder trainiert.“

Amadeo Kaus mit Philippinen-Fahne an der Hohenzollernbrücke.

Amadeo Kaus tritt im Dezember 2021 bei der Winteruniversiade in Luzern an: als Skilangläufer für die Philippinen

Anfang 2021 stieß der Kölner Student dann auf den philippinischen Hochschulsportverband – der suchte tatsächlich Sportler für die Universiade. Das war seine Chance. Seit September hat Amadeo Kaus sein Training intensiviert und eine GoFundMe-Kampagne gestartet, weil er finanzielle Unterstützung benötigt. Eine Pressesprecherin der Winteruniversiade hat Kaus' Teilnahme im Skilanglauf auf Anfrage von EXPRESS.de bestätigt. Neben ihm gehe noch eine Eiskunstläuferin für die Philippinen an den Start, berichtet sie.

Glücks-Tattoo „22“: Denn Ziel des Kölners ist Olympia 2022 

Der junge Kölner ist guter Dinge, hat Spaß am Training. Ein Glücksei, wie im Kinofilm, habe er aber nicht, meint er lachend. Dafür ein Glückstattoo – eine „22“, die er sich auf seinen linken Arm stechen ließ. Sie steht für das Jahr 2022, in dem die Winter-Olympiade in der chinesischen Hauptstadt Peking stattfinden wird. 

Der Kölner Student Amadeo Kaus (23) zeigt eine tätowierte „22“ auf seinem linken Handgelenk.

Amadeo Kaus zeigt sein Glücks-Tattoo am linken Handgelenk – eine „22“. Sie steht für das Jahr 2022, in dem in Peking die Olympischen Winterspiele stattfinden. 

Bei der Winteruniversiade kann sich Amadeo Kaus für diese Olympischen Spiele qualifizieren. „Wenn ich das wirklich schaffe, wird mir eine Freundin das Tattoo mit dem Schriftzug ‚Peking‘ und den olympischen Ringen erweitern“, erklärt er mit einem kleinen Augenzwingern. Eben wie im Film: Dabei sein ist alles.

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