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Corona-Impfstoff-Erfinder Das Leben von Ugur Sahin ist eine Kölner Erfolgsgeschichte

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Dr. Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von BioNtech, in seinem Labor. BioNtech will schon bald einen Corona-Impfstoff mit mehr als 90-prozentigem Schutz vor Covid-19 auf den Markt bringen.

Köln/Mainz – Steigende Infektionszahlen, Höchststand bei den Corona-Patienten auf Intensivstationen, immer mehr Nachbarländer, die als Risikogebiete eingestuft sind: Das Virus hat die Welt weiter im Griff. Und gerade mit Blick auf die stark steigenden Corona-Zahlen der letzten Tage und Wochen stellt sich mehr denn je die Frage: Wann kommt der erhoffte Impfstoff?

BioNtech-Impfstoff: Erste Ergebnisse sind ein Riesenerfolg im Kampf gegen Covid-19

Geht es nach den Experten der Mainzer Firma BioNTech, heißt die Antwort „sehr bald”. Das Pharmaunternehmen um Mitbegründer und Vorstandsvorsitzenden Ugur Sahin berichtete bereits im Oktober, dass der neu entwickelte Impfstoff BNT162b2 in klinischen Studien sehr erfolgreich sei.

Am Montag (9. November) verkündeten BioNtech und der US-Pharmakonzern Pfizer nun eine Nachricht, die wie der lang ersehnte Silberstreifen am Horizont wirkt: Ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19, erklärten die beiden Unternehmen. Schwere Nebenwirkungen seien nicht festgestellt worden.

Das gehe aus einer für die Zulassung entscheidenden Impfstoff-Studie hervor, die beide Hersteller veröffentlichten. Ein effektiver Corona-Impfstoff rückt damit in greifbare Nähe.

Corona-Impfstoff: BioNTech geht „auf die Zielgerade”

Bei der europäischen Pharmaaufsicht EMA in Amsterdam (Niederlande) ist der Wirkstoff im sogenannte „Rolling-Review-Verfahren”. BioNTech selbst war bereits vor der Ankündigung am gestrigen Montag so zuversichtlich, dass man die Massenproduktion bereits vor ein paar Wochen begonnen habe, heißt es in einem Bericht von NTV. Man sei kurz davor, „dieser Pandemie ein Ende zu bereiten.”

Ermutigende Worte in der Corona-Krise, zumal Sahin fest daran glaubt, mit dem BioNTech-Wirkstoff Schnelligkeit mit ethischen und medizinischen Standards verbinden zu können. Man sei „auf der Zielgeraden”, sagte der 55-Jährige EXPRESS.

Corona-Impftoff von BioNtech: Ugur Sahin und Özlem Türeci sind Pioniere in der Krebsforschung

Sahin selbst und seine Frau Özlem Türeci (ebenfalls Vorstandsmitglied) gelten in Deutschland als Pioniere der Krebsimmuntherapie. Bei Ausbruch der Pandemie stellten sie ihre Forschung um, steckten alles in einen Impfstoff. Das könnte sich nun bezahlt machen. Die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen bis Jahresende würde einen Staatsauftrag der USA erfüllen – und wäre 1,95 Milliarden Dollar schwer.

Biontech

Der Hauptsitz von BioNTech in Mainz. Passend zur finanziellen Situation des Unternehmens heißt die Straße dort „An der Goldgrube”.

Selbst die Nachricht eines möglichen Wirkstoffs hat immense finanzielle Auswirkungen: Der Aktienkurs von BioNTech ist im Höhenflug, das Unternehmen hat einen Wert von etwa 20 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die Lufthansa liegt bei etwa 4,8 Milliarden. Sahin (hält 18 Prozent der Aktien) gehört plötzlich zu den 100 reichsten Menschen in Deutschland – noch vor Genehmigung des Wirkstoffs.

BioNtech-Impfstoff gegen Corona: Ugur Sahin wuchs in Köln auf

Das Leben des 55-Jährigen ist auch eine Kölner Erfolgsgeschichte: Mit vier Jahren kam er an den Rhein, sein Vater war als Gastarbeiter bei Ford angestellt. Nach dem Abitur in Köln studierte Sahin Medizin an der Universität zu Köln, promovierte 1992 mit einer Arbeit zur Immuntherapie bei Tumorzellen. Später arbeitete er als Arzt am Klinikum der Universität Köln.

Jetzt will Ugur Sahin die Welt retten. Mit einem Wirkstoff nur wenige Monate nach Ausbruch einer Pandemie; es wäre nahezu ein medizinisches Wunder, dem Forscher-Ehepaar dürfte dann auch der Medizin-Nobelpreis winken. 28.000 Personen haben bereits die zweite Impfdosis erhalten. Etwa 100 Millionen Dosen plant BioNTech noch in diesem Jahr, langfristig bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr.

Spätestens dann könnten Sahin, Türeci und ihre Kollegen tatsächlich zu den Rettern der Welt vor dem Coronavirus werden.

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